von | 26. März 2014 | Profiboxen, Titelstories

Wladimir Klitschko vs Alex Leapai – WBO-Pflichtverteidigung 26. April

leapai aus1

Fotos: The Courier-Mail

Wie dieser Kampf zustande gekommen ist, wird jedem Boxfan noch in mehr oder weniger guter Erinnerung sein. Denis Boytsov, gerade erst beim Sauerland-Team unter Vertrag genommen, war im Ranking der WBO ganz oben und hatte eigentlich einen Pflichtkampf gegen WBO-Weltmeister in Griffweite. Der Kampf gegen Leapai sollte eigentlich nur so etwas wie ein Prüfstein für ihn sein. Kaum jemand hätte gedacht, dass der 34-jährige Australier Alex „The Lionheard“ Leapai (30(24)-4(2)-3) mit so viel Kämpferherz ausgestattet war und Denis Boytsov nicht nur dominierte, sondern auch zu 2 Bodenbesuchen zwang.

Wladimir_Klitschko_vs._Alex_LeapaiDer damalige Kampf endete mit einem niederschmetternden Punkturteil für Denis Boytsov. Die Leistung beider Boxer wurde mit 98:90 und 2x 96:92 zugunsten des Australiers bewertet. Die in Boytsov gesetzten Erwartungen wurden in keiner Weise erfüllt. Woran es lag, muss man jetzt nicht mehr im Einzelnen auseinander nehmen. Auf jeden Fall hatte man den Kampfgeist Leapais unterschätzt. Mit diesem Sieg erwarb Leapai das Recht, WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko herauszufordern. Dieser Kampf am 26. April in Oberhausen wird wohl der größte seines Lebens. Nicht nur weil es ein WM-Kampf ist, sondern weil annehmen kann, dass der Freizeitboxer aus Downunder der größte Geldsegen erwartet, den er jemals erlebt hat oder jemals wieder erleben wird.

Ursprünglich war geplant, dass Leapai noch im Dezember oder Januar einen Kampf gegen den russischen Riesen Evgeny Orlov einschiebt um sich optimal auf den 1,98 m großen Klitschko einzustellen. Leapai selbst ist nur 1,83 m groß und hat dementsprechend auch eine viel geringere Reichweite. Der Kampf kam allerdings nicht zustande und Orlov kämpft stattdessen am 28. März gegen Okello Peter um den vakanten Titel des „WBC-Asia Council International“. David Tua lehnte es ab, sich als Sparringspartner zur Verfügung zu stellen, doch kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass Leapai die geeigneten Sparringspartner gefunden hat um sich ausgiebig auf den „Kampf seines Lebens“ vorzubereiten.

Alex Leapai äußerte sich zum Kampf gegen Klitschko gegenüber den Internet-News von „The Courier-Mail“:

„Klitschko ist ein großer Champion, aber nachdem ich gegen ihn gekämpft habe, kommen alle seine Gürtel mit mir nach Brisbane. Ich werde ihn bombardieren und so viel Druck aufbauen, dass er nicht mehr weiß wo er ist. Er spricht davon, dass alle Titel im Besitz seiner Familie sind (Dezember 2013). Es sind Multimillionäre. Das ganze Leben meiner Familie war schwer. Jetzt ist es an der Zeit für mich, das zu ändern. Ich werde ihn im Namen von ganz Australien und Samoa (Geburtsort Leapais) schlagen.“

Weiter spricht er davon, dass er „die Welt schocken“ wolle, auch das hört man nicht zum ersten mal. Trainer/Manager Noel Thornberry hingegen spricht erstmal davon, dass der Kampf einen 7-stelligen Betrag für den Geldbeutel des Australiers bringen wird. Thornberry weiter:

„Wladimir wird einen hohen Preis zahlen. Ich glaube daran, dass Alex eine gute Chance hat, den Weltmeister auszuknocken. Ich glaube nicht, dass Klitschko ein gutes Kinn hat und er hasst es, unter Druck zu geraten. Wir gehen zuversichtlich in den Kampf.“

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Was wir erwarten können, ist ein WM-Kampf, der sich gewiss nicht wesentlich von den bisherigen Klitschko-Kämpfen unterscheiden wird. Auch wenn Alex Leapai hoch motiviert in den Kampf geht und vielleicht stürmischer und mutiger gegen den Weltmeister anrennen wird, auch selbst wenn er mehr vertragen kann als manch anderer – das Ergebnis ist erwartungsgemäß das gleiche wie immer. Wladimir Klitschko wird hauptsächlich mit seinem Jab arbeiten, den er auch gerne mal als Distanzhalter zu seinem Gegner stehen lässt. Greift Leapai an, stellt Klitschko sich auf die Zehenspitzen, hebt beide Arme und lässt Leapais Kopf wahlweise unter die linke oder rechte Achselhöhle rutschen. Da wird er dann eingeklemmt und runter gedrückt. Das Ganze natürlich ohne wesentliche Ermahnung. Klitschko übt sich einmal mehr in der Kampfverhinderung, punktet ein wenig mit dem Jab oder streut ab und zu mal eine Rechte über Cross als Wirkungstreffer ein. Der mutig anrennende Leapai wird sich seine Börse redlich verdienen, aber es käme einem Wunder gleich, wenn er seine Absichten verwirklichen und die 4 WM-Gürtel mit nach Australien nehmen könnte. Dennoch, man möchte es ihm fast wünschen.

Vor ein paar Tagen hat auch Wladimir Klitschko ein Statement zu seinem Gegner und zu dem WM-Kampf abgegeben. Allerdings muss man bei ihm fast glauben, er spult dabei immer wieder die gleichen Textbausteine ab wie vor jedem Kampf:

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