Yavuz Ertuerk vs Eduardo Pereira dos Reis

Am gestrigen Dienstag bekamen die Zuschauer in Regensburg einen IBF Interconti-Titelkampf zu sehen, in dem sich Yavuz Ertürk den Gürtel sichern konnte, indem er den Brasilianer Eduardo Pereira Dos Reis durch TKO Bezwang. Des weiteren waren u.a. die Talente Alem Begic, Petar Maukovic und Xenia Jorneac erfolgreich.

Halbschwergewicht

Petar Maukovic, 11(11)-0-0 bekam es mit dem erfahrenen Journeyman Aleksandar Jankovic, 10(8)-38(27)-0 zu tun. Der unbesiegte KO König Muakovic stürmte sofort aggressiv nach vorne und war darum bemüht, Jankovic zu zermürben. Dabei kamen viele harte Körpertreffer zustande. Zum Kopf deckte sich Jankovic allerdings solide und konnte nach einiger Zeit auch den einen oder anderen harten Konter ins Ziel bringen. Auch in der 2. Runde hielt Jankovic gut mit. Maukovic entpuppte sich trotz seines Rekordes als relativ limitiert und bot viele Lücken, welche auch prompt ausgenutzt wurden. Es folgen mehrere harte Schlagabtäusche mit Treffern auf beiden Seiten. Klar absetzen konnte sich in dieser Phase keiner der Beiden. Umso ernüchternder war das abrupte Ende des Kampfes, als Jankovic in der Pause aufgab. Ein etwas seltsames Ende für einen eigentlich recht spannenden Kampf.

Bantamgewicht

Nun war Xenia Jorneac, 5(2)-1(0)-0 an der Reihe. Sie traf auf Sonja Soknic, 0-6(6)-0 aus Bosnien. Rechtsauslegerin Jorneac bestimmte das Gefecht von der ersten Sekunde an und trieb ihre Gegnerin, die mit nicht ganz ausgereifter Beinarbeit nach hinten stolperte, durch den Ring. Dabei fiel es ihr nicht schwer, die Wege abzuschneiden und Treffer anzubringen. Einer davon, nämlich eine rechte Gerade, schickte Soknic schließlich zu Boden. Und zwar hart. Die Bosnierin blieb mehrere Minuten bewusstlos liegen, ehe sie wieder auf die Beine kam. Ein krachender KO Sieg für Jorneac, die einen soliden Eindruck hinterließ.

Federgewicht

Anschließend kam es zum Duell zwischen Maja Milenkovic, 2(1)-6(2)-0 und Ivana Mirkov, 0-8(4)-0. Milenkovic hatte Regina Halmichs Entdecker Jürgen Lutz in der Ecke, welcher sie mit einem Rekord von 0-6 im Sparring beobachtet hatte und daraufhin beschloss, dass in ihr mehr schlummert, als nur eine Aufbaugegnerin. Im Duell mit der zähen Mirkov konnte Milenkovic von Beginn an klare boxerische Vorteile. Mit einer hohen Schlagfrequenz, vielen Körpertreffern und variablen Kombinationen konnte sich Milenkovic in allen vier Runden deutliche Vorteile verschaffen, kam aber nie in die Nähe eines vorzeitigen Sieges. Mirkov erwies sich als verbissene Kämpferin und schaffte es ohne große Probleme über die Distanz. Am klaren Punktsieg von Maja Milenkovic gab es aber keine Zweifel.

Cruisergewicht

Enrico Hilgert, 1(1)-0-0 traf in seinem Debüt auf Aleksandar Radislavjevic, 0-6(6)-0. Der Kampf war nicht von langer Dauer. Hilgert stocherte ein wenig mit dem Jab herum und wartete ab, ob Radislavjevic großartig Gegenwehr zeigte. Schließlich traf der Deutsche mit einer Rechten zum Körper, welche Radislavjevic sichtlich weh tat. Daraufhin setzte Hilgert nach und schickte seinen Kontrahenten mit einem linken Haken auf die Bretter. Radislavjevic kam zwar wieder hoch, wirkte dabei aber relativ lustlos. Dies reichte dem Ringrichter, um den Kampf abzubrechen.

Leichtgewicht

Danach boxte Michael Biola Jagun, 1(1)-0-0 gegen Sinisa Legen, 0-5(5)-0. Es entwickelte sich eine recht wilde Keilerei, in der beide Boxer den offenen Schlagabtausch suchten und zu Treffern kamen. Das bessere Ende hatte dann aber der debütierende Jagun für sich, als er Legen mit einer harten Rechten erwischte und für den KO in den Ringstaub schickte. Somit konnte Michael Biola Jagun ein erfolgreiches Debüt feiern, während Sinisa Legen weiterhin auf der Suche nach seinem ersten Erfolg ist.

