Jetzt geht „Das Rätsel von Saarbrücken“ in die nächste Runde. Und zwar vor Gericht. Die französische Boxerin Amira Hamazaoui, 11(5)-1(1)-0 hat den BDB verklagt und strebt mit ihrem Anwalt eine einstweilige Verfügung an. Grund dafür ist die Umwandlung von Hamazaouis Sieg über Raja Amasheh, 17(4)-1(0)-1 in ein „No Contest“.
Zur Vorgeschichte: Im Herbst kam es zum einem WM Kampf der Frauen in Saarbrücken. Raja Amasheh, die Deutsche Lokalmatadorin, verlor überraschend nach Punkten, als sie auf die Französin Amira Hamazaoui traf. Anschließend behaupteten Amasheh und ihr Team, es handele sich um ein Fehlurteil und erreichten, dass WBC und BDB ein No Contest aussprachen. Das Kampfvideo kam nur in Fragmenten an die Öffentlichkeit, sodass zunehmend Zweifel aufkeimen. Wurde hier eine politische Entscheidung auf Kosten des Sports getroffen?
Hamazaoui zumindest hat nun Marcus Bartscht – einen Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz – angeheuert. Am 12. Januar um 12:30 wird es am Landgericht in Kiel ein mündliches Verfahren bezüglich einer einstweiligen Verfügung geben. „Es soll erreicht werden, dass der BDB aufhört in der Öffentlichkeit zu behaupten, dass der Kampf kein Ergebnis hat.“, so Bartscht. „Das Erschreckende an der Sache: Hier wird willkürlich ein Sportergebnis im Nachhinein manipuliert! Das verstößt komplett gegen sämtliche Regeln (auch gegen diejenigen des WBC und des BDB) und ist sowieso an Unfairness nicht mehr zu überbieten.“
Dass es durchaus ein Ergebnis gibt, liegt nahe. Zumindest, wenn man die offiziellen Scorecards betrachtet (Bild unten), auf denen man den Kampfverlauf aus Sicht der Punktrichter nachvollziehen kann.
Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterhin entwickelt. Die Aufklärung solcher Fälle – Egal wer nun recht hat – können für den Boxsport, der schon immer von Korruption geprägt war, nur hilfreich sein.





