Foto: Pepe Rodriguez

Der Kampf liegt zwar schon 4 Wochen zurück, lohnt sich aber in der momentan an Frauenboxen armen Zeit anzuschauen. Es war der 3. „Ausflug“ von Alesia Graf nach Mexiko. Das Ziel diesmal: Der vakante WBC-Titel im Bantamgewicht. Die Gegnerin diesmal: Yazmin Rivas. Der Kampf war in Mexiko groß angekündigt. Man kannte Alesia Graf als Top-Gegnerin, auch wenn die beiden vorherigen Kämpfe gegen Maria Torres nach Punkten und gegen Zulina Munoz wegen Verletzung verloren gingen.

Graf vs Rivas

Das Ergebnis dieses 3. Graf – Kampfes war etwas niederschmetternd. Wenn man den Kampf dazu sieht, würde man als unabhängiger Zuschauer wohl kaum auf eine Wertung von 91:99 und 2x 90:98 zugunsten Rivas kommen. Die Runden waren durchweg sehr eng und man muss schon jeweils eine große Schippe Heimvorteil nachlegen, wenn man fast alle Runden bei der Heimboxerin sehen will. Doch in diesem Hexenkessel, dem neu gebauten „La Roca“, schien alles möglich. Anders herum muss man auch zubilligen, Graf hätte für ein anderes Urteil in jeder Runde noch 2 oder 3 klarere Hände mehr bringen müssen. So gingen die knappen Runden alle an Rivas, die sich damit den WBC-Titel holte.

Zuschauer, die diesen Titelfight live am Ring miterlebt haben, nannten diesen Kampf einen der besten Frauenkämpfe, den sie jemals gesehen haben. Ob man sich dieser Meinung anschließen kann, hängt wohl davon ab, was man bisher gesehen hat. Beide Boxerinnen kämpfte bis zum Ende der 10. Runde mit hohem konditionellen Einsatz. Ohne Übertreibung kann man feststellen, dass Alesia Graf sogar besser boxte als früher in ihren WM-Kämpfen unter Universum-Flagge. Diesen Kampf gegen Rivas hätte sie wohl vor 5 oder 7 Jahren in Hamburg mit mindestens 96:94, wenn nicht sogar mit 97:93 gewonnen. Trotz dieser Niederlage bleibt Alesia Graf eine der gefragtesten Gegnerinnen für Kämpfe auf höchstem Level.