Frauen DM: Das Finale der Elite
Nachdem noch zwei Jugend-Kämpfe stattfanden, kamen am Abend die Boxerinnen der Elite dran. Dabei gab es die eine oder andere Überraschung, in erster Linie aber Boxen auf hohem Niveau. Besonders das Finale der 57 Kilo Klasse (Foto) wird einigen in Erinnerung bleiben. Aber auch die anderen Kämpfe hielten einiges für die Zuschauer bereit.
Jugend, 48 Kilo
Im ersten Kampf trafen Justine Metzdorf (Brandenburg) und Marie Maciejewski (Mecklenburg Vorpommern) aufeinander. Es entwickelte sich ein enges Gefecht, in dem Maciejewski mit schnellen Kombinationen und Metzdorf in erster Linie mit langen Geraden agierte. Klar absetzen konnte sich noch keine der Beiden. In der 2. Runde konnte sich Maciejewski Vorteile verschaffen. Immer wieder attackierte die Stralsunderin mit variablen Serien, ging zur Seite raus und setzte nach. Dabei blieb ihre Deckung stets geschlossen. Metzdorf mühte sich redlich, hatte aber Probleme, ihre flinke Gegnerin klar zu treffen. Im 3. Durchgang konnte Maciejewski ihre Führung weiter ausbauen. Metzdorf hatte aber ihre Momente und kam ein wenig auf. Insgesamt war die Norddeutsche aber immer noch besser. Auch in der 4. und letzten Runde blieb dieses Muster erhalten. Maciejewski war abgeklärter und boxte ihren Sieg konzentriert nach Hause. Eine starke Leistung der Stralsunderin.
Jugend, 69 Kilo
Jetzt kam die Stunde von Natalia Pawletko (Nordrhein Westfalen) und Bineta Hansen (Schleswig Holstein). Es entwickelte sich ein enger Kampf, in dem Pawletko schneller die richtige Distanz fand und einen Hauch präziser war. Hansen hatte aber harte Einzeltreffer im Ziel und hielt das Gefecht offen. In der 2. Runde kam Hansen auf und konnte mehrfach mit schnellem rein und raus zum Zug kommen. Pawletko musste einige Kombinationen einstecken, hatte aber noch immer einzelne Konter drin. In der 3. Runde war Pawletko wieder leicht im Vorteil. In den einzelnen Schlagabtäuschen war sie ein wenig präziser und konnte sich so wieder eine knappe Führung erarbeiten. Im 4. Durchgang holten beide Boxerinnen noch einmal alles aus sich raus und konnten harte Treffer landen. Am Ende eines spannenden Schlagabtausches siegte Natalia Pawletko nach Punkten und wurde Deutsche Meisterin.
Elite, 48 Kilo
Danach waren Diana Loichinger (Bayern) und Felicitas Vogt (Baden Württemberg) an der Reihe. Der Kampf begann eng. Beide Boxerinnen zeigten schöne Technik und kamen in etwa gleichem Maße zum Erfolg. Auch die 2. Runde verlief eng. Vogt agierte ein wenig offensiver und kam mit ihrer Rechten zum Erfolg, während Loichinger mit harten Kontern durchkam. Die Stimmung in der Halle war – Der Spannung entsprechend – hervorragend. Während des 3. Durchgangs kamen erneut beide Kämpferinnen zum Zug. Vogt hatte harte Einzelhände im Ziel, konnte aber nicht verhindern, dass Loichinger mit der Zeit eine hauchdünne Führung aufbaute. In der 4. und letzten Runde konnte Loichinger wiederholt ihre Rechte ins Ziel bringen. Trotz einzelner Konter von Vogt zog die Lokalmatadorin mit ihrem Schlussspurt ein wenig davon und sicherte sich am Ende einen Punktsieg. Vogt reagierte enttäuscht auf das Urteil, welches in der Tat ein wenig zu deutlich ausfiel.
Elite, 52,5 Kilo
Anschließend boxte Pinar Yilmaz (Nordrhein Westfalen) gegen Ornella Wahner (Berlin). Die Berlinerin erwischte den besseren Start. Wiederholt kam Wahner mit blitzschnellen Kombinationen zum Erfolg und war dabei meist einen Tick präziser als Yilmaz. Auch im 2. Durchgang fand Wahner viele Möglichkeiten, um Treffer zu setzen. Immer wieder ging Wahner schnell rein, erwischte Yilmaz mit kleinen Nadelstichen und war sofort wieder auf Distanz. In der 3. Runde kam Wahner erneut mit flinken Händen zum Zug. Yilmaz hatte vereinzelte Konter drin, kam aber nicht gegen Geschwindigkeit und Schlagfrequenz der Berlinerin an. Dieses Muster blieb bis zum Schluss erhalten. Wahner blieb konzentriert und holte sich am Ende einen verdienten Punktsieg.
Elite, 54 Kilo
Kristina Slobodjanikov (Bayern) bekam es anschließend mit Azize Nimani (Baden Württemberg) zu tun. Nimani konnte sich zu Beginn Vorteile verschaffen. Ihre Schläge kamen ebenso explosiv wie präzise und ließen Slobodjanikov kaum Gelegenheit zum reagieren. Auch in der 2. Runde war Nimani dominant. Slobodjanikov hatte durchaus ihre Momente, konnte aber nicht mit den aus allen Winkeln kommenden Kombinationen ihrer Gegnerin mithalten, die immer wieder im Ziel waren und die Führung erweiterten. Während des 3. Durchgangs konnte Slobodjanikov eine harte Rechte ins Ziel bringen, musste unter dem Strich aber immer noch deutlich mehr Treffer nehmen. Dennoch marschierte sie unermüdlich nach vorne und suchte ihre Chance. Dieses Muster blieb auch in der letzten Runde erhalten, sodass Azize Nimani am Ende zur Punktsiegerin erklärt wurde.
