Nachbericht: 100 Jahre BC Sportmann
100 Jahre BC Sportmann! Zum Geburtstag von Hamburgs ältestem Boxverein war reichlich Prominent in der Hamburger Messehalle B7 erschienen. Neben DBV Präsident Jürgen Kyas, der sich kurz vor der DM noch einmal Zeit für eine Reise nach Hamburg genommen hatte, fanden auch Fritz Sdunek, Jürgen Blin, Artur Grigorian, Christian Hammer mit Promoter Erol Ceylan, Oktay Urkal und Rotlicht-Größe Kalle Schwensen den Weg zum Jubiläum.
Kadetten, 54 Kilo
Im ersten Kampf des Tages trafen Volkan Kahveci (Finkenwerder) und Kuitim Ibishi (Box-Out) aufeinander. Kahveci eroberte relativ schnell den Vorwärtsgang, während sich Ibishi auf flinke Beinarbeit und Konter konzentrierte. Klar absetzen konnte sich zunächst keiner der Beiden. In der 2. Runde konnte Kahveci den Kampf mehr in den Infight verlagern, wo er mit seinen Körpertreffern die bessere Arbeit leistete. Ibishi war bemüht, verlor in dieser Phase aber seine Linie. Auch in der 3. Runde erwies sich die Kampfstärke von Volkan Kahveci als bestimmendes Element. Ibishi brachte zwar einzelne Konter unter, fand sich aber zu häufig in der Nahdistanz wieder. Am Ende siegte Volkan Kahveci nach Punkten.
Junioren, 66 Kilo (Sparring)
Anschließend waren Kaan Sevci (Box-Out) und Mehmet Atic (TH Eilbek) an der Reihe. Sevci startete offensiv und kam mit einigen schönen Körperhaken ins Ziel. Atic antwortete aber mit sehr schnellen, präzisen Kombinationen, welche die klareren Treffer zustande brachten. Auch im 2. Durchgang zeigte Sevci gute Ansätze, agierte aber teilweise zu offen und fing sich auf diese Weise harte Konter. In der 3. und letzten Runde konnte der Eilbeker seine überlegene Kondition ausspielen und mehrere harte Treffer ins Ziel bringen. Sevci zeigte sich aber sehr beherzt und war bis zum Ende gut mit dabei. Ein starker Auftritt von beiden Talenten.
Junioren, 66 Kilo (Sparring)
Danach boxte Rami Hasanei (TH Eilbek) gegen Kahlil El Omari (Lübeck). Hasanei startete sehr offensiv und arbeitete ohne Unterlass mit seiner Links-Rechts Kombination, die El Omari vor sich her trieb. Der Lübecker blieb recht verhalten, brachte kurz vor dem Gong aber einen harten Konter ins Ziel, der Hasanei etwas vorsichtiger agieren ließ. Auch in der 2. Runde war der Eilbeker sehr offensiv und konnte seinen Kontrahenten mit schierer Aktivität und einer variablen Offensive in eine defensive Taktik drängen. So kam es, dass der Kampf relativ einseitig verlief. Im 3. und letzten Durchgang konnte El Omari seine Taktik ein wenig anpassen und mit seinem linken Haken zum Erfolg kommen. Hasanei fuhr seine Schlagfrequenz nun ein wenig zurück, sodass der Kampf ausgeglichener wurde.
Junioren, 60 Kilo
Nun kam es zum Duell zwischen Nenand Stancic (Fischbek) und Emin Karimli (Seelze). Stancic kam zu Beginn mit seinem linken Körperhaken zum Erfolg und holte sich die erste Runde mit kontrolliertem Druck und der klareren Kampfgestaltung. In der 2. Runde blieb dieses Muster erhalten. Karimli bemühte sich zwar um ein wenig mehr Aktivität, konnte aber kaum klare Treffer landen. Stancic spielte seine Erfahrung aus und holte sich auch diesen Durchgang mit seinen schweren Haken. In der 3. Runde blieb Stancic der Bessere. Highlight der Runde war, als beide Kämpfer das Trennkommando ignorierten und sich noch einen Schlagwechsel lieferten. Am Ende siegte Nenand Stancic verdient nach Punkten.
Junioren, 60 Kilo (Sparring)
Anschließend kollidierten Kaan Yildiz (Lübeck) und Rifat Kwasniak (Box-Out). Kwasiak bestimmte das Gefecht aus der Distanz, ohne allzu entschlossen nachzusetzen. Dementsprechend war in der 1. Runde noch nicht sonderlich viel los. Auch in der 2. Runde konnte Kwasiak aus der Distanz heraus die besseren Treffer landen. Yildiz war durchaus beherzt, vermochte es aber zu selten, die Distanz zu überbrücken. Im 3. und letzten Durchgang wurde der Kampf ein wenig enger, da Yildiz nun einige Male an seinen Gegner heran kam und seine Haken ins Ziel brachte. Dennoch blieb Kwasiak der effektivere Boxer.
Jugend, 81 Kilo
Im letzten Kampf vor der Pause trafen Marcel Hoffmann (BC Sportmann) und Mohammad Hani (Box-Out) aufeinander. Hoffmann startete offensiv und konnte zunächst einige wilde Schlagserien ins Ziel bringen. Dabei powerte er sich aber ein wenig aus, sodass Hani gegen Ende der Runde aufkam. Auch im 2. Durchgang hatte sich Hoffmann noch nicht wieder erholt, sodass Hani ein rasches Anzählen erzwingen konnte. Kurz darauf brach der Ringrichter den Kampf wegen Überlegenheit ab.
