Sebastian Formella vs Mazen Girke

Venetis Promotion veranstalteten am Samstagabend in Hamburg und boten den Fans ein reichhaltiges Programm mit vielen spannenden Kämpfen. In den Hauptkämpfen (weiter unten die Videos!) konnten Sebastian Formella, Senad Gashi und Alicia Melina Kummer klare Siege einfahren. Veranstaltet wurde im ehemaligen Universum-Gym in Bergedorf, welches dem inzwischen nicht mehr existenten Boxstall für die letzten Monate als Heimstatt gedient hatte. (Weitere Fotos folgen)

Supermittelgewicht / 4 Runden

Im ersten Kampf trafen Robert Larsen, 2-0-0 und Josef Holub, 5-77-1 aufeinander. Larsen konnte bereits nach einer Sekunde den ersten Niederschlag landen, indem er den obligatorischen Begrüßungsschlag mit einem linken Haken anging. Der normalerweise nicht besonders standfeste Holub beschloss nach dieser unsportlichen Aktion offenbar, dem Talent seine Grenzen aufzeigen. Obwohl Larsen meist aktiver war, ließ ihn Holub in den kommenden Runden hart arbeiten und brachte so manch linken Haken ins Ziel. Larsen wirkte vor allem hinten raus alles andere als souverän, konnte seine überlegene Technik aber letztendlich ausspielen. Am Ende siegte der Schwede verdient nach Punkten, wird sich bei stärkeren Gegnern aber wohl steigern müssen.

Federgewicht / 4 Runden

Die Leipzigerin Sandra Atanassow, 2-0-0 bekam in ihrem zweiten Profikampf eine recht unangenehme Gegnerin. Petra Castkova, 0-1-0 eine Umsteigerin aus dem Thaibox-Lager, erwies sich als Rechtsauslegerin, die exzessiv klammerte. Atanassow brauchte ein bisschen, um sich auf die Tschechin einzustellen, ehe sie ab der 2. Runde mit ihrer besseren Technik übernahm und durchgehend die klaren Treffer landete. Castkova bot vor allem im Rückwärtsgang sowie beim Lösen aus dem Clinch Lücken, welche die Sächsin immer besser auszunutzen wusste. Castkova erwies sich als tapfer und nicht untalentiert, musste im Verlauf des Kampfes aber immer mehr harte Treffer einstecken. Dies sahen auch die Punktrichter so, die Sandra Atanassow zur Punktsiegerin erklärten.

Leichtgewicht / 4 Runden

Der Armenier Aram Khachatryan, 4-0-0, traf in Hamburg auf Kemal Faik Mevlida, 0-6-0. Dieser sah zwar top austrainiert aus, erwies sich im Ring aber eher als Showman. Khachatryan bestimmte das Gefecht mit seinem rechten Jab und gelegentlichen Kombinationen, während Mevlida die Deckung geschlossen hielt und lediglich kleine Showeinlagen anbot. Ernsthafte Offensiv-Aktionen waren eher Seltenheit. Dementsprechend konnte Khachatryan seine bessere Technik locker ausspielen. Zuweilen zog er das Tempo ein wenig an, schaffte es aber nicht, nachhaltige Wirkung bei seinem Kontrahenten zu erzielen. Vor allem die letzten 20 Sekunden wurden mit einem variablen Schlaghagel angegangen. Die Punktrichter honorierten die souveräne Leistung des Armeniers mit einem Punktsieg.

Weltergewicht / 4 Runden

Nach einer kurzen Pause boxte Fahed Hassan, 1-0-1 gegen Lukas Radic, 2-1-1. Hassan stieg als Favorit in den Ring, hatte aber so seine Probleme mit dem clever boxenden Tschechen. Dieser erwies sich nämlich als ziemlich solider Techniker, welcher aus der Distanz boxend so manchen Treffer landen konnte. Hassan war zwar bemüht, arbeitete insgesamt aber zu wenig. Die Suche nach einem Weg in den Infight erwies sich als schwierig, da Radic immer in Bewegung blieb und dabei variable Kombinationen aus allen Winkeln schlug. Hassan kam lediglich zum Zug, wenn er seinen Gegner stellen und einige Schläge abladen konnte. Dazu kam es allerdings selten, da der Favorit beim reingehen seinen Jab vernachlässigte. Das Unentschieden, welches am Ende ausgesprochen wurde, war für Hassan dementsprechend auch recht schmeichelhaft.

Supermittelgewicht / 4 Runden

Ziso Poulitsa, 6-2-1 bekam es in Hamburg mit dem Debütanten Anas Ayaou, 0-1-0 zu tun. Dieser wirkte zwar bemüht, hatte gegenüber Poulitsa aber sichtlich boxerische Nachteile. Diese zeigten sich auch relativ schnell, da Poulitsa bereits kurz vor Ende der 1. Runde hart durchkam und Ayaou in dessen Ecke zu Boden schickte. Der Debütant kam zwar noch einmal hoch, hatte aber sehr weiche Knie. Dementsprechend entschied sich der Ringrichter dazu, den Kampf abzubrechen, sodass Ziso Poulitsa einen Erstrunden-KO feiern durfte.

