
Am 21. Februar, an dem Tag wo in Deutschland Arthur Abraham seinen „wichtigen“ 2. Kampf gegen Paul Smith bestreitet, treffen in Monte Carlo zwei ganz andere Kaliber aufeinander. Gennady Golvkin und der Brite Martin Murray wollen im Fürstentum am Mittelmeer gegeneinander kämpfen. Es geht dabei um die WBC-Interim, den IBO- und den WBA Super World Titel Golovkins.
Doch auch in diesem Kampf gibt es mit dem Titelverteidiger einen Favoriten. Es ist durchaus anzunehmen, dass Golovkin mit Murray souverän fertig werden kann. Murray war zwar in seinen letzten vier Kämpfen, zuletzt gegen Max Bursak und Domenico Spada in Monaco siegreich, doch kann er daraus gewiss keinen Heimvorteil ziehen. Golovkin gilt als der beste Mittelgewichtler der Welt, während Murray sich gerade in den Top 10 hält. Auch die KO-Quote Golovkins spricht für sich. Der Kasache hat seit 2008 jeden Kampf vorzeitig gewonnen. Martin Murray müsste schon großes Glück haben, wenn es ihm anders ergeht, als vielen Golovkin-Gegnern vor ihm.
Zusammen mit „K2-Promotions“ veranstaltet auch diesmal der südafrikanische Promoter Rodney Berman im Monaco. Er bringt seinen 26-jährigen Strohgewichts-Champ Hekkie Budler (27(9)-1-0) mit, der seine WBA- und IBO-Titel gegen den ein Jahr jüngeren Mexikaner Jesus Silvestre (30(22)-5(1)-0) verteidigen will. Das wird sicher ein Kampf, bei dem sie Zuschauer schnelles und technisch anspruchsvolles Boxen zu sehen bekommen. In einem weiteren Kampf stehen sich der Franzose Omar Lamiri (13(5)-1-0) und der Brite Lee Haskins (30(13)-3(3)-0) im Kampf um den vakanten EBU (European) Titel im Bantamgewicht gegenüber.
Für Schwergewichts-Fans steht allerdings ein anderer Kampf dieser Veranstaltung im Luxushotel „Salle des Etoiles“ im Fokus. Der 20-jährige Brite Hughie Fury (14(8)-0-0) wird gegen den 31-jährigen Ukrainer Andriy Rudenko (24(16)-1-0) kämpfen. Der Ukrainer hat nur seinen letzten Kampf gegen den Australier Marcus Browne verloren. Sollte Fury diesen Kampf gewinnen können, macht er einen großen Schritt nach vorne. Man kann allerdings auch glauben, dass ein solcher Gegner noch einen Tick zu früh kommt.
Man sieht an dieser Veranstaltung, dass es möglich ist Kämpfe auf eine Card zu bringen, deren Ausgang offen erscheint, wenn die Finanzierung dafür steht. Man veranstaltet eben da, wo es sich lohnt und bleibt weitgehend unabhängig. Man muss nicht unbedingt einen Hauptkampf mit zweifelhafter Ansetzung künstlich hochjubeln und den Rest der Veranstaltung mit eigenen Boxern und den zum Verlieren eingekauften Opfern abdecken. Es ist wohl wie immer im Boxen: Alles eine Frage des Geldes.
Hier Bilder einer Pressekonferenz in LA:
http://youtu.be/Ky_8Q-WJzO4