Man sollte meinen, vor einem doch recht bedeutenden Kampf sollte ein Boxer alles irgendwie Machbare dafür tun, sich optimal vorzubereiten. Dazu gehört neben der eigenen Trainingsleistung auch der bestmögliche Trainer. Das sieht James Kirkland offenbar anders. Oder er hat zumindest nicht mehr die Absicht, auf die bisher gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ann Wolfe zurück zu greifen. Welche persönlichen Gründe dazu geführt haben, dass Kirkland sich lieber mit jemand anders auf den Kampf gegen Saul „Canelo“ Alvarez vorbereitet, bleibt wohl im Nebel. Auch Ann Wolfe hüllt sich in Schweigen, wenn man sie auf Kirkland anspricht. Ein erst zugesagtes schriftliches Interview blieb jedenfalls unbeantwortet.

Als Außenstehender kann man jedenfalls nicht wirklich begreifen, weshalb Kirkland nicht auf die seit 13 Jahren bewährte Zusammenarbeit mit Ann Wolfe zurück greift. Sein neues Trainerteam besteht aus Rick Morones jr, dem Kraft- und Fitnesscoach Bremond McClinton und dem ehemaligen Preisboxer Gerald Tucker. Trainiert wird im „Team Moroes Boxing Club“ San Antonio.

Die Zusammenarbeit zwischen Ann Wolfe war hauptsächlich dadurch geprägt, dass Wolfe Kirkland neben der boxerischen auch eine mentale Vorbereitung gegeben hat. Ann Wolfe war eine Boxerin und ist eine Trainerin, die nicht lange fackelt. Ihre robuste aber auch beherzte Art trieb Kirkland zu seinen besten Leistungen an. Die einzige Niederlage seiner Karriere erlitt Kirkland, als er sich kurzzeitig von ihr getrennt hatte und unbedingt eigene Wege gehen wollte. Ergebnis: Er musste 2011 im Kampf gegen den Japaner Nobuhiro Ishada bereits in Runde 1 dreimal zu Boden und wurde durch TKO 1 besiegt. Der Fight gegen den Japaner war eigentlich als „Stay-busy-Fight“ für Kirkland gedacht, offenbarte dann aber seine Schwäche. Nach diesem Kampf kehrte er reumütig zu Ann Wolfe zurück. Mit Ann Wolfe in seiner Ecke beendete er die 5 folgenden Kämpfe als vorzeitiger Sieger.

Man wird abwarten müssen, wie sich die Zusammenarbeit zwischen James Kirkland und dem neuen Trainerteam bewährt. Das Ergebnis wird man am 2. Mai im Kampf gegen Saul Alvarez sehen.

So leicht war es für den Japaner Ishada, einen schlecht trainierten Kirkland zu bezwingen: