Nach dem „viel Wind um Nichts“ im Vorfeld dieses Kampfes ist eigentlich nur das eingetreten, was man von vorn herein dachte. Alex Leapai ist nur mit viel Glück und wegen einer schwachen Leistung von Boytsov zum Pflichtherausforderer geworden. Gut, mit ein bisschen Glück hätte ein „lucky Punch“ gelingen können, doch diese Möglichkeit lag bereits nach 2 Runden dieses Kampfes schon nicht mehr in der Luft, als immer deutlicher wurde, dass Leapai ganz einfach die boxerischen Mittel fehlen um einen solchen Schlag platzieren zu können.
Man muss auch nicht die Schlagstatistiken bemühen um zu sehen, dass dieser Kampf im Grunde genommen ein Missmatch war. Deutlicher gesagt: Leapai war als Verlierer für Boytsov eingekauft worden und wurde dieser Rolle erst gegen Klitschko gerecht. Wladimir Klitschko hatte damit eine leichte Pflichtverteidigung zu absolvieren. Einen größeren Gefallen hätte man ihm kaum tun können, als Leapai zum Pflichtherausforderer werden zu lassen. Wieder einmal hat sich ein Gegner als ungeeignet erwiesen, den Superweltmeister zu schlagen.
Sicher wäre es eine begrüßenswerte Sensation gewesen, wenn es anders wäre, aber nun kann man auch dieses Kapitel abschließen und sehen was die Zukunft bringt. Naheliegend ist demächst ein Kampf gegen IBF-Herausforderer Kubrat Pulev, der sicher einige Qualitäten mehr aufzuweisen hat als Alex Leapai, der mit der Börse seines Lebens im Reisegepäck zurück nach Downunder zu seiner Familie mit 6 Kindern reist. Es sei ihm gegönnt.
Was an der Boxveranstaltung, bzw. der Übertragung dieses Events allerdings störend wirkte, war das Vermischen von Sport und Politik. So ernst die Lage in der Ukraine auch sein mag. Im Sport sollte das politisieren nich die Hauptrolle übernehmen. Die Berichterstattung über die politischen Aktivitäten von Vitali Klitschko sind vielleicht bemerkenswert, doch sollte RTL es einfach mal lassen, die Bühne für eine Meinung zu bilden und jedem Boxfan diese eine politische Meinung als die einzig richtige verkaufen zu wollen. Da hilft es auch nicht, 20x mal die gleichen Szenen aus bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen zu zeigen um die politische Meinung von Herrn Vitali Klitschko zu favorisieren, weil einfach nicht in eine Sportsendung gehört.
