Sebastian Formella vs Robizon Omsarashvili

Am Samstagabend fand in Hamburg eine wahrhaft ergiebige Veranstaltung statt. Sebastian Formella konnte im Hauptkampf einen Sieg für die Hansestadt einfahren, während Misha Manukyan und Alicia Melina Kummer empfindliche Niederlagen verkraften mussten. Die restlichen der insgesamt 24 Kämpfe wechselten sich in der Qualität ab, ergaben aber letztendlich eine sehr unterhaltsame Veranstaltung, welche alle Facetten des Sports zur Schau stellte. 

Bartosz Szwarczynski, 5(4)-24(23)-0 vs. Pawel Rafelski, 1(1)-0-0

Cruisergewicht: Im ersten Kampf des Abends trafen zwei polnische Cruisergewichtler aufeinander. Debütant Rafelski erwies sich rasch als besserer Techniker. Immer wieder kam das Talent zu klaren Treffern und zeigte dem Publikum vor allem hervorragende Körperarbeit. Diese erwies sich auch rasch als wirkungsvolle Waffe. Gleich zweimal musste Szwarczynski nach Körpertreffern in den Ringstaub. Zwar stand der Journeyman beide Male wieder auf, schaffte es aber nicht mehr, zur zweiten Runde anzutreten. Auf diese Weise siegte Pawel Rafelski durch RTD und feierte einen erfolgreichen Einstand als Profi.

Fahed Hassan, 3(3)-1(0)-1 vs. Petr Benes, 0-1(1)-0

Weltergewicht: Im nächsten Kampf konnte der Koblenzer Fahed Hassan einen schnellen Sieg für sich verbuchen. Mit dem debütierenden Tschechen Petr Benes hatte der Deutsche eine durchaus machbare Aufgabe vor den Fäusten. Nach einigen Jabs hatte Hassan die richtige Distanz gefunden und landete eine krachende Links-Rechts Kombination, welche Benes zu Boden schickte und den Kampf beendete. Ein schnelles Ende, welches dem Koblenzer seinen dritten Knockout bescherte.

Loyman Bajvanovic, 1(1)-0-0 vs. Ibrahim Khodr, 0-3(3)-0

Halbschwergewicht: Im nächsten Kampf folgten zwei Boxer, die kurzfristig eingesprungen waren, um ein ausgefallenes Duell zu ersetzen. Bajvanovic bearbeitete rasch den Körper von Khodr. Gleich zweimal musste der beherzte Deutsche nach harten rechten Körperhaken in den Ringstaub. Anschließend zielte der konzentriert nachsetzende Tscheche etwas höher und knockte seinen Gegner mit einem linken Kopfhaken aus. Auch dieser Kampf war also ein schnelles Vergnügen.

Robert Larsen, 2(1)-1(1)-0 vs. Andy Thiele, 2(1)-33(20)-2

Supermittelgewicht: Für Andy Thiele sollte dieser Abend etwas ganz besonderes werden. Der in Magdeburg geborene Journeyman sicherte sich nämlich den zweiten Sieg seiner Karriere, als er den stark eingeschätzten Dänen Robert Larsen durch TKO in der 1. Runde bezwang. Ausschlaggebend war ein tiefer Cut bei Larsen, welcher durch einen rechten Haken Thieles hervorgerufen worden war. So kam es, dass Thiele den Dänen überraschen und sich den Sieg sichern konnte. Auch boxerisch hatte der Deutsche durchaus mitgehalten, sodass der Erfolg auch sportlich begründet war.

Plamena Dimova, 1(1)-0-0 vs. Ladislava Hulobova, 0-1(1)-0

Fliegengewicht: Graciano Rocchigianis Box-Dame Plamena Dimova bekam die wohl schwächste Gegnerin des Abends ab. Ladislava Hulobova entpuppte sich als mutige, aber vollkommen überforderte Dame. Nach dem ersten Jab Dimovas drehte sich Hulobova ab und stellte sich in die Ecke, wo sie unter Schockstarre einen Schlaghagel kassierte. Nachdem Dimova einige Sekunden auf ihre Gegnerin eingeprügelt hatte, beendete der weise Ringrichter den Kampf. Es sollte der schnellste Sieg des Abends werden. Ein vielversprechender Auftritt von Dimova, der man aber sicherlich schon stärkere Gegnerinnen zumuten kann.

