Dejan Zlaticanin, 19(13)-0-0 schaffte es am Freitagabend, den wichtigsten Sieg seiner Karriere zu feiern. Der Leichtgewichtler aus Montenegro bezwang Ricky Burns, 36(11)-4(0)-1 über 12 Runden knapp nach Punkten. Da die Hälfte des Kampfes aufgrund technischer Probleme nicht übertragen wurde, herrschen allerdings Zweifel, ob der Kampf wirklich so knapp war, wie vom Veranstalter behauptet.
Den ersten Wirkungstreffer brachte Zlaticanin bereits nach wenigen Sekunden an. Eine linke Schlaghand fällte Burns und sorgte für einen harten Niederschlag. Der Schotte stand schnell wieder auf und erholte sich, musste die Runde aber klar abgeben. Zlaticanin arbeitete in den kommenden Durchgängen konsequent zum Körper und sorgte auf diese Weise für spätere Runden vor. Zum Kopf ging das unbesiegte Talent lediglich, wenn sich Burns sowieso öffnete. Immer wieder traf die Schlaghand Zlaticanins als Konter ins Ziel. Burns mühte sich redlich, war aber sowohl mit einer offensiven als auch mit einer abwartenden Taktik im Hintertreffen. Zlaticanin zermürbte den Favoriten Stück für Stück. Nach Fünf Runden sorgte ein Blitzschlag dafür, dass die Übertragung von Sky abbrach. So bekamen die Zuschauer nicht zu sehen, wie Burns laut Aussage der Kommentatoren aufholte. Bis die TV Bilder veröffentlicht werden, bleibt diese Aussage allerdings zweifelhaft. Tatsache ist, dass die Technik ab der 10. Runde wieder funktionierte. Zlaticanin baute in dieser Phase tatsächlich ab, holte sich aber zumindest den 11. Durchgang deutlich. Mit Sechs gewonnenen Runden war den Fans und Beobachtern klar, dass Zlaticanin mindestens ein Unentschieden erreicht haben müsste. Doch Argwohn gegenüber Burns, der bereits mehrfach umstrittene Punktentscheidungen bekommen hatte, begleitete die Zeit bis zur Urteilsverkündung.
Am Ende werteten die Punktrichter mit 113-115, 115-113 und 115-113 für Dejan Zlaticanin. Der britische Punktrichter sah es für Burns, der aus Montenegro für Zlaticanin und der US-Offizielle entschied den Kampf für den Gast. Ein schaler Beigeschmack bleibt, da die Wertung für Burns nüchtern betrachtet nicht möglich war.