Fotos: Team Kentikian

Am 31. Mai will Felix Sturm seinen IBF-Titel im Mittelgewicht gegen Pflichtherausforderer Sam Soliman verteidigen. Der Kampf wurde von Seiten der Sturm-Promotion als Tag der Abrechnung, bzw. als „Rache des Champions“ ausgerufen. Es ist durchaus denkbar, dass Felix Sturm diesmal „Nägel mit Köpfen“ machen und dabei Soliman vorzeitig besiegen will. Diesmal wird es wohl nicht dazu kommen, dass er seinen Gegner 2x „durch die Lappen“ gehen lässt und dabei den sicher geglaubten Sieg verspielt. Man muss kein Glaskugelversteher sein um zu ahnen, dass Sturm bei dieser Gelegenheit Soliman vorführen und weltmeisterlich weghauen will.

sturm kentikianEtwas ähnliches ist auch betreffs der Gegnerwahl für Susi Kentikian anzunehmen. Susi Kentikian hatte als ehemals „Killerqueen“ genannte, schon lange keinen KO-Sieg mehr. Nach knappen Niederlagen und damit verbundenen Titelverlusten hat sie sich im letzten Jahr zurück gekämpft, aber auf einen KO-Sieg warteten ihre Fans in letzter Zeit vergebens. Als Gegnerin am 31. Mai zur WBA-Titelverteidigung wurde die 23-jährige Koreanerin Dan-Bi Kim benannt. Die 150 cm große Minimumgewichtlerin hat einen Kampfrekord von 9(2)-2(0)-1 und ist in ihrer Gewichtsklasse auf Platz 39 in der BoxRec-Wertung zu finden. Man fühlt sich rein nach diesen zahlenmäßigen Vorzeichen an das Missmatch gegen Sarah Goodson erinnert. Etwas anderes als in diesem Kampf von 2008 kann da eigentlich nicht rauskommen. Die völlig überforderte Goodson war damals eher dem Heulen nahe, als dass sie eine würdige WM-Herausforderin war.

killer queenDer Name „Killerqueen“ wurde Susi Kentikian vom damaligen „Universum“-Management verordnet. Damals stimmte dieser Kampfname ja auch, weil ihre Gegnerschaft kaum mit ihr über die Runden kam. Ihr Ehrgeiz, nur gegen die besten Boxerinnen antreten zu wollen, führte dann natürlich zum absinken ihrer KO-Quote. Ihren letzten vorzeitigen Sieg konnte Susi Kentikian 2008 gegen Mary Ortega feiern, die sie in Runde 1 regelrecht überrumpelte, bevor Ortega überhaupt richtig in den Kampf kam. Vielleicht wäre es die bessere Variante gewesen, Ortega noch einmal eine Chance zu geben, statt jetzt ihren WBA-Titel gegen eine Minimumgewichtlerin zu verteidigen, die von vorn herein kaum eine Gegnerin auf Augenhöhe sein dürfte. Mary Ortega beendete am letzten Samstag ihre Karriere mit einem vorzeitigen Sieg in Runde 1 bei einer Kleinveranstaltung in ihrer Heimatstadt Kansas/USA. Seit ihrer Niederlage gegen Susi Kentikian träumte sie von einer 2. Chance – leider kam es nie dazu.

Jetzt liegen Kampfmantel und Gürtel bereit. Auf dem Mantel ist wieder der Name „Killerqueen“ zu lesen. Offenbar ist es die Absicht, am 31. Mai in Krefeld endlich wieder einmal mit einem vorzeitigen Sieg aufzuwarten und die Fans zu begeistern. Eigentlich eine gute Idee, doch muss man in diesem Fall kritisch hinterfragen, ob die Gegnerwahl nicht etwa viel zu schwach ausfällt. Mehr als bei dem Missmatch gegen Sarah Goodson kann dabei eigentlich kaum rauskommen. Es sei Susi Kentikian auch mal ein leichter Kampf gegönnt, aber muss es wirklich so eine Kampfansetzung sein?