Sergio Gabriel Martinez vs Miguel Cotto – WBC-WM im Mittelgewicht am 7. Juni

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Kaum ein Kampf ist mit so vielen Fragezeichen versehen wie dieser. Erst einmal geht es schon darum, dass beide Boxer vom Gewicht her gar nicht recht zueinander passen. Während Martinez bereits seit 2009 im Mittelgewicht unterwegs ist, kämpfte Cotto zu dieser Zeit noch im Weltergewicht und später im Halbmittel. Dazu kommen 8 cm mehr Größe und 15 cm mehr Reichweite. Letzteres mag nicht unbedingt ausschlaggebend sein, doch rundet es das Bild ab. Jetzt will man sich bei einem vereinbarten „Catchweigt“ von 159 Pfund treffen, um diesen Kampf unbedingt durchzuziehen.

Martinez ist gesundheitlich angeschlagen. Wenn man es deutlich sagen will: sein Körper ist verbraucht und verschlissen. Wäre er ein normaler Arbeiter und nicht Berufsboxer, würde er vielleicht sogar als berufsunfähig gelten. Nach seiner Niederlage 2009 gegen Paul Williams begann noch einmal so etwas wie eine „Primetime“ (wenn man es so nennen kann). Er siegte 2010 nach Punkten gegen Kelly Pavlik und holte sich dabei die WM-Titel von WBC und WBO. Danach kam die Revanche gegen Williams, die er durch KO 2 für sich entschied. Im darauf folgenden Jahr konnte er die bis dahin unbesiegten Serhy Dzinziruk und Darren Barker vorzeitig bezwingen.

Der Kampf gegen Macklin wurde wegen Verletzungen Macklins nach Runde 11 von seinem Trainer aufgegeben. Im 2. Kampf des Jahres 2012 gegen Julio Cesar Chavez jr. gab es einen Punktsieg, der viel zu hoch zu seinen Gunsten ausfiel, doch Martinez war nach diesem Kampf übel mitgenommen. Es mussten neben Cutverletzungen auch einen angebrochene Hand und ein Bänderriss im rechten Knie behandelt werden. Der bisher letzte Kampf gegen Martin Murray war nicht mehr ganz so überzeugend und das Urteil von 3x 115:112 nicht ganz verdient. Verloren hat er diesen Kampf nicht, aber mit einem 114:113 oder einem Draw hätte er sich auch zufrieden geben müssen. Das wollte man ihm offenbar vor heimischem Publikum, bei einer Freiluftkulisse mit 40 000 Zuschauern ersparen. Beim Aufstehen nach einen knock down hatte er sich in diesem Kampf wieder am Knie verletzt.

Sergio Maritez sagte in einem Interview mit dem „Ring-Magazine“:

„Es ist nicht einfach, sich auf einen Kampf vorzubereiten mit diesen Beschwerden, die ich bei der Vorbereitung für einen WM-Kampf habe. Ich trainiere mit Gelenkschmerzen, Schmerzen im Knie und Schulterschmerzen. Ohne meine Physiotherapeutin, Dr. Raquel Bordons, würde ich heute nicht in der Lage sein zu trainieren und würde wahrscheinlich aufgrund meiner Verletzungen in den Ruhestand gehen. Ich trainiere sechs Tage die Woche im Schnitt acht Stunden am Tag und habe ständig Schmerzen.“

Kurze Zeit später sagte er aber, dass er sich gut fühle und bereit für den Kampf gegen Cotto. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Aussagen klang das dann so:

„Meine Knie fühlen sich großartig an. Ich laufe jeden Morgen auf dem Laufband. Es war ein großartiges Trainingslager und ich fühle mich großartig und habe mich eine lange Zeit nicht so gut gefühlt. Die Erholung war sehr schmerzhaft. Ich war für neun Monate auf Krücken angewiesen und es ist sehr schwer, da wieder zurück zu kommen.“

Was soll man davon halten? Ist Martinez wirklich fit für den Kampf oder stapelt er einfach nur absichtlich tief um Cotto in Sicherheit zu wiegen? Man kann darauf gespannt sein, wer mit welcher Strategie in diesen Kampf geht. Werden Martinez Knie und Schultern halten oder bricht er sich wieder eine Hand? Oder spekuliert er darauf, dass auch Cotto Schwachstellen hat? So mancher Kampf war ja auch schon wegen einer Cutverletzung vorzeitig vorbei. Nichts ist unmöglich.

Hier ein Clip zum bevorstehenden Kampf: