Steve Krökel im Interview

Varol Vekiloglu vs Steve Kroekel

Mit seinem überraschenden KO Sieg über Varol Vekiloglu konnte der Hallenser Journeyman Steve Krökel einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Eine harte Rechte beendete den Kampf in der 4. Runde und sorgte dafür, dass sich Krökel für eine knappe Punktniederlage aus dem Jahr 2010 revanchieren konnte. Im Interview mit Boxwelt.com blicken Krökel und sein Manager Rene Müller auf den großen Sieg zurück und werfen einen kleinen Blick in die Zukunft.

Mit ihrem KO über Varol Vekiloglu konnten sie einen ebenso überraschenden wie spektakulären Sieg feiern. Wie denken sie einige Tage später über diesen Kampf?

Krökel: Irgendwie kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich den Kampf gewonnen habe, durch diesen spektakulären KO Sieg in Runde 4. Aber ich war mir von Anfang an sicher, dass ich diesen Kampf gewinnen werde! 2010 hätte man mir auch den Sieg geben können, aber da es in Berlin war, ging der Sieg an Varol, auch wenn es ein enges Ding zwischen uns war.

Was hat am Freitag den Unterschied ausgemacht?

Krökel: Es gab keinen Unterschied. Ich habe mich genauso fit gefühlt wie 2010, nur das es ein anderer Ortsteil von Berlin war

Müller: Im ersten Kampf haben wir eigentlich auch schon gewonnen. Das haben die Punktrichter aber nicht so gesehen. Das war natürlich die Motivation für ihn, sich zu revanchieren. Ich denke das hat auch etwas ausgemacht.

Dem Kampf war im Jahr 2010 bereits eine erste Auflage voraus gegangen. Damals siegte ihr Gegner durch eine knappe Punktentscheidung. Waren die Erfahrungen von damals am Freitag eine Hilfe?

Krökel: Eine Hilfe war es schon für mich, da ich wusste wie Varol boxt. Von daher konnte ich mein Training auch so abstimmen.

Vekiloglu möchte einen dritten Kampf. Wie denken sie darüber?

Krökel: Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein dritter Kampf kommt. Die Zeit entscheidet und natürlich auch mein Management.

Müller: Wenn das Geld stimmt, ist das natürlich nicht ausgeschlossen. Aber wir werden nicht auf einen 3. Kampf eingehen, nur damit es einen gibt. Wir haben schließlich schon zweimal gewonnen. Durch die aktuelle Situation haben wir gute Angebote, auch internationale. Steve muss nun sehen, dass er möglichst viel Geld verdient, weil er davon leben muss. Deshalb muss ein gutes Angebot für ein 3. Duell kommen, sonst machen wir andere Kämpfe.

Was wäre denn aus Manager-Sicht am sinnvollsten?

Müller: Wir werden wohl 1-2 Aufbaukämpfe mit Steve machen und uns dann einem größeren Kampf zuwenden.

Wie wichtig sind solche Siege für ihre eigene Karriere?

Krökel: der Sieg war für mich sehr wichtig. Alleine schon für mein persönliches Ego, da man eigentlich weiß: Auswärts kann man nur durch einen KO gewinnen. Oder man schickt seinen Gegner mehrmals runter, wenn die Punktrichter entscheiden.

Bei Boxrec stehen sie nun auf Platz Nr.100 und damit vor einigen namhaften Leuten (Hector Camacho Jr, Darnell Boone oder Frank Buglioni). Was ist das für ein Gefühl?

Krökel: Es ist ein schönes Gefühl, wenn man bei Boxrec zu den Top 100 gehört!

Müller: Boxrec hat nicht immer was zu bedeuten, da es eine unabhängige Datenbank ohne Verbindung mit den Verbänden ist. Da richten sich zwar viele nach, aber es ist nicht immer wirklich aussagekräftig. Da sich aber wie gesagt viele danach richten, kann es natürlich dabei helfen, große Kämpfe zu bekommen.

Sie werden oftmals als Test für aufstrebende Talente verpflichtet und von der breiten Öffentlichkeit im Vorfeld abgeschrieben. Wie kann man sich trotzdem noch motivieren, um in Topform zu kommen?

Krökel: Boxen war für mich schon immer wichtig und aus jeder Niederlage nehme ich immer etwas positives mit, das ich natürlich beim nächsten Kampf verbessern muss. Das gelingt mir auch meistens. Jeder Kampf ist für mich ein neuer Kampf! Von daher kann ich mich immer wieder aufs Neue motivieren, um in Topform zu kommen.

Müller: Es ist sein Job. Ein Bauarbeiter hat sicherlich auch nicht täglich Lust, zu arbeiten. Aber er muss es trotzdem tun. Wenn man sich einen Job wie Profiboxer aussucht, dann muss man ihn auch vernünftig machen. Und da ist Steve wirklich vorbildlich!

Was wäre ein realistisches Ziel, das sie in ihrer aktiven Zeit noch erreichen möchten? Wäre eine Deutsche Meisterschaft möglich?

Krökel: Weltmeister werde ich wohl nicht mehr werden. Ein realistisches Ziel ist für mich, noch ein paar Auswärts-Siege einzufahren, damit meine Familie, mein Trainer Steven Küchler, mein Manager Rene Müller sowie der Verein Einheit Boxring Wittenberg, bei dem ich trainieren darf, stolz auf mich sind.

Müller: Es geht in erster Linie darum, dass Steve vom Boxen leben kann. Wenn eine DM damit zusammenpasst, wäre das eine Option.

Welchen Tipp können sie Boxtalenten mit auf den Weg geben? Was ist das wichtigste, wenn man in den Ring steigt?

Krökel: Immer an sich glauben und versuchen, nicht aufzugeben! Egal wie schwer der Kampf wird.