Leichtgewicht / 4 Runden

Nico Venetis, 3-0-0 stieg nun gegen Arkadiusz Rejowski, 0-2-0 in den Ring. Venetis, der Sohn des Veranstalters, erwies sich relativ schnell als besserer Boxer und setzte Rejowski mit harten Treffern zu. Dieser zeigte zwar Kämpferherz, wackelte aber bereits nach wenigen Treffern durch den Ring. Vor allem Venetis Körpertreffer forderten ihren Tribut, sodass auch dieses Duell in der 1. Runde zu seinem Ende fand.

Halbschwergewicht / 4 Runden

Lokalmatador Mark Haupt, 5-0-1 hatte mit Ratko Draskovic 0-3-0 einen recht einfachen Gegner vor den Fäusten. Der untersetzte Tscheche erwies sich zwar als mutig, war technisch aber hoffnungslos unterlegen. Haupt spielte ein bisschen mit dem Jab herum, ehe er seinen Gegner mit einem Uppercut zum Wackeln brachte. Draskovic schaffte es mit Müh und Not in die 2. Runde, in welcher Haupt erneut Wirkung erzielte. Während Drskovic in die Seile fiel, warf seine Ecke folgerichtig das Handtuch.

Leichtgewicht / 10 Runden (Deutscher GBA Meistertitel)

Im ersten Titelkampf des Abends traf Alicia Melina Kummer, 6-0-0 auf Jekaterina Lecko, 2-6-0. Diese konnte in der 1. Runde noch allzu schwere Treffer vermeiden und zeigte den Anflug eines Lächelns, als Kummer einen Schwinger in die Luft setzte. Dieses sollte ihr aber schnell vergehen, da KO Königin Kummer ab der 2. Runde die richtige Distanz fand und mehrfach mit ihrer schweren Rechten ins Ziel kam. Lecko wackelte, konnte sich aber bis in den 3. Durchgang retten. Dort gelang es Kummer allerdings, den Kampf zu beenden. Lecko musste schwere Wirkungstreffer einstecken und drehte sich taumelnd ab, als Kummer nachsetzte. Daraufhin wurde der Kampf zurecht abgebrochen. Alicia Melina Kummer wurde zur TKO Siegerin erklärt und bewies erneut, dass mit ihrer Schlagkraft nicht zu spaßen ist.

Alicia Melina Kummer vs Jekaterina Lecko

Schwergewicht / 10 Runden (GBC Intercontinental Meistertitel)

Mit Senad Gashi, 8-0-0 war nun ein weiterer KO Spezialist an der Reihe. Er traf auf den erfahrenen, allerdings auch schon 49 Jährigen Ratko Draskovic, 33-12-2. Die überlegene Jugend machte sich schnell bemerkbar, als Gashi mit variablen Kombinationen zum Zug kam und mehrfach Wirkung erzielte. Seine Ecke wollte offenbar, dass ihr Boxer Erfahrung sammelt und mahnte zur Mäßigung des Tempos. Daher ließ sich Gashi bis zur 2. Runde Zeit, ehe er zwei Niederschläge erzielte und Draskovic damit aus dem Kampf nahm. Ein starker Auftritt des aufstrebenden Schwergewichtlers.

Halbmittelgewicht / 10 Runden (GBC Intercontinental Meistertitel)

Senad Gashi vs Ratko Draskovic

Hauptkämpfer war der Hamburger Lokalmatador Sebastian Formella, 9-0-0. Er bekam es mit dem zähen Journeyman Mazen Girke, 13-62-2 zu tun. Girke zeigte sich durchaus motiviert und konnte Formella zu Beginn ein wenig ärgern. Der Hamburger fand aber recht schnell zu seinem Rhythmus und konnte den Berliner mehrfach hart abkontern. Immer wieder kamen Formellas markante Hakenserien in der Halbdistanz, während er zur Seite rausging, einen zweiten Angriff ablud und anschließend außer Reichweite sprang. Girkes Gegenangriffe gingen daher meist ins Leere. Wirkung vermochte Formella unterdessen nicht zu erzielen. Obwohl der Hamburger gegen Ende viel Kraft in seine Attacken legte, schluckte Girke die Treffer ohne Probleme. Da der Berliner aber schon mit vielen Weltklasse-Leuten über die Runden ging, war dies für den Lokalmatador zu verschmerzen. Viel wichtiger war der ebenso klare wie verdiente Punktsieg, den Sebastian Formella am Ende einstrich.

Sebastian Formella vs Mazen Girke