Martin Malion Jr, 6(3)-4(2)-1 vs. Azad Dogru, 0-9(9)-0

Halbmittelgewicht: IM nächsten Kampf bekam es Martin Malion mit einem sehr unorthodoxen Gegner zu tun. Der Bremer Azad Dogru war bisher stets KO gegangen, strahlte aber dennoch Gefahr aus. Seine unorthodoxen Konter landeten durchaus einige Male im Ziel, ehe Malions bessere Technik ins Gewicht viel und ein Körpertreffer für den ersten Niederschlag sorgte. Daraufhin setzte Malion nach und konnte Dogru zwei weitere Male in den Ringstaub zwingen, als sich dieser aufgrund des Dauerdrucks Luft verschaffen wollte. An diesem Punkt schritt der Ringrichter allerdings ein und beendete auch dieses Gefecht frühzeitig.

Alexander Frank, 8(6)-0-0 vs. Fridrich Radic, 0-1(1)-0

Schwergewicht: Als nächstes bekam Schwergewichts-Talent Alexander Frank eine im wahrsten Sinne des Wortes schwere Aufgabe vorgesetzt. Sein debütierender Gegner Fridrich Radic erschien mit beachtlicher Leibesfülle im Ring. Dementsprechend dauerte es nicht lange, ehe Frank seinen beleibten Gegner in der Ecke gestellt hatte. Ein variabler Trommelfeuer war die Folge, ehe die tschechische Ecke das Handtuch warf. Somit setzte sich die Serie der Erstrunden-KOs fort.

Dina Thorslund, 4(3)-0-0 vs. Danuta Kruczek, 0-3(3)-0

Superfedergewicht: Die dänische Hoffnung Dina Thorslund hatte mit ihrer polnischen Gegnerin Danuta Kruczek ebenfalls wenig Mühe. Der druckvolle Stil der Dänin erwies sich rasch als geradezu überwältigend. kruczek wurde von mehreren schweren Haken erwischt, taumelte an die Seile und drehte sich hilfesuchend ab. Nachdem Thorslund weitere schwere Hände ins Ziel gebracht hatte, sprang der umsichtige Ringrichter dazwischen und beendete das einseitige Gefecht.

Sascha Kerimov, 13(13)-0-0 vs. Hamze Masemani 1(0)-11(11)-0

Supermittelgewicht: Als nächstes war KO König Sascha Kerimov an der Reihe. Der Deutsch-Kasache konnte seine perfekte KO Quote mit einem flotten Erfolg gegen den beherzten, aber chancenlosen Bremer Hamze Masemani erhalten. Nachdem Kerimov zu Beginn den Körper bearbeitete und damit zwei Niederschläge erzielte, nahm er den Kopf seines Gegners ins Visier. Eine krachende Rechte schickte Masemani in den Ringstaub und veranlasste den Ringrichter zum Abbruch des Kampfes. So kam es, dass auch dieser Kampf durch TKO in der 1. Runde endete.

Vincenco Gualteri, 1(1)-0-0 vs. Oscar Jerzy Borkowski, 0-3(3)-0

Mittelgewicht: Das nächste Talent aus Rockys Boxstall war der Italiener Vincenco Gualteri. Dieser bekam es mit dem tapferen Polen Oscar Borkowski zu tun. Dieser war durchaus willens und schlug beherzt zurück. Dementsprechend ging Gualteri den Kampf erst einmal behutsam an und konzentrierte sich darauf, den Polen auszuboxen. Erst in der zweiten Runde, welche die Zuschauer nun erstmals zu sehen bekamen, zeigte sich, dass Gualteri auch beachtlich zulangen kann. Zunächst schickte er Borkowski mit einem rechten Haken auf die Bretter, ehe er mit einem Leberhaken zum Finish ansetzte. Borkowski kniete mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, als das erlösende Handtuch geflogen kam. Ein solider Einstand für Vincenco Gualteri.

