von | 25. März 2014 | Profiboxen, Titelstories

Sergey Kovalev vs Cedric Agnew – 29. März Atlantic City

kovalev gürtel

Ganz so einfach ist es scheinbar für Kovalev nicht mehr, arglose Gegner zu finden. Spätestens seitdem er in einer freiwilligen Titelverteidigung den britschen WBO-Weltmeister Nathan Cleverly regelrecht auseinander geschraubt und vernichtet hat, sollte klar sein aus welchem Holz dieser Russe geschnitzt ist. Von englischen Fans kurz vor dem Kampf noch als „Russian Pussy“ verspottet, hat er gezeigt mit welcher brachialen Gewalt er seinen Stil durchzieht. Nach dem überraschenden Titelgewinn gegen Cleverly, waren nicht nur die Engländer entsetzt.

Kaum war Kovalev WBO-Weltmeister, hat man bei Sauerland freiwillig auf das Pflichtherausforderungsrecht verzichtet, mit dem Jürgen Brähmer „seinen“ WM-Gürtel zurück erobern wollte, den er 2009/10 inne hatte und kampflos abgeben musste. Der Weg über das Ausboxen eines vakanten WBA-Titels wieder zum WM zu werden schien weniger risikoreich, als sich von Kovalev zu Kleinholz verarbeiten zu lassen. Im Sinne von Brähmer, Sauerland und eigentlich des deutschen Boxsports eine kluge und richtige Entscheidung. Wer es unbedingt so sehen will, wird sagen, dass man Kovalev aus dem Weg gegangen ist – mag sein. Aber diese Entscheidung war richtig. Auch IBF-Weltmeister Bernard Hopkins, der gegen Cleverly antreten wollte, ist von einem Titelvereinigungskampf nichts mehr zu hören, seit Kovalev WBO-Weltmeister ist.

kovalev vs agnew1Man darf gespannt sein, ob es Sergay Kovalev auch diesmal gelingt, seinen Gegner schon in den ersten Runden zu schlagen. Im vergangenen Jahr absolvierte Kovalev 4 Kämpfe. Im Januar fertigte er Gabriel Campillo mit TKO 3 ab, ebenso im Juni Cornelius White, im August brauchte er 4 Runden um WBO-Weltmeister zu werden und im November dauerte es keine 2 vollen Runden bis er Ismayl Sillah „schrankfertig“ hatte.

Was sollte ein Cederic Agnew besser können als die vorigen Gegner? Mit einer KO-Quote von 50% ist er nur gefährlich für schwache Gegner. Ob er ein technisch guter Boxer ist, spielt gegen Kovalev keine Rolle, weil Kovalev ihm seinen Stil so oder so aufzwingen wird. Hört man ihm zu, entsteht leicht der Eindruck eines etwas arglosen Boxers, der vielleicht gar nicht genau weiß auf was er sich da eingelassen hat. Die Frage in diesem Kampf ist sicher nicht wer gewinnt, sondern in welcher Runde Agnew KO geht.

Die einzigen wirklichen Herausforderungen, die Sergey Kovalev zu bestehen hätte, wären Kämpfe gegen die beiden Kanadier Jean Pascal und Adonis Stevenson. Einen Kampf gegen Pascal kann er gewiss locker gewinnen, wenn es ihm auch da gelingt, seinen Gegner in den ersten Runden mit harten Treffern zu zermürben, während es gegen Adonis Stevenson höchstwarscheinlich ein Glücksspiel werden könnte, wer da wen am schnellsten kurzzeitig ins Reich der Träume schicken kann.

Hier 2 Clips, die Herausforderer Agnew zeigen und darunter ein kurzer Kovalev-Promoclip.

http://youtu.be/vwaTxr_rbGU

http://youtu.be/9FOqR6SFWhM

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