Jürgen Brähmer vs Enzo Maccarinelli – Sauerland Boxevent in Rostock

von | 2. Apr. 2014 | Profiboxen, Veranstaltungen

brähmer macca„Der Gürtel bleibt in Deutschland!“ – so lautet die klare Ansage von WBA-Weltmeister Jürgen Brähmer (42(31)-2-0) vor seiner ersten Titelverteidigung gegen den Briten Enzo Maccarinelli (38(30)-6(6)-0). Mit „Macca“ kommt ein Gegner nach Rostock, der schon vor Jahren WBU und WBO-WM im Cruisergewicht war.

Schaut man sich die Kampfbilanz von Maccarinelli an, wird deutlich das er in seinen Kämpfen dazu neigt bis zum Äußersten zu gehen. In 30 von 38 Kämpfen war er vorzeitiger Sieger. Verliert er einen Kampf, dann nur durch KO, nie nach Punkten. Brähmer sollte also gewarnt sein und seinen Herausforderer nicht auf die leichte Schulter nehmen, weil er bereits 6x KO gegangen ist – davor muss einiges passieren.

Hier ein paar Stimmen vor dem Kampf:

Jürgen Brähmer: „In der Stadthalle habe ich 2008 erstmals eine WM-Chance erhalten, doch leider konnte ich damals im Duell um den WBA-Titel, den ich heute halte, nicht überzeugen und verlor. Seitdem habe ich dort nicht mehr geboxt. Ich will das Rostocker Publikum begeistern und zeigen, dass ich jetzt zu Recht Weltmeister bin.“

Enzo Maccarinelli: „Das ist eine große Chance für mich und ich werde den Titel nach Wales holen. Ich bin Waliser mit italienischen Wurzeln. Es wird also eher ein Länderspiel Deutschland gegen Wales/Italien. Und gegen Italien geht es in Pflichtspielen bekanntlich immer schlecht für Deutschland aus.“

Kalle Sauerland: „Die britischen Fans werden in Scharen kommen. Am Ende des Tages wird Jürgen mit seinen Fans aber als Sieger aus dem Ring gehen. Davon, genau wie von der hohen Qualität des Kampfes, bin ich absolut überzeugt.“

Francis Warren: „Enzo hat so viele Fans, die nach Rostock kommen werden. Ich glaube, dass dieser Kampf eher ein Heimspiel für uns werden wird. Am besten wir verlegen den Kampf ins Rostocker Fußball-Stadion.“

brähmer macca1

Bleibt einem als deutscher Boxfan eigentlich nichts weiter als Daumendrücken für Brähmer. Im Falle eines Sieges muss man aber auch weiter denken. Rein spekulativ steht ein ganz anderer Kampf im Raum. Brähmer konnte nur deshalb WBA-WM werden, weil dieser Verband Weltmeister Beibut Shumenov kurzerhand zum „Super-Champ“ erklärte und der reguläre WBA-WM-Titel damit vakat wurde. Am 19. April werden Bernard Hopkins (IBF- und IBA-Champ) und Beibut Shumenbov (WBA-Superchamp) gegeneinander antreten. Ob Hopkins sich darüber im Klaren ist, dass er in diesem Kampf, den er für einen Titelvereinigungkampf hält, nicht automatisch WBA-Weltmeister wird, auch wenn er Shumenov schlagen kann? Irgendwann wird die Frage im Raum stehen, ob Brähmer falls er gegen Maccarinelli gewinnt, gegen Hopkins oder Shumenov kämpfen muss um zu klären, wer der einzig wahre WBA-Champ ist. Im Schwergewicht musste man allerdings jahrelang darauf warten, bis diese Frage zwischen Alexander Povetkin und Wladimir Klitschko geklärt wurde.

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