Andreas Malion, 4(1)-4(0)-1 vs. Suleyman Dag, 10(5)-72(49)-0

Mittelgewicht: Rechtsausleger Malion ging als Favorit in den Kampf, hatte zu Beginn aber so seine Probleme mit Dag. Dieser zeigte im Gegensatz zu einigen früheren Kämpfen Überlebenswillen und schlug so manchen Haken, mit dem er Malion ins Leere laufen ließ. In der 2. Runde kam Malion schließlich mit einem linken Haken durch und schickte Dag zu Boden. Er vermochte es allerdings nicht wirklich, daraus Kapital zu schlagen. Dag erholte sich schnell und unterhielt das Publikum mit einigen Showeinlagen, während Malion versuchte, ihn zu erwischen. Auch im 3. Durchgang musste Dag einmal kurz runter aufs Knie, schaffte es aber wieder, sich zu regenerieren. Der restliche Kampf hatte was von „Hase und Igel“, als Dag in einem Fort Haken schlug und Malion stets zu spät kam. Da der Boxer aus Leer allerdings deutlich mehr Kampfeswillen an den Tag legte und die wenigen klaren Treffer für sich verbuchte, strich er selbstverständlich einen verdienten Punktsieg ein.

Sadettin Keser, 1(0)-1(0)-0 vs. Adam Prior, 0-1(0)-0

Supermittelgewicht: Als nächstes bekam es der Koblenzer Sadettin Keser mit dem Polen Adam Prior zu tun. Dieser stellte sich als solide geschulter Rechtsausleger heraus, welcher dem druckvoll agierenden Keser so manchen Konter aufs Auge drückte. Keser konnte mit seinem aggressiven Stil und der höheren Schlagfrequenz allerdings die zwingenderen Aktionen für sich verbuchen und zwang Prior zunehmend seine Distanz auf. Der Pole wehrte sich nach Kräften, kam aber ausschließlich in der 3. Runde zu mehr Treffern. Ansonsten konnte Keser, der anschließend noch mit einem furiosen Schlussspurt Akzente zu setzen wusste, Vorteile herausboxen  und sich letztendlich einen verdienten Punktsieg sichern.

Kim Thomsen, 3(1)-0-0 vs. Köksal Orduhan, 0-29(12)-2

Cruisergewicht: Das dänische Talent Thomsen musste erst einmal eine Schrecksekunde verkraften, als er nach einem wilden Schwinger Orduhans den Boden besuchte. Der Niederschlag wurde allerdings nicht gewertet, sodass Thomsen daraus kein Nachteil entstand. Kurz darauf revanchierte er sich mit einem Haken, welcher Orduhan auf die Bretter schickte. Auch im 2. Durchgang war Orduhan durchaus effektiv. Er holte seine Schläge zwar von weit her, erwischte den statischen Thomsen aber ein ums andere Mal. Hinzu kamen alberne Showeinlagen, welche den Dänen zusätzlich aus dem Konzept brachten. Im 3. Durchgang wurde es dem Ringrichter allerdings zu bunt. Was folgte, war ein Punktabzug für Orduhan. Dieser verlor daraufhin die Konzentration und kümmerte sich fortan darum, Thomsen mit seinen Einlagen schlecht aussehen zu lassen. So kam es, dass Kim Thomsen einen recht unterhaltsamen Punktsieg einfuhr, bei dem er sportlich nicht allzu sehr glänzen konnte.

