Nachbericht: Boxen beim BC Eckernförde

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Am Samstag gab es in Eckernförde eine kleine, aber feine Veranstaltung mit 11 Kämpfen sowie einer Reihe von Wettkampfsparrings. Dabei konnten sich die Veranstalter vom BC Eckernförde über ein solides Abschneiden der eigenen Leute freuen. Boxerisch war das Duell zwischen Ilja Sprin und Sebastiano Lo Zito auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, während Superschwergewichtler Temur Magmudov aus Lübeck abermals Kurzarbeit verrichtete.

Kadetten (Wettkampfsparring)

Als erstes waren Osman Al Zein (VFK Celle) und Eduard Vajs (Schleswig 06) an der Reihe. Rechtsausleger Al Zein konnte zu Beginn ordentlich Druck erzeugen und schaffte es wiederholt, die Distanz zu überbrücken, um seine Schlaghand zu landen. Vajs war bemüht, versäumte es aber, ausreichend mit seinem Jab zu arbeiten. Auch im 2. Durchgang blieb Al Zein effektiver und konnte mit schnellem rein und raus punkten. Vajs gelegentlichen Attacken wurden vermieden und sofort mit einer ansatzlosen Linken bestraft. Dennoch blieb der Schleswiger beherzt und suchte seine Chance. In der 3. und letzten Runde ließ die Kondition auf beiden Seiten etwas nach. Vajs versuchte noch einmal alles, kam aber nur selten durch die feste Doppeldeckung seines Kontrahenten. Da der Kampf ein Sparring war, blieb er natürlich ohne Wertung.

Elite, (Wettkampfsparring)

Danach bekam es Bogdan Jakuschenko (BC Eckernförde) mit Florian Brodersen (BC Eckernförde) zu tun. Man merkte deutlich, dass sich die beiden Kämpfer bereits kannten. Während Brodersen leicht aktiver war, konterte Jakuschenko mehrfach schön mit dem linken Haken und hielt seine Deckung stets geschlossen. In der 2. Runde blieb dieses Muster erhalten. Brodersen bemühte sich darum, Druck aufzubauen, trommelte aber meist nur auf die Handschuhe seines Gegners. Jakuschenko wiederum boxte zurückhaltend, aber effektiv. Die klaren Treffer waren stets auf seiner Seite. Dies änderte sich auch im 3. Durchgang nicht. Brodersen landete in dieser Phase einige Körpertreffer, konnte aber nicht verhindern, dass die Konter von Jakuschenko effektiv blieben und wiederholt für klare Treffer sorgten. Am Ende wartete das obligatorische Unentschieden auf die Beiden.

Schüler, 40 Kilo (Wettkampfsparring)

Nun kam es zum Duell zwischen Can Ince (Boxschmiede) und Manuel Lang (Raisdorf). Lang konnte sich aus der Distanz Vorteile erboxen und fing Ince mehrfach mit schnellen Kombinationen und Kontern ab. Der Hamburger suchte aber stets beherzt nach seiner Chance. In der 2. Runde blieb Lang effektiver und konnte mit seinen Angriffen, die aus für Ince unvorhersehbaren Winkeln kamen, zuverlässig Treffer landen. Ince hatte selbst einige Schlaghände drin, hatte aber nach wie vor Probleme, seinen flinken Gegner zu stellen. Im 3. und letzten Durchgang warf Ince noch einmal alles nach vorne und konnte eine Reihe von Einzeltreffern landen. Lang blieb der bessere Techniker, leistete sich nun aber die eine oder andere Unaufmerkamkeit. Auch dieses Sparring blieb ohne Wertung.

Elite, 64 Kilo (Wettkampfsparring)

Ali Al Saadi (Telekom Lübeck) setzte sich anschließend mit Ahmadullah Noori (TH Eilbek) auseinander. Noori konnte die Auseinandersetzung relativ locker aus der Distanz bestimmen. Al Saadi zeigte gute Meidbewegungen und eine feste Deckung, war in der Offensive aber zu verhalten, um eigene Akzente zu setzen. Im 2. Durchgang blieb Noori dominant. Al Saadi wurde nun ein wenig aktiver, schaffte es aber nur selten an seinen Gegner heran. Noori ging schnell zur Seite raus und trieb seinen Gegner mit langen Geraden zurück auf Distanz. Im Verlauf der 3. Runde konzentrierte sich Noori zunehmend auf den Körper seines Gegners, ging aber kein unnötiges Risiko mehr ein. So kam es, dass der Eilbeker den Kampf recht unspektakulär, aber effektiv bestritt. Dennoch wartete am Ende wieder nur das übliche Unentschieden eines Sparrings.

Junioren, 44 Kilo

Im ersten Wertungskampf trafen Maik Schmitz (VFK Celle) und Mike Scheiermann (Schleswig 06) aufeinander. Scheiermann erwischte den besseren Start, indem er Schmitz während der entstehenden Schlagabtäusche wiederholt durch die Mitte abkonterte und zudem deutlich aktiver war. Schmitz hatte Einzeltreffer drin, tat sich ansonsten aber etwas schwer. In der 2. Runde nahm Scheiermann ein wenig Tempo raus, sodass Schmitz die Gelegenheit bekam, die richtige Distanz zu finden. Der Boxer aus Celle kam nun vermehrt mit seiner Links-Rechts Kombination zum Zug und konnte aufholen.In der 3. und letzten Runde holten beide Boxer noch einmal alles aus sich heraus. Schmitz hatte nun seinen Rhythmus gefunden und brachte die klareren Treffer ins Ziel. Scheiermann hielt aber bis zum Schluss hart dagegen und war aktiver, sodass vor dem Urteil große Spannung herrschte. Letztendlich sicherte sich Mike Scheiermann den Punktsieg.

Jugend, 74 Kilo (Wettkampfsparring)

Redir Suleiman (Raisdorf) bekam es anschließend mit Johann Lassen (BC Eckernförde) zu tun. Obwohl Suleiman rund 10 Kilo leichter war, konnte er den Kampf zunächst aus der Distanz bestimmen und mehrfach harte Geraden landen. Erst kurz vor Schluss, als Lassen den Kampf physisch gestalten konnte, musste der Raisdorfer einige harte Treffer nehmen. Im 2. Durchgang kam Lassen zunehmend auf, indem er seine körperliche Überlegenheit ausspielte. Suleiman konnte sich einer Keilerei nicht immer entziehen und musste einige harte Treffer nehmen. Ab und an ließ der Raisdorfer sein Talent aber noch aufblitzen. In der 3. Runde kam Suleiman wieder ein wenig zurück, hatte aber dennoch seine Mühe mit dem kraftvoll nach vorne marschierenden Lassen. Am Ende stand das obligatorische Unentschieden, welches dem Kampfverlauf in diesem Fall auch mehr als gerecht wurde.

Junioren, 66 Kilo

Anschließend kollidierten Jan Nicklas Bahr (SC Itzehoe) und Glöry Mayasi (BC Eckernförde). Es entwickelte sich ein zumeist recht enger Kampf, dessen Anfangsphase leichte Vorteile für Mayasi beinhaltete. Der Lokalmatador feuerte zwei lange Kombinationen ab, welche in einer sonst recht abwartenden Runde hervorstachen. Auch im 2. Durchgang war Mayasis offensivere Taktik der Schlüssel zum Erfolg. Bahr mühte sich redlich, verlor unter den druckvollen Vorstößen seines Gegners aber zu schnell den Überblick. In der 3. und letztem Runde erhöhte Mayasi noch einmal den Druck und konnte mehrfach hart durchkommen. Bahr bewies aber Kämpferherz und gab bis zum Schluss sein Bestes. Letztendlich siegte der Lokalmatador verdient nach Punkten.

Jugend, 69 Kilo

Danach waren Burhan Karakaya (Boxschmiede) und Alexander Werrsch (SV Emstek) an der Reihe. EM-Teilnehmer Werrsch konnte den besseren Start verzeichnen. Mehrfach erwischte er Karakaya mit rechten Geraden und seinem linken Haken. Der Hamburger suchte beherzt seine Chance, reagierte aber oft zu spät, wenn die harten Einzelschläge von Werrsch angeflogen kamen. In der 3. Runde blieb Werrsch der bessere Boxer, konnte aber nicht verhindern, dass Karakaya besser rein fand. Der Hamburger landete nun einige Konter. Diese kamen aber zu selten, um dem Kampf eine Wendung zu verleihen. Im Schlussdurchgang lieferten sich beide Boxer noch einmal einen harten Schlagabtausch. Werrsch schien auch in dieser Phase mehr Präzision an den Tag zu legen, musste aber bis zur letzten Sekunde hart arbeiten, um sich seinen Punktsieg zu sichern.

Elite, 75 Kilo

Jetzt kam die Stunde von Sebastiano Lo Zito (Boxschmiede) und Ilja Spirin (Schleswig 06). In einem Duell zweier Rechtsausleger erwischte Spirin den etwas besseren Start, indem er den Körper des Italieners bearbeitete und insgesamt aktiver war. Kurz vor Ende der Runde fand Lo Zito aber seinen Rhythmus und meldete sich mit einigen schönen Treffern zurück. In der 2. Runde verlief der Kampf ebenso eng wie actionreich. Spirin machte beständig Druck und hatte die härteren Einzeltreffer drin, lief aber auch in zahlreiche Jabs und linke Haken von Lo Zito hinein, der in dieser Phase die höhere Anzahl an gelandeten Schlägen hatte. Auch der 3. und letzte Durchgang war sehr intensiv. Spirin konnte nun einige harte Treffer ins Ziel bringen, musste aber auch den einen oder anderen Konter nehmen. Letztendlich wurden Spirins härtere Treffer aber stärker bewertet. Der Boxer aus Schleswig siegte verdient nach Punkten.

Jugend, 64 Kilo

Im letzten Kampf vor der Pause boxte Ahmed Al Saadi (Telekom Lübeck) gegen Endrit Djafa (BC Eckernförde). Al Saadi konnte schnell den Vorwärtsgang erobern. Der Lübecker übte beständigen Druck aus und brachte mehrfach seine rechte Schlaghand sowie den linken Haken unter. Djafa landete einige Konter, kam aber in dieser Phase noch nicht vollständig zur Entfaltung. Zu Beginn des 2. Durchgangs kam Djafa etwas besser rein. Al Saadi drehte aber mit zunehmender Dauer wieder auf und brachte eine Reihe harter Körperserien ins Ziel, welche sichtlich Effekt bei Djafa hatten. In der 3. Runde erhielt Al Saadi den Druck weiterhin aufrecht und konnte mehrfach mit seinen variablen Kombinationen zum Zug kommen. Djafa gab noch einmal alles, konnte das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Ahmed Al Saadi siegte verdient nach Punkten.

Junioren, 75 Kilo

Ralf Schlüter (Olympia Neumünster) bekam es anschließend mit Sedat Cicek (BC Eckernförde) zu tun. Cicek konnte sofort Druck aufbauen und traf Schlüter sowohl zum Kopf als auch zum Körper. Vor allem die Leberhaken des Lokalmatadoren erwiesen sich als effektiv. In der 2. Runde fuhr Cicek damit fort, seinen Gegner zu zermürben. Schlüter zog die Deckung hoch und ließ seinen Gegner arbeiten, was zu einem Anzählen führte. Cicek setzte entschlossen nach und brachte eine Reihe weiterer Körpertreffer unter, welche Schlüter sichtlich Schmerzen verursachten. Dennoch schaffte der Neumünsteraner es mit enormen Kämpferherz in die Pause. Im 3. Durchgang schienen beide Kämpfer schwerer zu atmen. Cicek nahm nun etwas Tempo raus, wodurch Schlüter die nötigen Pausen erhielt, um über die Zeit zu kommen. Boxerisch konnte er den Kampf aber nicht mehr drehen. Sedat Cicek siegte klar nach Punkten.

Junioren, 56 Kilo

Nun trafen Khazed Siala (VGK Celle) und Achraf Godje (BC Neumünster) aufeinander. Godje versuchte seinen üblichen Druck aufzubauen, hatte aber zunächst Probleme, den flinken Siala zu stellen. Der Boxer aus Celle bewegte sich gut und konnte beim Herausgehen immer wieder Konter setzen. Auch in der 2. Runde hatte Godje Probleme. Siala schlug viele Haken und erwies sich als relativ präzise. Allerdings zirkelte er auch zweimal in die Schlaghand seines Gegners hinein, sodass Godje das Gefecht eng halten konnte. Im 3. Durchgang mobilisierten beide Boxer noch einmal ihre Reserven. Siala kam weiterhin mit seinen Kontern zum Zug, während Godje zwar beständig marschierte, dabei aber zu sehr auf Einzelhände fixiert war. Am Ende siegte Khazed Siala nach Punkten.

Elite, 75 Kilo

Danach kamen Viktor Sommer (Olympia Neumünster) und Malik Godje (BC Eckernförde) an der Reihe. Godje eroberte den Vorwärtsgang und arbeitete zunächst viel zum Körper. Sommer konnte größeren Schaden vermeiden, war in der Offensive aber einen Tick zu zögerlich. Ein ähnliches Bild auch im 2. Durchgang. Godje war fleißiger und landete eine Reihe von soliden Treffern, während Sommer zu verhalten agierte. Nur selten ließ der Neumünsteraner sein Talent aufblitzen, sodass Godje seinen Vorsprung ausbauen konnte. Während der 3. Runde konzentrierte sich Sommer weiterhin auf seine Verteidigung, während Godje die Deckung seines Kontrahenten bearbeitete und sich auch die Schlussphase über die Aktivität sichern konnte. Dementsprechend siegte Malik Godje verdient nach Punkten.

Elite, 81 Kilo

Im nächsten Kampf trafen Ike Schmidt (Boxschmiede) und Dominic Mohlzahn (SC Itzehoe) aufeinander. Schmidt war deutlich aktiver und konnte zu Beginn gut zum Körper arbeiten. Mohlzahn hielt gelegentlich dagegen, verlor die Anfangsrunde aber über die Aktivität. In der 2. Runde kam Mohlzahn allerdings stark zurück und konnte mehrfach harte Kopftreffer anbringen, welche Schmidt sichtlich beeinträchtigten. Der Hamburger biss aber die Zähne zusammen und hielt sich mit Einzeltreffern im Kampf. Im Verlauf der 3. und letzten Runde mussten beide Boxer noch einmal viel einstecken. Mohlzahn war in dieser Phase aktiver und schien auch die präziseren Treffer im Ziel zu haben. Schmidt blieb aber stets gefährlich und suchte bis zuletzt seine Chance. Am Ende siegte Dominic Mohlzahn nach Punkten.

Elite, über 91 Kilo

Als letztes waren Safa Behroz (Boxschmiede) und Temur Magmudov (Telekom Lübeck) an der Reihe. Behroz startete offensiv, kam mit seinen Schwingern allerdings nicht wirklich durch. Magmudov wartete kurz ab, ehe er die sich bietenden Lücken nutzte und ein Anzählen seines Gegners erzwang. Behroz stellte sich noch einmal zum Kampf, wurde aber sofort von einer Kombination erwischt, welche ihn zu Boden stolpern ließ. Der Ringrichter zählte erneut und beendete den Kampf wegen Überlegenheit. Ein starker Auftritt von Magmudov, der seine KO-Serie weiterhin aufrecht erhält. (Foto oben: Temur Magmodov mit Trainer Ulrich Worrach)