Chemiepokal: Baraou überzeugt
Am Donnerstag Abend fand die 6. Veranstaltung des Chemiepokals 2014 statt. 12 Kämpfe standen auf dem Programm, in denen die Boxer starke kämpferische Leistungen boten.Aus Deutscher Sicht verlief der Abend recht ordentlich. Robert Harutyunyan, Abbas Baraou (Foto) und Serge Michel kamen eine Runde weiter. Nur Arajk Marutjan musste sich umstritten geschlagen geben.
Leichtgewicht
Jetzt trafen Elian Dimitrov (Bulgarien) und Artur Jubchankulov (Russland) aufeinander. Der Russe startete aggressiv und schaffte es, enormen Druck aufzubauen. Dimitrov lauerte auf Konter und konnte mit seiner rechten Schlaghand zum Zug kommen. Auch in der 2. Runde war Jubchankulov der aktivere Boxer. Dimitrov hatte allerdings die richtige Distanz und knallte mehrfach die Rechte derart stark in die Angriffe seines Gegners hinein, dass die Zuschauer bewundernde Rufe ausstießen. In der 3. Runde blies Jubachankulov noch einmal zum Angriff. Der Kampf war mittlerweile eine wahre Schlacht, in deren Verlauf beide Seiten zu Treffern kamen. Doch erneut waren es die klaren Konter des Bulgaren, die effektiver waren. Am Ende siegte Elian Dimitrov nach Punkten.
Leichtgewicht
Anschließend boxte Robert Harutyunyan (Deutschland) gegen Lei Wang (China). Harutyunyan erwischte den besseren Start und konnte Wang mit mehreren linken Körperhaken erwischen. Später mischte der Hamburger auch den einen oder anderen Uppercut unter, während er den meisten Gegenangriffen mit flinken Meidbewegungen auswich. Im Verlauf der 2. Runde wurde der Chinese etwas aktiver und konnte seinerseits gute Einzeltreffer ins Ziel bringen. Unter dem Strich blieb Harutyunyan aber weiterhin der effektivere Boxer. Vor allem die Körpertreffer des Deutschen hinterließen sichtlich Eindruck. Im 3. Durchgang lieferten sich beide Kämpfer eine begeisternde Schlacht, die zumeist Fuß an Fuß bestritten wurde. In den letzten Sekunden schien Harutyunyan sogar leicht in Bedrängnis zu sein. Letztendlich reichte es aber für den Hamburger, der knapp nach Punkten siegte.
Leichtgewicht
Im nächsten Kampf kollidierten Sofiane Oumiha (Frankreich) und Berik Abdrakhmanov (Kasachstan). Abdrakhmanov startete druckvoll und schnitt die Wege des Franzosen gut ab. Oumiha landete einige Konter, musste aber so manch schweren Haken des effektiv boxenden Kasachen einstecken. Auch im 2. Durchgang war es Abdrakhmanov, der die besseren Hände im Ziel hatte. Obwohl Oumiha beherzt war und stets sein Glück versuchte, war die rohe Gewalt, mit welcher der Kasache nach vorne marschierte, zu viel. Körperhaken, Uppercuts und hohes Tempo forderten ihren Tribut, als der Franzose allmählich zermürbt wurde. Ein ähnliches Bild auch in der 3. und letzten Runde. Oumiha war bemüht, hatte letztendlich aber keine Mittel, um dem starken Kasachen beizukommen. Abradkhmanov schaukelte den Sieg souverän nach Hause und hinterließ einen starken Eindruck.
Weltergewicht
Danach kam die Stunde von Arajk Marutjan (Deutschland) und Wei Liu (China). Liu machte sofort Druck und konnte Marutjan, der die meiste Zeit auf flinken Beinen um seinen Gegner herum zirkelte, mit einzelnen Treffern erwischen. Der Deutsche hatte mehr vom Kampf, musste für seine Führung aber hart arbeiten. In der 2. Runde sprang Liu angriffslustig in seinen Gegner herein und landete einzelne Haken. Marutjan brauchte ein wenig, um sich darauf einzustellen, kam dann aber mit präzisen Kontern zum Zug. Mit der Zeit nahm die Schlagfrequenz des Chinesen auch ein wenig ab, da er sämtliche Kraft in seine Schwinger legte und rasch ermüdete. Im Verlauf der Schlussrunde musste Harutyunyan wieder eine handvoll Einzeltreffer einstecken, beantwortete diese aber mit zahlreichen Kontern. Dennoch war es am Ende Wei Liu, der sich knapp nach Punkten durchsetzte.
Weltergewicht
Gyo Seong Ku (Korea) bekam es anschließend mit Ruslan Iuldashev (Russland) zu tun. Die beiden Rechtsausleger starteten abwartend und arbeiteten bevorzugt zum Körper. Klar absetzen konnte sich keiner der Beiden. In der 2. Runde konnte sich Ku leichte Vorteile erarbeiten. Der Koreaner war etwas fleißiger als sein Gegenüber und schien auch ein wenig mehr Distanzgefühl auf seiner Seite zu haben. Iuldashev hielt sich aber mit einzelnen Kontern im Kampf. In der 3. und letzten Runden holten beide Boxer alles aus sich raus. Jetzt kam es auch zu mitreißenden Schlagabtäuschen, in deren Verlauf beide Kämpfer zu Treffern kamen. Ku wirkte allerdings noch immer einen kleinen Hauch stärker, was er vor allem seiner Präzision zu verdanken hatte. Am Ende siegte Ruslan Iuldashev nach Punkten.