Dmitri Weimer, 3(1)-1(1)-0 vs. Roman Skerlo, 1(1)-1(0)-0

Mittelgewicht: Als nächstes war der ehemalige Kickboxer Dmitri Weimer an der Reihe. Er kämpfte erstmals nach seiner überstandenen Krebserkrankung und reaktivierte dafür seine Boxkarriere, welche seit 2010 geruht hatte. Sein Gegner Roman Skerlo machte Weimer allerdings das Leben schwer. Der Koblenzer überraschte durch variables Boxen und die höhere Aktivität. Weimer hatte Probleme, sich auf die Körpertreffer des Newcomers einzustellen. In der 2. Runde fand Weimer etwas besser rein, hatte aber immer noch so seine Schwächen. Skerlo war deutlich aktiver und fand immer wieder Lücken in Weimers Deckung. Dieser wiederum hatte starke Einzelhände drin, war aber meist einen Tick zu langsam, um Skerlo zu erwischen. Dies setzte sich auch in der 3. Runde fort, welche die bisher deutlichste für Skerlo war. Erst im 4. Durchgang, als der Koblenzer konditionell nachließ, kam Weimer mit harten Treffern auf und holte noch einmal alles aus sich heraus. Dennoch war der Punktsieg, welchen die Offiziellen Weimer zusprachen, durchaus etwas glücklich.

 Meik Peter Wappler, 1(1)-0-0 vs. Martin Stenski, 2(2)-36(35)-0

Schwergewicht: Als nächstes trat Kiez-Größe „Milliarden Mike“ mit knackigen 59 Jahren zu seinem Profidebüt an. Sportlich ernst zu nehmen war sein Duell mit dem tschechischen Journeyman Martin Stenski eher nicht, dafür fiel der Kampf, welcher übrigens vom tschechischen Verband als echtes Profi-Duell lizensiert war, aber sehr unterhaltsam aus. Wappler bearbeitete sofort den Körper des Tschechen und schickte diesen zu Boden. Stenski stand noch einmal auf, zeigte aber auch in den folgenden Sekunden eher wenig Gegenwehr. Wappler konnte recht unbekümmert drauflos trommeln und seinen Gegner erneut in den Ringstaub schicken. Dieses Mal blieb Stenski unten und ließ sich auszählen.

Morten Olson, 2(2)-0-0 vs. Arkadius Rekowski, 0-3(3)-0

Halbweltergewicht: Nun kam die dänische Hoffnung Morten Olson an die Reihe.  Er bekam es mit dem Polen Rekowski zu tun. Dieser hatte dem aggressiv aus der Ecke stürmenden Dänen allerdings wenig entgegen zu setzen. Olson kam sofort mit harten Uppercuts durch und erzielte Wirkung. Kurz darauf erfolgte der erste Niederschlag, welchen Rekowski allerdings noch verkraftete. Olson ließ sein Opfer anschließend nicht mehr von der Leine und setzte konzentriert nach. Ein weiterer Kopftreffer schickte den Polen zurück auf den Boden und beendete den Kampf. Ein starker Auftritt des skandinavischen Talents.

Jamni Kumande, 2(2)-0-0 vs. Michal Graszek, 3(1)-2(2)-1

Halbschwergewicht: Das wohl vielversprechendste Talent im Boxstall Graciano Rocchigianis ist wohl der Berliner Jamni Kumande. Der Halbschwergewichtler bestätigte bei seinem KO Sieg über den Polen Michal Graszek einmal mehr, dass er neben einer guten technischen Ausbildung auch über enorme Schlagkraft verfügt. Graszek kassierte bereits nach kurzer Zeit einen Volltreffer, welcher ihn auf die Bretter schickte. Seine Aufstehversuche endeten in einer Trevor Berbick Gedächtnis-Einlage, als er wiederholt umkippte und durch den Ring kullerte. Daraufhin brach der Ringrichter den Kampf korrekterweise ab. Ein schneller Erfolg für Kumande, der somit weiter auf dem Vormarsch ist.