Elite, 69 Kilo
Nun kam es zum Duell zwischen Bujar Murseli (TH Eilbek) und Schahab Rahimi (Box-Out). Es entwickelte sich ein enges Gefecht. Murseli war aggressiver, musste im Infight aber so manchen Aufwärtshaken des Box-Out Kämpfers einstecken. In der 2. Runde fand Murseli zunächst mit einigen Körpertreffern rein, ehe Rahimi wieder aufkam und seine Aufwärtshaken ins Ziel brachte. Die Rechtsauslage von Rahimi schien dem Eilbeker nicht unbedingt zu liegen. Erschwerend hinzu kam ein (Etwas zu schneller) Punktabzug wegen Haltens. In der 3. Runde kassierte auch Rahimi einen Punktabzug. Boxerisch war der Kampf nun recht eng. Beide Boxer hatten in den Schlagabtäuschen klare Treffer drin. Am Ende siegte Bujar Murseli knapp nach Punkten.
Elite, 81 Kilo
Anschließend bekam es Ammar Abduljabbar (TH Eilbek) mit Armenak Hovhanesyan (Seelze) zu tun. Hovhanesyan hatte es trotz seiner 129 Kämpfe recht schwer. Abduljabbar startete sehr stark und konnte mit konstantem Druck und harten Leberhaken zum Erfolg kommen. Auch in der 2. Runde war Abduljabbar dominant. Hovhannesyan fand keinen wirklichen Zugang zum Kampf und kassierte mehrfach den linken Haken sowie weitere Körpertreffer des Eilbekers. Wenn der Kämpfer aus Seelze aktiv war, wich Abduljabbar mit schönen Meidbewegungen aus (Siehe Foto) Dieses Muster blieb auch im 3. und letzten Durchgang erhalten. Abduljabbar brachte harte Kopf- und Körpertreffer ins Ziel, während Hovhannesyan kaum schlug und sich stattdessen aufs Überstehen des Kampfes konzentrierte. So kam es, dass Ammar Abduljabbar verdient nach Punkten siegte und einen starken Eindruck hinterließ.
Junioren, 80 Kilo (Sparring)
Jetzt kam die Stunde von John Schulte (BC Sportmann) und Agassi Badalyan (Seelze). Der deutlich leichtere Schulte zeigte ordentliches Distanzboxen und schien der bessere Techniker zu sein. Wenn Badalyan allerdings nach vorne ging, musste der Hamburger stets auf der Hut sein. In der 2. Runde ließ Badalyans Kondition nach. Schulte konnte den Kampf nun aus der Distanz bestimmen und mehrfach seinen linken Körperhaken ins Ziel bringen. In der 3. und letzten Runde konnte Schulte zunächst mit seinem Jab zum Erfolg kommen, ehe Badalyan einen Schlussspurt in Angriff nahm, welcher einige Treffer beinhaltete.
Jugend, 64 Kilo
Vladimir Kerner (TH Eilbek) traf anschließend auf Erdison Zani (Box-Out). Beide Kämpfer sind Rechtsausleger. Kerner konnte zu Beginn die klareren Treffer landen. Zani hatte einzelne Konter hin, hatte den schnellen Kombinationen des Eilbekers aber eher wenig entgegen zu setzen. Auch in der 2. Runde war der technisch versierte Kerner überlegen. Zani war bemüht, war in den einzelnen Schlagabtäuschen aber meist einen Tick zu langsam. Im 3. Durchgang kam Zani ein wenig auf und konnte sich über die Aktivität Vorteile verschaffen. Kerner war in dieser Phase ein wenig zu passiv, konnte aber noch einen Punktsieg ins Ziel retten.
Junioren, 64 Kilo
Anschließend waren Mert Akgül (Seelze) und Jonathan Mendez (Box-Out) an der Reihe. Es entwickelte sich ein enges Gefecht, zu dessen Beginn sich keiner der beiden Kämpfer klar absetzen konnte. Der beste Treffer der Runde war eine harte Rechte von Akgül, die kurz vor dem Gong erfolgte. In der 2. Runde kam Akgül mehrfach hart mit seiner Links-Rechts Kombination durch. Mendez litt nun unter Nasenbluten, suchte aber unbeirrt seine Chance. Während der 3. Runde war Akgül weiterhin der Bessere. Mendez bemühte sich zwar, fand aber zu selten die richtige Distanz. Zudem kassierte er noch einen Punktabzug wegen Haltens. Am Ende siegte Mert Akgül verdient nach Punkten.
Junioren, 60 Kilo
Zum Abschluss boxten Simon Spanuth (Seelze) und Jowani Ciwinski (Box-Out). Spanuth war darum bemüht, Druck aufzubauen und arbeitete viel mit seinem rechten Jab. Ciwinski wusste sich aber meist zu entziehen und holte sich die Runde mit seinen präzisen Kombinationen. Auch in der 2. Runde war der Hamburger boxerisch überlegen. Ciwinski machte nicht viel, lieferte dafür aber Qualität ab, sobald er seine Konter brachte. Spanuth war zwar bemüht, fand aber einfach nicht die richtige Distanz. Im 3. und letzten Durchgang konnte Ciwinski weiterhin bestimmen. Obwohl der Gast aus Seelze sehr kämpferisch auftrat, wuchs der Vorsprung des Hamburgers weiter an. So kam es, dass Jowani Ciwinski klar nach Punkten siegte.



