Schaut man sich die Fightcard der Sauerland-Veranstaltung am 30. August in Halle/Westfalen an, wird Boxfans auffallen, dass die Undercard diesmal interessanter aussieht und mehr Spannung verspricht, als der Hauptkampf dieser Veranstaltung. Vielleicht ist es etwas kühn zu behaupten, dass einige Undercard-Kämpfe die eigentlichen Hauptkämpfe dieser Veranstaltung sind. Zumindest was die Spannung angeht. Der Kampf zwischen Leon Harth und Murat Gassiev ist vielleicht der boxerisch anspruchsvollste der Veranstaltung – zumindest wenn man von den „zu Null“ – Kampfrekorden beider Boxer ausgeht.

Als Gastboxer in Halle dabei ist erneut der 18-jährige Vincent Feigenbutz aus Karlsruhe. Er kämpft gegen den 35-jährigen Bosnier Slavisa Simeunovic (14/(12)-8(7)-0). Dabei geht es gleich um 2 Titel: Den GBU-Inter-Continental und den Interim-WBO-Inter-Continental. Bedenkt man, wie „Box-Rowdy“ Feigenbutz aus seinen jeweiligen Gegnern im Ring Kleinholz macht, kann es nur eine kleine Siegchance für Simeunovic geben. Ohne vorweg greifen zu wollen: Feigenbutz würde im Falle eines weiteren Sieges den nächsten großen Schritt nach vorne machen. Mit dem Interim WBO-Inter-Continental Titel hätte er sogar die Möglichkeit, sowohl Robert Stieglitz als auch Arthur Abraham herausfordern zu dürfen. Auch die ARD hat des hohe Potential des Karlsruhers bereits erkannt und will den Fight zwischen Feigenbutz und Simeunovic am Samstag live zeigen.
Eigentlich wäre die ganze Card live im TV sehenswert und es bleibt zu hoffen, dass die Berichterstattung darüber diesmal etwas großzügiger als die ewigen Interviews ausfallen wird. Die Zuschauer in der Halle sind da natürlich im Vorteil. Allein wegen dem Kampf von Besar Nimani wird ein großer Teil der Tickets weggegangen sein. Enrico Kölling wird zu einem 12-Runden Kampf antreten und Dennis Boytsov sein Comeback starten. Schwergewichtshoffnung Otto Wallin bestreitet einen weiteren Aufbaukampf. Marko Nikolic tritt in seinem 3. Profikampf über 4 Runden gegen Peter Hegyes an.

Auch ohne den berühmten Blick in die Glaskugel kann man deutlich sehen: Hucks Gegner, Mirko Larghetti ist kein WM-Herausforderer, der bisher starke Gegner hatte. Seine kleinen Titelgewinne kamen gegen schwache Boxer zustande. Er ist im BoxRec-Ranking auf Platz 37 zu finden. Das er einen blütenreinen Kampfrekord vorweisen kann, zeugt eher von handverlesener Gegnerwahl, als von Stärke. Man kann davon ausgehen, Huck wird mit ihm schneller fertig, als zuletzt mit Firat Arslan. Das im Vorfeld ein bisschen Hype um diesen Kampf gemacht wird, liegt in der Natur der Dinge. Dazu gehört auch der (Gähn-) Joke mit den Spaghetti. Übersteht der Italiener die 12 Runden, sollte man sich Sorgen um Huck machen. So einen Kampf muss er in 4-6 Runden in der Tasche haben. Mal sehen wie es ausgeht und was Marco Huck nach diesem Kampf zu verkünden hat. Aufstieg ins Schwergewicht? Kämpfe in den USA? Wir werden sehen.