Mohamed Soltby, 9(5)-0-0 vs. David Gegeshidze, 16(3)-10(7)-1

Cruisergewicht: Der Hamburger Lokalmatador Mohamed Soltby gewann einen recht einseitigen Kampf gegen den Georgier Gegeshidze nach Punkten. Zunächst arbeitete Soltby viel zum Körper, ehe er mit dem Gong der ersten Runde eine krachende Rechte ins Ziel brachte. Nach diesem Treffer wurde Gegeshidze zunehmend defensiver und klammerte viele Attacken Soltbys einfach ab. In der 4. Runde kam Soltby mit einem harten Kopftreffer durch und erzielte den einzigen Niederschlag des Kampfes. Dies sollte das Highlight bleiben. In der Folge blieb Gegeshidze sehr vorsichtig und tat alles, um eine vorzeitige Niederlage zu verhindern. Soltby frustrierte zusehends und fiel immer mehr in seine kraftvollen Schläge hinein. Nach 6 größtenteils glanzlosen Runden konnte er aber dennoch einen hohen und verdienten Punktsieg einstreichen.

Björn Schicke, 2(0)-0-0 vs. Nikolai Braun, 0-1(0)-0

Supermittelgewicht: Es entwickelte sich ein sehr wildes Gefecht, in welchem beide Boxer viel mit Schwingern arbeiteten. Rocchigiani-Talent Schicke war dabei der besser ausgebildete Kämpfer und landete die härteren Treffer. Debütant Braun wirkte generell ein wenig überfordert und schien noch nicht fertig geschult. Insofern darf man an dieser Stelle durchaus den Trainer kritisieren, welcher den Jungen viel zu früh ins Profigeschäft schickt. Durch zahlreiche Kopfstöße musste Schicke bald mit einem stark blutenden Cut boxen, konnte aber weiterhin die Oberhand behalten. Braun förderte dies durch zahlreiche Kopfstöße, welche ihm über den Kampf verteilt drei Punktabzüge einbrachten. Schicke agierte aber zu sehr mit der Brechstange, um seinen unerfahrenen Kontrahenten vorzeitig zu schlagen. Es war Braun jedoch trotzdem nicht vergönnt, den Schlussgong zu hören. Im Verlauf der 4. Runde hatte der Ringrichter nämlich genug und disqualifizierte den Debütanten.

Alicia Melina Kummer, 8(7)-1(0)-0 vs. Derya Saki, 8(4)-0-0

Leichtgewicht: Anschließend kam es zur wohl spannendsten Ansetzung des Abends. Die unbesiegte KO Königin Kummer bekam es mit der ebenfalls ungeschlagenen Krefelderin Derya Saki zu tun. Saki hatte den auf dem Spiel stehenden GBC Titel bereits besessen, ihn aber wegen Inaktivität kürzlich wieder verloren. Dennoch ließ die Deutschtürkin keinen Zweifel daran, dass sie sich als Titelverteidigerin sah und verschaffte sich bereits früh Respekt. Kummer fehlte die richtige Distanz, sodass Saki bequem kontern und die sich bietenden Lücken ausnutzen konnte. Kummer agierte zwar beherzt, scheiterte aber neben Sakis hervorragender Technik vor allem an ihrer Beinarbeit, welche die Schläge nicht unterstützte. Die meisten Hände der Norddeutschen kamen zu kurz und öffneten ihre Deckung für Sakis Konter. Lediglich in der 7. Runde kam Kummer mehrfach mit ihrer Rechten durch. Kurz darauf meldete sich Sakin allerdings wieder mit harten Treffern zurück und baute ihre Führung aus. Gegen Ende schien Kummer sogar leicht beeindruckt, biss aber die Zähne zusammen und hielt bis zum Schluss durch. Am klaren Punktsieg Sakis änderte dies aber nichts mehr.

