Saul Alvarez vs Erislandy Lara – Kampf um „Honor & Glory“ am 12. Juli in Las Vegas
Die beiden besten Boxer des Halbmittelgewichts werden am 12. Mai gegeneinander antreten. Dieser Fight ist der heimliche Hauptkampf der Veranstaltung im MGM Grand Las Vegas, obwohl es nach bisherigem Stand dabei um keinen Titel geht. Promoter Richard Schäfer (Golden Box Promotions) bietet hier zusammen mit dem Pay-TV Sender Showtime eine Fightcard auf, die sich auch ohne Kämpfe in den höheren Gewichtsklassen sehen lassen kann. Neben 3 Titelkämpfen gibt es 2 weitere Fights auf hohem Niveau zu sehen.
Ein in Stein gemeißelter Favorit ist zwischen dem Mexikaner Alvarez und dem Kubaner Lara nicht auszumachen. Hier werden die jeweiligen Fangruppen ihre eigene Meinung haben. Auch ein Queervergleich bringt kaum Aufschluss. Beide haben vor Kurzem gegen Alfredo Angulo gekämpft und gegen ihn in Runde 10 vorzeitig gewonnen. Lara musste in seinem Angulo-Kampf zweimal zu Boden, gewann aber trotzdem, weil Angulos Augen zuschwollen und deswegen nicht mehr kampffähig war. Alvarez besiegte Angulo, weil Ringrichter Tony Weeks den Kampf in Runde 10 nach einem Kopftreffer beendete und Angulo stehend aus dem Kampf nahm. Weder für Angulo noch die Zuschauer war diese Entscheidung in diesem Moment richtig nachvollziehbar. Weeks sah den Abbruch als gerechtfertigt an und wird seine Gründe dafür gehabt haben.
Im Vorfeld dieses Spitzenduells im Halbmittelgewicht gab es bereits jede Menge Medienauftritte. Man scheut keine Mühe um in Videoclips und Internetartikeln auf diesen Kampf aufmerksam zumachen. Aus Mangel an aussagekräftigen Argumenten für eine gute Prognose wird dann auch schon mal geklärt, wie beide Boxer zu ihren Kampfnamen kamen. Saul „Canelo“ Alvarez sagt, sein Trainer habe ihn bereits mit 12 oder 13 Jahren „Canelito“ (kleiner Zimt) genannt. Daraus wurde später den Name „Canelo“. Dieser Name wurde zu seinem Markenzeichen, seit er in den USA kämpft. Erislandy „The American Dream“ Lara hat eine weitaus schwülstigere Erklärung für seine Namensgebung. Er sei in seiner kommunistischen Heimat Kuba ein Nichts gewesen und habe seine ersten festen Schuhe erst mit 8 Jahren bekommen. Weiter sagt Lara, dass sein Land von einem skrupellosen Diktator regiert wird und er sein Leben riskiert habe um von dort durch Hai-verseuchte Gewässer zu fliehen. Er habe seine Träume erst in den USA verwirklichen können und nennt sich deshalb „The American Dream“. Das ist genau das, was man in den USA von einem Ex-Kubaner hören will.
Man muss sich weit aus dem Fenster lehnen, wenn man für diesen Spitzenkampf tatsächlich eine Prognose abgeben will. Vielleicht helfen ein paar Zahlen und einige, wenn auch subjektive Wahrnehmungen weiter. Beide Boxer sind nicht umsonst laut BoxRec die besten ihrer Gewichtsklasse. Der 31-jährige Lara hat bisher erst 22 Kämpfe gemacht und musste dabei lediglich eine äußerst knappe Punktniederlage hinnehmen. Der 23-jährige Alvarez hat bisher bereits 45 Kämpfe absolviert und verlor auch nur einen Kampf nach Punkten. Ein Kampf endete mit einem Unentschieden. Der verlorene Kampf gegen Floyd Mayweather jr und der Kampf gegen Angulo, in dem er vielleicht etwas bevorteilt wurde, zeigen leichte Schwächen von Alvarez. Erislandy Lara zerstörte Angulo und im folgenden Kampf besiegte er Austin Trout durch ein eindeutiges Punkturteil. Auf der einen Seite stehen bei Alvarez seine jungen Jahre und eine doppelt so hohe Kampferfahrung. Auf der anderen Seite schlagen bei dem älteren Lara eine gewisse Unverbrauchtheit und eine aufsteigende Tendenz bei seinen Leistungen zu Buche. Dieser Kampf ist nicht vorher ausrechenbar. Die bessere Tagesform und ein besserer Gameplan werden entscheidend sein. Vielleicht tendiert der Zeiger ein wenig zu Gunsten von Lara. Wem am Ende Ruhm und Ehre zustehen, kann man erst nach dem Kampf sagen.
Hier ein paar bewegte Bilder zur Einstimmung auf den Fight am 12. Juli:




