Umar Salamov – Ein neuer Stern am Boxhimmel?

Salamov

Es ist vermessen zu sagen, ein 19-jähriger Boxer wäre schon jetzt ein „Star“, nur weil er eine makellose Bilanz von 11(10)-0-0 vorzuweisen hat. Umar Salamov ist ein in der Ukraine lebender Russe, der im Halbschwergewicht boxt und bei K2 Promotions (Ukraine) unter Vertrag steht. Sein Manager Alexander Krassyuk, hat neben ihm noch andere vielversprechende Boxer unter Vertrag, die bereits auf dem internationalen Parkett einen guten Namen haben.

Nach seinem Profidebüt im Dezember 2012 und einigen guten Aufbaukämpfen folgte nach knapp einem Jahr im 8. Profikampf ein Gefecht gegen den Uzbeken Ravshan Djabbarov um den Juniorentitel der IBO. Salamov gewann diesen Kampf. Die Entscheidung fiel in Runde 6 wegen einer Cutverletzung des Uzbeken. Das war nicht der beste Kampf, weil Djabbarov sich wegen seinem Cut nicht voll entfalten konnte, aber immerhin ist so ein Titelgewinn ein Achtungszeichen. Nach einem weiteren Kampf, den er diesmal durch TKO 2 gegen den 18-jährigen Georgier Paata Aduashvili gewann, folgte im April 2014 der nächste Streich. Ein Kampf gegen Gasan Gasanov um den Juniorentitel der WBO. Hier war Salamov durch TKO 4 erfolgreich.

salamov plakatBei dem Kampfstil, den Salamov hat und meistens durchsetzt, fühlt man sich ein wenig an Sergey Kovalev erinnert. Dieses Vorwärtsgehen und den Gegner beschäftigt halten nervt die jeweiligen Kontrahenten so sehr, dass sie nicht dazu kommen, ihren eigenen Kampf zu finden. Gerade in dem Kampf gegen Djabbarov fällt auf, dass der zu gar keiner eigenen Linie findet, weil Salamov ihn ständig beschäftigt und ihm seinen Kampf aufzwingt. Ein paar harte Treffer eingestreut, zermürbt Salamov bisher jeden Gegner früher oder später.

Sein Trainer Uvais Baysangurov und das K2 Team sind mit ihm bis jetzt sehr zufrieden. Doch ist diese Art zu kämpfen und den Gegner zu dominieren nur dann möglich, wenn ein schwacher Boxer gegenüber steht? Wie wird das aussehen, wenn er mit jemand im Ring steht, der ebenso dominant kämpfen kann? Hier kann man ein Beispiel nennen, auch wenn das keinen Queervergleich ergibt. Der Brite Nathan Cleverly ist vielen noch aus den Kämpfen gegen Karo Murat und Robin Krasniqi bekannt. Er galt als schwer zu boxen und er machte durch cleveres Boxen seinem Namen alle Ehre. In einer freiwilligen Titelverteidigung gegen „Krusher“ Kovalev wurde er in wenigen Runden zerbröselt und musste völlig überraschend seinen WBO-Gürtel an den Russen abgeben. Diesen Russen hatten die britschen Fans noch kurz vor diesem Kampf völlig selbstsicher als „russian Pussy“ betitelt. Niemand glaubte, dass ihr Held schlagbar wäre. Cleverly dachte nach diesem Desaster sogar darüber nach, seine Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen.

Bei dem noch jungen Umar Salamov steht so eine echte und entscheidende Herausforderung noch aus. Es wird sich aber herausstellen, ob er auch guten Boxern auf Augenhöhe seinen Stil aufzwingen kann oder schon bald an einen Gegner kommt, der ihn selbst an seine Grenzen bringt. Salamov soll demnächst in Grozny auf der Undercard des WBA-WM Kampfes zwischen Chagaev und Oquendo kämpfen. Man darf gespannt sein, welcher Gegner aufgeboten wird und ob Salamov ein weiteres Opfer findet oder Gefahr läuft, selbst zum Opfer zu werden. Schafft er es wie Kovalev seinen Gegnern seinen Stil aufzudrängen, wird er ein neuer Stern am Boxhimmel. Schafft er es nicht, wird er verglühen wie ein Komet.

Hier ein Promoclip, der Salamov natürlich in den besten Kampfszenen zeigt. Dann der Kampf gegen Ravshan Djabbarov, wo Salamov eindeutig seine dominante Rolle spielen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=cI1KVafe7wM