Nico Venetis, 4(4)-0-0 vs. Mohammed Maramcheel, 3(3)-7(5)-0

Leichtgewicht: Als nächstes war der Sohn des Veranstalters an der Reihe. Nico Venetis machte seinen Vater sichtlich stolz, als er den erfahrenen Remscheider Maramcheel nach 2 Runden zur Aufgabe trieb. Dieser keilte zwar tapfer mit, hatte Präzision und Timing von Venetis aber wenig entgegen zu setzen. Der Hamburger überzeugte durch konstanten, aber kontrollierten Druck und erzielte vor allem mit seinen Körpertreffern Wirkung. Sogar so sehr, dass Maramcheel während der 2. Runde erbrechen musste. In der folgenden Pause gab er dann auch auf. Die harten Leberhaken von Venetis hatten offenbar die Kampfeslust erlöschen lassen.

Misha Manukyan, 8(7)-3(1)-0 vs. Ziso Poulitsa, 7(4)-2(0)-1

Supermittelgewicht: Nun kam es zu einem GBC Titelkampf zwischen Misha Manukyan und Ziso Poulitsa. Letzterer war kurzfristig eingesprungen und hatte nur eine Woche Zeit gehabt, um sich auf den Kampf vorzubereiten. Zu Beginn war der Kampf relativ eng. Manukyan marschierte ohne Unterlass und hatte mehrfach harte Treffer im Ziel, während Poulitsa hinter seinem Jab aus der Distanz agierte. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass Poulitsas überlegene Technik das entscheidende Element sein würde. Je länger der Kampf dauerte, umso langsamer wurden Manukyans Aktionen. Dies ermöglichte es Poulitsa, wiederholt harte Rechte ins Ziel zu bringen, wenn sich die nötigen Lücken boten. Meist lockte er Manukyan, ließ dessen Schlag ins Leere laufen und setzte dann eine krachende Rechte. In den hinteren Runden wackelte der Armenier sogar mehrfach, biss aber unbeachtet dessen die Zähne zusammen und suchte bis zuletzt seine Chance. Am Ende siegte Ziso Poulitsa verdient nach Punkten.

Alexander Randoll, 1(1)-1(0)-0 vs. Lukas Paszkowski, 1(0)-1(0)-0

Cruisergewicht: Der kräftig tätowierte Randoll stürmte sofort aggressiv aus der Ecke und versuchte, Paszkowski mit Körperhaken zu beeindrucken. Der Berliner wiederum wehrte sich mit der besseren Boxtechnik. Randoll lief in einige Konter rein und wurde rasch verhaltener. Paszkowski übernahm nun die Gestaltung von Stil und Tempo des Kampfes und etablierte seinen Jab. In der 2. Runde konnte Randoll noch einmal mir einer Reihe von Körpertreffern durchkommen und schien in dieser Phase Vorteile zu haben. Dann ging es konditionell nach unten und Paszkowski übernahm wieder. Mit sauberem Distanzboxen und einem starken Jab konnte der Berliner zunehmend die Oberhand gewinnen und auf den Punktzetteln enteilen. Am Ende wurde dies mit einem Punktsieg belohnt.

Sebastian Formella, 10(7)-0-0 vs. Robison Omsarashvili, 21(10)-11(8)-3

Weltergewicht: Der Hauptkampf des Abends wurde von Lokalmatador Sebastian Formella bestritten. Der Hamburger bekam es mit dem Georgier Robison Omsarashvili zu tun. Dieser hatte Reichweitenvorteile, konnte diese zu Beginn aber kaum ausspielen. Formella zirkelte mit guter Beinarbeit um seinen Gegner herum und attackierte aus Winkeln, die der Georgier nicht einsehen konnte. Dementsprechend konnte der Hamburger eine rasche Führung aufbauen, welche mit Dauer des Kampfes immer mehr anwuchs. Zwar hatte Omsarashvili in den Runden 3 und 4 einzelne Momente, stellte aber nie eine wirkliche Gefahr für Formella da. Im 5. Durchgang kam der Hamburger schließlich mit einer krachenden Kombination durch, welche Omsarashvili auf die Bretter schickte. Der Georgier blieb mit blutiger Nase unten und ließ sich auszählen. Ein starker Erfolg für Formella, der sich weiterhin als eines der stärksten Deutschen Talente etabliert.