Halbschwergewicht

Anschließend bestritt Denis Simcic, 30(16)-3(2)-1 einen Aufbaukampf gegen Aleksandar Golic, 0-1(1)-0 einen Umsteiger aus dem Kickboxen. Simcic konnte sich sofort Vorteile verschaffen und arbeitete viel zum Körper seines eher defensiv agierenden Gegners. Die Vorstöße von Golic trafen meist nur die Luft, da Simcic trotz hängender Deckung auf der Hut war und die Attacken seines Gegenübers bereits im Ansatz erkannte. Kurz vor Ende der Runde erzielte Simcic den ersten Niederschlag, nachdem er mit der Rechten zum Kopf durchgekommen war. Golic stand allerdings wieder auf und rettete sich mit viel Kämpferherz in die Pause. Im 2. Durchgang folgte der zweite Bodenbesuch. Simcic hatte seinen Gegner mit einem rechten Haken abgefangen, als dieser in die falsche Richtung rausging. Erneut stand Golic auf, wurde aber nach dem kurz darauf folgenden dritten Niederschlag durch den Wurf des Handtuchs erlöst.

Schwergewicht

Freksim Povataj, 5(4)-1(1)-1 bekam es anschließend mit dem deutlich leichteren Branislav Plavsic, 1(0)-6(6)-0 zu tun. Plavsic war durchaus bemüht, musste aber schnell erkennen, dass Povatajs Physis der entscheidende Faktor sein würde. Bereits in der 1. Runde kam es zu insgesamt drei Niederschlägen. Der beherzte Journeyman stand jedesmal wieder auf und suchte seine Chance, hatte aber letztendlich das Nachsehen. Nach einem weiteren Anzählen zu Beginn der 2. Runde beschloss der Ringrichter, das ungleiche Duell zu beenden.

Halbschwergewicht

Nun boxte Shefat Isufi, 19(14)-3(1)-2 gegen den erfahrenen Slavisa Simeunovic, 18(16)-13(12)-0

Dieser hatte dem boxerisch deutlich besser ausgebildeten Isufi nicht viel entgegenzusetzen, zeigte aber immerhin enormes Kämpferherz. Nachdem Isufi die 1. Runde über seinen Jab und flinke Kombinationen bestimmt hatte, erzielte er im 2. Durchgang gleich mehrere Niederschläge. Hilfreich war dabei immer wieder der rechte Haken, welcher die Lücke in Simeunovics Deckung hervorragend ausfüllte. Insgesamt viermal musste Simeunovic runter, ehe der Ringrichter ein Einsehen hatte und das Gefecht abbrach.

Halbweltergewicht

Im letzten Frauenkampf des Abends kollidierten Hasna Tukic, 5(4)-3(2)-0 und Amra Okugic, 0-3(2)-0. Tukic konnte von Beginn an ihre technische Überlegenheit ausspielen und Okugic klar treffen. Sowohl von außen als auch im Infight war Tukic die bestimmende Boxerin. Ungeachtet dessen erwies sich Okugic als zähe Gegnerin, die in der Offensive zwar relativ harmlos war, dafür aber eine Menge einsteckte und Tukic arbeiten ließ. Irgendwann war die Bosnierin dann aber derart zermürbt, dass sie in der Pause zur 5. Runde aufgab. Ein starker Auftritt der Regensburgerin Tukic, die mit nun drei Siegen am Stück an einen Titelkampf heranarbeitet.

https://youtu.be/HlbHsU7ZRJk

Leichtgewicht

Im Hauptkampf des Abends traf Yavuz Ertürk auf den Brasilianer Eduardo Pereira Dos Reis. Der IBF Interconti-Titel stand auf dem Spiel. Dos Reis zeigte gleich zu Beginn, dass er ein würdiger Gegner war und setzte Ertürk durchaus zu. Der Kölner Deutschtürke hielt gut dagegen, brauchte aber eine Weile, bis er sich auf seinen aggressiven Gegner eingestellt hatte. In der 4. Runde hatte Dos Reis zunächst Vorteile, ehe Ertürk mit einer harten Körperserie durchkam, welche Dos Reis in die Defensive zwang. Ertürk setzte daraufhin nach und brachte die brasilianische Ecke zum Wurf des Handtuchs. Eine etwas voreilige Entscheidung, weil Dos Reis viele Schläge blocken und auspendeln konnte und noch voll im Kampf war. Selbst Veranstalter Dalibor Ban konnte nur mit dem Kopf schütteln.

https://youtu.be/XAH4HBMd-7U

Halbschwergewicht

Als letztes trat Alem Begic im Kampf um den UBF Europa Titel gegen den Georgier Giorgi Aduashvili an. Es stellte sich schnell heraus, dass der Münchner Begic die bessere Technik im Gepäck hatte. Aduashvili war zwar bemüht, musste aber schon in der 2. Runde nach einem Körpertreffer zu Boden. Zwar rettete sich Aduashvili in die nächste Runde, war aber auch dort relativ chancenlos. Begiv variierte nun auch mal zum Kopf und wechselte die Schläge, welche sich für Aduashvilis Bodenbesuche verantwortlich zeigten, immer mal wieder durch. Mal zum Kopf, mal zum Körper – Aber immer mit Erfolg. Nach dem insgesamt 4. Niederschlag zu Beginn der 4. Runde beendete der Ringrichter das Gefecht und erlöste den Georgier.