Zu seiner ersten Titelverteidigung hat man für WBO-WM Arthur Abraham den 35-jährigen Nikola Sjekloca (26(8)-1-0) aus Montenegro ausgesucht. Man mag über die Gegnerwahl denken wie man will, er ist gewiss nicht die erste Geige, aber auch nicht die schlechteste Wahl.
Sjekloca war in der Vergangenheit lange auf der „WBC-Schiene“ unterwegs. Bereits 2008 wurder er zum ersten mal Titelträger dieses Verbandes, der in allen möglichen und unmöglichen Bereichen kleinere Titel ausboxen lässt. Ausgehend von seinem WBC-Mediterranean Gürtel ging es weiter über den WBC-International, den er u.a. auch gegen Roberto Santos und Khoren Gevor verteidigte, bis hin zu einem Eliminatorkampf gegen Sakio Bika, den er nach Punkten (109:119, 112:118, 108:120) verlor.
Der gute Mann aus Montenegro ist im WBO-Ranking auf Platz 9 vertreten und aufgrund dieser Stellung somit ein legitimer und akzeptabler Gegner für Abraham. Allerdings stellt er aufgrund seiner geringen KO-Quote keine ernst zu nehmende Gefahr für Abraham dar. Im WBO-Ranking warten noch so einige hoch gerankte „Kandidaten“ dieser Art auf ihren Einsatz. Der Ungar Balasz Kelemen oder der Brite Frank Buglioni sind von ähnlichem Kaliber.
Viel mehr Gedanken kann man sich vielleicht über die in Berlin zu erwartende Undercard machen. Die Liste der Sauerland-Boxer wurde in der letzten Zeit stark ausgedünnt und die noch vorhandenen Boxer im Team haben noch nicht einmal ausgereicht, um die Brähmer-Card in Rostock zu füllen. Bei einigen Boxern, die Sauerland auf der hauseigenen Internetseite in der Übersicht hat, ist überhaupt fraglich, ob sie jemals wieder unter der Sauerland-Flagge in den Ring steigen werden. Letztendlich wird man um den Zuschauern überhaupt etwas zu bieten, wieder auf Boxer zurückgreifen müssen, die erst einmal eine Gastrolle spielen und vielleicht im Rahmen einer Sichtung später ins Team kommen könnten.Da es unwahrscheinlich ist, dass die Nachwuchsboxer Kölling, Zeuge und Culcay schon wieder antreten, kann man gespannt sein, mit welchen Boxern man die Reihen auffüllen will. Außer Noel Gevor und evtl. Robert Woge scheint niemand weiter in Frage zu kommen. Vielleicht wagt Sauerland ja mal ein Experiment und bietet endlich auch in Deutschland Frauenboxen an. Wenn man sich schon Boxer oder Kämpfe zukaufen muss um das Event reichhalig zu besetzen, dann könnte es ja auch mal eine weltweit beliebte und bekannte Frau sein wie die Argentinierin Yesica Bopp die Zuschauer mit ihrem Kampfstil die Zuschauer in ihrer Heimat von den Hockern reißt oder mit Ava Knight eine attraktive Boxerin aus den USA, die man sicher auch in Deutschland gut „verkaufen“ könnte. Beide Boxerinn hätten auch hier von 0 auf 100 eine riesige Fangemeinde.
Man kann also gespannt sein, was den Zuschauern im Velodrom an weitere Kämpfen angeboten wird. Der Hauptkampf alleine ist sicher etwas für die Abraham-Fangemeinde, aber die Undercard sollte auch schon noch attraktiv gestaltet werden um die Halle voll und die ARD-Zuschauer vor die Bildschirme zu bekommen.
Wer zur „Einstimmung“ den Kampf zwischen Nikola Sjekloca und Saiko Bika sehen will, wird hier (klick) fündig.