Weltergewicht
Der nächste Kampf wurde von Michael Gunitzberger (Österreich) und Abbas Baraou (Deutschland) bestritten. Baraou startete sehr aktiv. Zunächst nahm der Deutsche den Körper seines Gegners ins Visier, ehe er zum Kopf variierte und gegen Ende der Runde ein wahres Trommelfeuer auf Gunitzbeger los ließ. Der Österreicher war beherzt, schien aber mit Baraous Dauerdruck überfordert. Auch in der 2. Runde war Baraou dominant. Die flüssige Verbindung aus schnellen Meidbewegungen, Beinarbeit und hoher Schlagfrequenz war eine hervorragende Waffe, um den tapferen Österreicher in die Schranken zu weisen. Gunitzbeger blieb bemüht, fand aber einfach keinen Zugang zum Kampf. Dieses Muster blieb auch in der 3. Runde erhalten. Baraou arbeitete ohne Unterlassen, schaffte es aber nicht, den zähen Österreicher zu stoppen. Daher blieb am Ende lediglich ein überdeutlicher Punktsieg für Abbas Baraou.
Weltergewicht
Anschließend kollidierten Ekow Essumen (England) und Stephen Gerard Donnelly (Irland). Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, zu dessen Beginn Essumen meistens den Vorwärtsgang für sich beanspruchte. Klar absetzen konnte sich zunächst keiner der Beiden. In der 2. Runde schien sich Donnelly allmählich Vorteile verschaffen zu können. Der Ire hatte das etwas bessere Distanzgefühl und setzte immer mal wieder unspektakuläre, aber durchaus zählende Nadelstiche aus der Distanz. Dieses Muster blieb auch im 3. Durchgang erhalten. Donnelly hatte die bessere Technik auf seiner Seite und nutzte die sich bietenden Lücken des aggressiven Essumen zu seinem Vorteil. Am Ende durfte sich Stephen Gerard Donnelly über den Punktsieg freuen.
Halbschwergewicht
Danach waren Igor Teziev (Deutschland) und Hyeongkyu Kim (Korea) an der Reihe. Es wurde schnell deutlich, dass beide Kämpfer auf einen offenen Schlagabtausch aus waren. Kim hatte dabei durchaus Erfolg und verlangte dem Deutschen einiges ab. Teziev konzentrierte sich zunächst auf den Körper seines Gegners, schien im Vergleich aber zuweilen einen Tick langsamer zu sein. Im Verlauf der 2. Runde wandelte sich der Kampf zur Schlacht. Teziev konnte mit seinen kraftvollen Schlägen etwas mehr Wirkung erzielen, musste aber immer wieder die beherzten Attacken von Kim verkraften. Im 3. und letzten Durchgang konnte Kim schließlich Wirkung mit seinen Leberhaken erzielen. Tezievs Schlagfrequenz wurde geringer, während er einen Körpertreffer nach dem anderen kassierte. Doch der Deutsche war noch nicht geschlagen! Teziev kam noch einmal zurück und landete eine harte Kombination am Kopf des Koreaners. Nach dem letzten Gong wurde Igor Teziev schließlich zum Punktsieger erklärt.
Halbschwergewicht
Jetzt kam die Stunde von Pavel Silyagin (Russland) und Joe Ward (Irland). Rechtsausleger Ward war zu Beginn etwas aktiver. Seine linke Schlaghand traf allerdings wiederholt zeitgleich mit der Rechten von Silyagin, sodass auch die besten Schläge nichts zum Aufbau eines Vorsprungs beitrugen. In der 2. Runde erlitt Ward schließlich einen Cut. Dieser reichte allerdings nicht aus, um den Kampf abzubrechen, sodass der Ire mit dieser Beeinträchtigung weiter boxen musste. Im Verlauf des 3. Durchgangs wurde der Kampf sehr unsauber. Beide Boxer setzten viel zum Klammern an. Ward landete die etwas besseren Treffer, kassierte aber auch einige Konter, weil er die Schläge aufgrund der Cutverletzung zu spät sah. Letztendlich durfte sich Joe Ward über den Punktsieg freuen.
Halbschwergewicht
Im vorletzten Kampf des Tages kollidierten Lawrence Osueke (England) und Adilbek Niyazymbetov (Kasachstan). Der Auftakt verlief recht Ereignislos. Niyazymbetov bestimmte den Kampf zunächst mit dem Jab, setzte aber nicht wirklich nach. Es war ein taktischer Kampf, der allerdings nicht sonderlich bemerkenswert verlief. Auch in der 2. Runde war der Kampf recht verhalten. Keiner der beiden Boxer wollte großartig Risiko eingehen, sodass sich Osueke und Niyamzymbetov die meiste Zeit belauerten. In der 3. Runde versuchte der Kasache noch einmal, das Tempo anzuziehen. Viel zählbares kam dabei nicht zustande. Aber es reichte immerhin, um Adilbek Niyazymbetov einen Punktsieg zu verschaffen.
Halbschwergewicht
Der Schlusspunkt wurde von Jianzheng Wang (China) und Serge Michel (Deutschland) gesetzt. Zu Beginn hielt Michel seinen Gegner mit dem Jab auf Distanz und verstand es, dem langsam nach vorne marschierenden Chinesen auszuweichen. Wang hatte nur einige wenige Treffer, rannte meist aber nur ideenlos gegen den flinken Deutschen an. In der 2. Runde kam Michel mit einer harten Kombination durch, welche einen Cut bei Wang verursachte. Dieser war laut Ringarzt zu tief, um den Kampf fortzuführen. Somit siegte Serge Michel durch TKO Verletzung.
