Pia Mazelanik kämpft in Sambia
Bis zu diesem Kampf in Halberstadt galt Pia Mazelanik nicht als besonders schlagstark und es sah 2011 nach einer durchwachsenen Karriere fast so aus, als wäre die Boxerei für sie vorbei. Jedenfalls gab es nach 2 Niederlagen in Folge von Mai 2011 bis Juni 2013 keinen offiziellen Kampf mehr.
Nach ihren eigenen Angaben hat sie allerdings weiter trainiert und insbesondere an ihrer Schlaghärte gearbeitet. Als sie dann in Halberstadt auf die 18-jährige serbische Debütantin Radana Knesevic traf, war der Kampf nach 12 Sekunden in Runde 1 vorbei, weil Mazelanik ihr gleich beim ersten Angriff die Nase brach und Ringrichter Jens Kluge nichts weiter blieb, als den Kampf für beendet zu erklären.
Leider gab es danach keinen weiteren Kampf mehr – allerdings auch nicht für die Serbin, die wohl nach dieser Erfahrung gegen die Deutsche ein für alle mal „die Nase voll“ vom Boxsport hat.
Nachdem sich seither aber auch für Pia Mazelanik kein neuer Kampf in Deutschland ergeben hat, geht sie nun andere Wege. Normalerweise, wenn man an afrikanische Boxer oder Boxerinnen denkt, kommen die nach Deutschland oder Europa um sich für ein paar Dollar ihre „Klatsche“ abzuholen. Diesmal ist es wohl etwas anders.
Pia Mazelanik und Catherine Phiri (7(3)-0-0) werden am 15. März in Lusaka/Sambia um den WBC-Silberbelt im Bantamgewicht kämpfen. Diesen jetzt vakanten Gürtel trugen zuerst die Mexikanerin Zulina Munoz und danach die Thailänderin Usanakorn Kokietgym. Es wird für Mazelanik sicher kein leichter Gang, als Gastboxerin in Afrika zu kämpfen. Drücken wir ihr die Daumen und hoffen, dass sie es schafft, mit dem WBC-Silberbelt im Gepäck zurück nach Deutschland zu kommen.
Selbst wenn nicht, hat sie ein dickes „Daumen hoch“ verdient, sich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben, während sich andere Boxerinnen in Deutschland nur trauen, vor heimischen Publikum gegen hoffnungslos unterlegene Gegnerinnen anzutreten.
Pia Mazelanik geht das Risiko ein, in der Ferne zu verlieren. Gewinnt sie diesen Kampf, sei ihr der verdiente Ruhm gegönnt.