Bunn schockt Teziev

von | 16. Okt. 2014 | Amateurboxen, Titelstories

Nachbericht: Deutsche Meisterschaft 2014 (4)

Igor Teziev vs Leon Bunn

Die 4. Veranstaltung der Deutschen Meisterschaft 2014 bildete den Start in einen langen Boxtag. Was die Kämpfe betrifft, so gab es das eine oder andere sehr enge Urteil, was auch bei den anwesenden Vertretern der Landesverbände für Diskussionen sorgte. Zum Glück stand aber insgesamt der Sport im Vordergrund. Besonders Leon Bunn aus Hessen überzeugte, als er Top-Favorit Igor Teziev klar nach Punkten besiegte.

Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)

Im ersten Kampf des Tages trafen Eugen Dahinten (Bayern) und Daniel Jaß (Brandenburg) aufeinander. In einem Duell zweier Rechtsausleger war es Dahinten, der sofort die richtige Distanz hatte und Jaß wiederholt mit schnellen zweier und Dreierkombinationen bearbeitete. Jaß agierte beherzt, fand aber kein Mittel um die Distanz zu überbrücken. Ein Anzählen kurz vor dem Gong entschied die Runde endgültig. In der 2. Runde blieb Dahinten überlegen. Jaß hielt ab und an mit Kontern rein und konnte den Beginn des Durchgangs ein wenig enger gestalten. Dahinten drehte aber gegen Ende noch einmal auf. Die 3. Runde hielt die eine oder andere gute Aktion von Jaß bereit, der insgesamt aber zu zögerlich agierte und Dahinten ausreichend Freiraum zur Entfaltung ließ. Dahinten boxte relativ locker, teilweise mit hängender Deckung, einen Punktsieg nach Hause.

Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)

Anschließend waren Theo Krechlok (Berlin) und Siridon Klinaku (Nordrhein Westfalen) an der Reihe. Rechtsausleger Krechlok übte sofort beständigen Druck aus und feuerte immer wieder variable Kombinationen ab. Klinaku antwortete mit einigen Körpertreffen, hatte es gegen seinen aktiven Gegner aber schwer. Im 2. Durchgang wurde der Kampf ein wenig enger. Klinaku versuchte nun, Krechlok mit Gegendruck zu begegnen und brachte im Infight den einen oder anderen linken Haken unter. Krechlok arbeitete dagegen viel zum Körper und hielt das Gefecht eng. In der 3. und letzten Runde hatte Klinaku seinen Rhythmus schließlich gefunden und setzte Krechlok mit hoher Aktivität und schönen linken Haken zu. Der Kampf schien auf der Kippe zu stehen. Doch am Ende war es Theo Krechlok, der mit einem knappen Vorsprung zum Sieger erklärt wurde.

Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)

Kastriot Sopa (Baden Württemberg) bekam es anschließend mit Thulasi Tharumalingam (Niedersachsen) zu tun. Zu Beginn war es Sopa, der besser in den Kampf fand und mehrfach seine rechte Schlaghand ins Ziel brachte. Tharumalingam wartete erst einmal ab, ehe er mit einigen Jabs und Kontern antwortete. Dennoch war die erste Runde wohl beim Favoriten aus Baden Württemberg. Zu Beginn des 2. Durchgangs hatte Sopa eine harte Rechte drin, welche Tharumalingam zu Boden schickte. Der Niedersachse stand wieder auf, blieb den Rest der Runde aber recht abwartend, so dass Sopa seinen Vorsprung über die Schlagfrequenz locker ausbauen konnte. In der 3. Runde versuchte Tharumalingam noch einmal alles. Sopa blieb aber konzentriert und bedachte die Bemühungen mit einigen Kontern. Allzu viel Risiko ging er in dieser Phase aber nicht mehr ein, sodass am Ende ein klarer Punktsieg zustande kam.

Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)

Anschließend boxte Shahan Aybey (Nordrhein Westfalen) gegen Malke Buyukkaya (Nordrhein Westfalen). Buyukkaya startete sofort offensiv und stahl sich ein ums andere Mal am rechten Jab seines Gegners vorbei. Dieser hatte Reichweiten-Vorteile, fand sich aber in einzelnen Situationen an den Seilen wieder, wo er von Buyukkaya bearbeitet wurde. In der 2. Runde wurde Aybey ein wenig aktiver und wies in den Schlagabtäuschen zunehmend mehr Präzision auf. Buyukkaya marschierte zwar immer noch nach vorne, wirkte aber nicht mehr so explosiv, wie noch zu Beginn. So kam es, dass der Schlussdurchgang alles entscheiden musste. Buyukkaya holte in dieser Phase noch einmal alles aus sich heraus und arbeitete vor allem mit Leber- und Aufwärtshaken. Aybey steckte einiges ein und setzte Konter, die im Vergleich aber deutlich seltener kamen. Dennoch entschieden sich die Punktrichter am Ende für Shahan Aybey, der somit eine Runde weiter kam.

Shahan Aybey vs Malke Buyukkaya

Weltergewicht (Bis 69 Kilo)

Jetzt kam die Stunde von Abbass Barou (Nordrhein Westfalen) und Darian Neumann (Hamburg). Zu Beginn konnte Neumann mit Distanzboxen überzeugen. Der druckvolle Barou benötigte etwas Zeit, um warm zu laufen und kam erst am Rundenende auf, als er die Wege besser abschnitt. Eine Rechte kurz vor dem Gong sorgte schließlich dafür, dass Neumann etwas vorschnell angezählt wurde. In der 2. Runde setzte Barou sofort nach und trieb seinen Gegner vor sich her. Neumann hielt die Deckung geschlossen, konnte die Distanz aber nicht mehr halten. So kam es, dass Baraou im Infight arbeiten und ein weiteres Anzählen erzwingen konnte. Der Kampf wurde anschließend noch einmal freigegeben, endete aber kurz darauf. Neumann wurde erneut angezählt und veranlasste seine Ecke zum Wurf des Handtuchs.

Weltergewicht (Bis 69 Kilo)

Angelo Welp (Niedersachsen) bekam es anschließend mit Harun Güler (Nordrhein Westfalen) zu tun. Güler hatte sofort die richtige Distanz und erzwang ein Anzählen von Kerber. Der Niedersachse erlitt zudem einen stark blutenden Cut. Als der Kampf wieder freigegeben war, stürmte Welp offensiv nach vorne und versuchte, Güler in eine Schlacht zu ziehen. Im Verlauf des 2. Durchgangs gelang dieses Unterfangen immer mehr. Güler schaffte es nicht mehr, die Distanz zu halten und ließ sich mehrfach an den Seilen stellen. Welp bearbeitete seinen Gegner mit schweren Kopf- und Körperhaken und holte in dieser Phase mächtig auf. In der 3. und entscheidenden Runde hatte Güler kaum noch Reserven. Obwohl er sich redlich mühte, hatte der aggressive Welp nun die Oberhand und stürmte ohne Unterlass nach vorne, um den Kampf zu drehen. Der starke Auftakt von Güler erwies sich aber als entscheidender Faktor. Der Boxer aus NRW wurde zum knappen Punktsieger erklärt.

Angelo Welp vs Harun Güler

Weltergewicht (Bis 69 Kilo)

Nun waren Clemens Ruder (Bayern) und Slawa Kerber (Niedersachsen) an der Reihe. Rechtsausleger Kerber schaffte es zu Beginn, den Kampf über seine technische Überlegenheit zu dominieren. Ruder wartete erst einmal ab und suchte nach einen Zugang zu seinem Gegner. In der 2. Runde erhöhte Ruder den Druck und kam durchaus mit Einzeltreffern zum Erfolg. Kerber behielt aber meist den Überblick, bewies Reaktionsschnelligkeit und konterte mit Kopf- und Körperhaken. Dennoch zeigte Ruder eine solide Leistung und stürzte sich voller Zuversicht in den 3. und letzten Durchgang. Kerber musste im Infight durchaus einstecken und hatte, obwohl er sich mit Technik und Erfahrung im Kampf hielt, durchaus seine Mühe mit dem Dauerdruck des Konditionsstarken Bayern. Am Ende des unterhaltsamen Schlagabtauschs wurde Slawa Kerber zum Punktsieger erklärt.

