Am 17. Januar, also genau am Tage des 73. Geburtstages von Schwergewichtslegende Muhammad Ali, geht es im MGM Grand Hotel Las Vegas zwischen dem Kanadier Bermane „B.Ware“ Stiverne (24(21)-1(1)-1) und dem Amerikaner Deontay „The Bronze Bomber“ Wilder (32(32)-0-0) um den Gürtel des Weltverbandes WBC. Der „Champ“ oder „The Greatest“ Ali war WBC-Weltmeister, als der jetzige Titelträger Stiverne und sein Herausforderer Wilder noch nicht einmal geboren waren.

Dieser Kampf unter dem Namen „Return to Glory“ wird seit mehr als 10 Jahren der erste WBC-Titelkampf im Schwergewicht, den man endlich wieder einmal mit Spannung entgegen sehen kann. Sieht man vom letzten Kampf Stivernes gegen Arreola und den handverlesenen Gegnern Vitali Klitschkos ab, gab es die letzten wirklich guten WBC-Kämpfe, als Lennox Lewis noch Weltmeister war.

Doch was kann man erwarten? Gibt es einen Favoriten in diesem Kampf? Nein, gewiss nicht. Man kann bestenfalls Mutmaßungen äußern und an verschiedenen objektiven Voraussetzungen und subjektiven Anzeichen zu einer Meinung kommen. Diese Meinungen werden selbstverständlich bei den Fans der beiden Boxer meilenweit auseinander liegen.

Die Fans des Titelträgers werden ins Feld führen, dass Stiverne in den letzten beiden Kämpfen mit Chris Arreola wenigstens ein Gegner gegenüberstand, der stark war und tatsächlich gewinnen wollte. Stiverne ist trotz seiner 36 Jahre mit erst 26 Kämpfen noch relativ unverbraucht. Er boxte in den letzten 3 Jahren jeweils nur einmal und wird in der BoxRec-Wertung trotzdem weitaus besser eingestuft, weil er auch mit weniger Kämpfen bisher die besseren Gegner geschlagen hat.

Was entgegnen die Wilder-Fans darauf? Natürlich wird als erstes der makellose Kampfrekord ins Feld geführt. Eine 100% KO-Quote spricht für sich. Ist das wirklich so? In 32 Kämpfen 32 Siege. Das kann sich sehen lassen. Viel mehr ist nicht festzustellen. Doch ein Blick auf die bisherige Gegnerschaft und die manches Mal all zu schnellen Siege sollten einen nüchternen Beobachter schon etwas skeptisch machen. Bösen Gerüchten zufolge soll Wilder sogar mit dem Gedanken gespielt haben, sein Pflichtherausforderungsrecht für einen Millionenbetrag an Wladimir Klitschko zu verkaufen.

Lassen wir uns einfach mal überraschen, wer am 17. Januar in Las Vegas als Sieger den Ring verlässt. Vielleicht sind auch beide Boxer überbewertet und erweisen sich demnächst als hoch gepuster Hype? Das Boxjahr 2015 wird auf jeden Fall mit diesem ersten 5 Sterne Kampf gut eingeläutet. Und: Muhammad Ali, der „größte Champ aller Zeiten“, hat an seinem Geburtstag gewiss ein unterhaltsames Fernsehprogramm. Mögen die Box-Spiele 2015 beginnen!

Wer live dabei sein will: Die Tickets sind für relativ humane Preise von $ 500, $ 350, $ 250, $ 125 oder $ 50 unter www.mgmgrand.com oder www.ticketmaster.com zu bekommen.