Elite, 57 Kilo
Nun kam es zum Duell zwischen Nomin Deutsch (Baden Württemberg) und Sandra Atanassow (Sachsen). Atanassow konnte von Beginn an harte Geraden am Kopf der nach vorne marschierenden Deutsch anbringen. Diese hielt das Tempo extrem hoch, kam aber zunächst nicht in die richtige Distanz, um ihren linken Haken abzufeuern, der in den letzten beiden Runden entscheidend gewesen war. In der 2. Runde wurde der Kampf enger. Es entwickelte sich eine wahre Ringschlacht, in deren Verlauf beide Kämpferinnen zu harten Volltreffern kamen. Deutsch kam nun auf und holte sich die Runde bei allen drei Punktrichtern. Auch die 3. Runde war hart umkämpft und riss die Zuschauer mit durchgehender Action von den Sitzen. Die Kämpferinnen schenkten sich nichts und zeigten neben reiner Härte auch variable Technik. Auch die 4. Runde war enorm spannend. Atanassow arbeitete mehr und hatte einiges drin. Deutschs schwere Haken sahen allerdings sehr spektakulär aus und zogen die Punktrichter letztendlich knapp auf ihre Seite. Nomin Deutsch siegte nach Punkten und wurde Deutsche Meisterin. Verliererinnen hatte dieser Kampf aber keine.
Elite, 60 Kilo
Jetzt waren Nina Meinke (Berlin) und Tasheena Bugar (Baden Württemberg) an der Reihe. Der Kampf verlief von Beginn an sehr offensiv. Beide Kämpferinnen zeigten schöne Technik, stürzten sich aber auch ohne zu zögern in eine Schlacht. Rechtsauslegerin Meinke kam mit ihrer Linken zum Erfolg, während Bugar mit der eigenen Schlaghand antwortete. Krachende Treffer auf beiden Seiten waren die Folge. Im Verlauf der 2. Runde kam Meinke auf und brachte mehrfach hintereinander ihre harte Linke ins Ziel. Bugar hatte immer noch Einzeltreffer drin, schien in dieser Phase aber Nachteile zu haben. In der 3. Runde konnte Bugar schön mit dem Jab arbeiten, während Meinke die krachenden Wirkungstreffer im Ziel hatte und damit immer überlegener wurde. Dies setzte sich auch im 4. Durchgang fort, als beide Boxerinnen noch einmal alles aus sich heraus holten. Am Ende hatte es den Anschein, als habe Meinke den Kampf für sich entschieden. Doch zur Überraschung aller war es Tasheena Bugar, die zur Meisterin erklärt wurde.
Elite, 64 Kilo
Danach traf Stephanie Tubach (Nordrhein Westfalen) auf Irina Schönberger (Baden Württemberg). Tubach war darum bemüht, die Distanz zu verkürzen, lief dabei aber wiederholt in die präzisen Geraden von Schönberger hinein. In der 2. Runde kam Tubach ein wenig besser zum Zug. Schönberger hatte immer noch schöne Konter drin, war aber nicht mehr ganz so dominant wie zuvor. In der 3. Runde konnte sich Schönberger wieder ein wenig mehr absetzen. Tubach marschierte zwar konstant nach vorne und hatte durchaus ihre Momente, konnte die Konter ihrer Gegnerin aber nicht ganz unterbinden. Während des 4. Durchgangs drängte Tubach ihre Gegnerin vermehrt an die Seile. Schönberger konnte sich nicht mehr so stark entziehen, wie noch zu Beginn. Dennoch reichte es, um einen verdienten Punktsieg ins Ziel zu retten.
Elite, 69 Kilo
Nun kollidierten Janine Hofmann (Hessen) und Darlene Jörling (Nordrhein Westfalen). Zu Beginn konnte Hofmann durchaus Erfolge für sich verbuchen. Sie drängte Jörling mit ihrem Jab an die Seile zurück und landete dort den einen oder anderen klaren Treffer. In der 2. Runde konnte Jörling einige Konter landen, hatte aber noch immer Probleme mit der klug nach vorne drängenden Hofmann. Dieses Muster setzte sich auch im 3. Durchgang fort. Jörling kam trotz aller Bemühungen nicht von den Seilen weg und war phasenweise sehr passiv, während Hofmann ihre Taktik konsequent durchzog und stets die aktivere Boxerin war. Im 4. und letzten Durchgang marschierte Hofmann weiter an. Sie hatte weiterhin klare Treffer drin, musste nun aber auch harte Konter nehmen. Am Ende musste der Hilfspunkt her, da sich die Offiziellen nicht einig waren. Am Ende wurde Darlene Jörling zur Siegerin erklärt. Ein Urteil, über das man diskutieren könnte.
Elite, 75 Kilo
Im letzten Kampf des Tages trafen Andrea Strohmaier (Niedersachsen) und Nadine Apetz (Nordrhein Westfalen) aufeinander. Der Kampf begann recht eng, wobei Rechtsauslegerin Strohmaier das etwas bessere Auge zu haben schien und sich eine leichte Führung aufbaute. Erst im 2. Durchgang kam Apetz ein wenig auf und fand ein Ziel für ihre rechte Schlaghand. Dennoch blieb Strohmaier mit ihrer linken gefährlich. In der 3. Runde blieb Strohmaier bestimmend. Apetz hatte zwar Einzeltreffer drin, konnte unter dem Strich aber nicht gegen die konstanten Zähler ankommen, die Strohmaier mit ihrer Schlaghand für sich verbuchte. Daran änderte sich auch in der 4. Runde nichts. Strohmaier blieb konzentriert und ließ sich den verdienten Punktsieg nicht mehr nehmen.