Weltergewicht (Bis 69 Kilo)

Anschließend kollidierten Marcel Orsinger (Baden Württemberg) und Philip Nsingi (Brandenburg). Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, welches von beiden Boxern vorwiegend aus der Distanz bestritten wurde. Orsinger bewegte sich etwas mehr und brachte Kombinationen von außen, während sich Nsingi eher auf Einzelschläge konzentrierte. In der 2. Runde wurde Nsingi etwas aggressiver und schnitt die Wege von Orsinger zunehmend ab. Hinzu kam, dass der Baden Württemberger einen Punktabzug wegen Hinterkopf-Schlagens bekam. So baute Nsingi eine kleine Führung auf, mit der es in die 3. und letzte Runde ging. Orsinger fand nun wieder besser rein und brachte mehrfach seine flinken Kombinationen ins Ziel, Nsingi marschierte zwar durchgehend, hatte aber durchaus Probleme, seinen Gegner zu stellen. Ein weiterer Punktabzug machte diese Bemühungen aber wieder zunichte. Am Ende dieses engen Kampfes siegte Philip Nsingi nach Punkten.

Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)

Im nächsten Kampf boxte Igor Teziev (Baden Württemberg) gegen Leon Bunn (Hessen). Beide Boxer einigten sich schnell auf den Infight und lieferten sich dort einen unterhaltsamen Schlagabtausch. Bunn fand zunächst besser in den Kampf und landete mehrfach seinen harten linken Haken, der Teziev mehr Probleme bereitete, als diesem lieb war. Auch in der 2. Runde war Bunn der Kämpfer mit den besseren Treffern. Bei den Schlagabtäuschen, die stets Fuß an Fuß stattfanden, musste Teziev immer wieder den linken Haken schlucken und drohte allmählich, als erster Favorit ins Straucheln zu geraten. In der 3. und letzten Runde holten beide Boxer noch einmal alles aus sich heraus. Das Publikum bekam eine unterhaltsame Schlacht geboten, in der Teziev zwar noch einmal alles versuchte, im Endeffekt aber nicht mehr dazu kam, dem stark boxenden Bunn Einhalt zu gebieten. Der Hesse boxte souverän zu Ende und holte sich einen

Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)

Anschließend trafen Sadula Abdulai (Brandenburg) und Sascha Arsumanjan (Bayern). Abdulai erwischte den besseren Start und konnte mit seiner offensiven Taktik, welche konstanten Druck und präzise Schlaghände umfasste, zum Erfolg kommen. Arsumanjan war bemüht, suchte aber noch nach dem nötigen Überblick im Schlagabtausch. Kurz nach Beginn der 2. Runde kassierte Abdulai einen Punktabzug wegen Haltens. Boxerisch wurde der Kampf nun ein wenig enger, da Arsumanjan im Schlagabtausch Konter zu setzen wusste. Im Schlussdurchgang konnte Abdulai effektiv nachsetzen und seinen bayrischen Gegner mehrfach hart mit der Schlaghand erwischen. Arsumanjan war zwar beherzt, agierte aber viel zu offen. Abdulai nutzte die entstehenden Lücken und konnte sich einen soliden Vorsprung erboxen, welcher schließlich zu einem verdienten Punktsieg führte.

Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)

Jetzt kam die Stunde von Elvis Hetemi (Nordrhein Westfalen) und Markus Finke (Sachsen). Hetemi fand sofort Lücken in der Defensive seines Gegners und schickte Finke mit einer rechten Schlaghand auf die Bretter. Der Sachse kam zwar schnell wieder hoch, fand aber kein Mittel, um den Treffern des NRW Boxers zu entrinnen. Hetemi brachte eine weitere Kombination ins Ziel und schickte Finke erneut runter. Daraufhin brach der Ringrichter das ungleiche Gefecht ab.

Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)

Im letzten Kampf der Veranstaltung bekam es Serge Michel (Bayern) mit Artur Reis (Niedersachsen) zu tun. Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, in dem viel gehalten wurde. Klar absetzen konnte sich zunächst keiner der Beiden Boxer, die jeweils auf Fehler des Gegners warteten. In der 2. Runde konnte Reis einige gute Treffer landen, indem er Michel mit schnellen Kombinationen attackierte. Dabei war nicht alles im Ziel, aber durchaus einiges. Michel landete zwischendurch aber mehrfach seine harte Rechte und hielt den Kampf eng. Die 3. und letzte Runde verhieß also durchaus Spannung. Michel konnte nun mehrere Treffer mit seinem Jab landen und den Kampf ein wenig in die Distanz verlagern. Reis mühte sich aber bis zum Ende und lieferte dem Favoriten durchaus einen Kampf auf Augenhöhe. Am Ende siegte Serge Michel knapp nach Punkten.

Serge Michel vs Artur Reis

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