sharon Anyos pinkMit fast 44 Jahren und nach mehr als 7 Jahren Ringabstinenz will sich die Australierin Sharon Anyos im Boxsport zurück melden und es dabei mit grausamen Gegnern aufnehmen. Diese Gegner heißen Fettleibigkeit, koronare Herzkrankheit und Osteoporose.

„Wild Thing“ – so ihr schon früher kämpferischer Ringname, ist inzwischen Mutter von 4 Söhnen. Ihr Gewicht war in den letzten Jahren auf bis zu 108 kg angestiegen. Jetzt die Wende: Sie will noch einmal „die Kurve kriegen“ und ist dabei, in ein aktives gesundes Leben zurück zu kehren.

Die Australierin war im Jahr 2000 die erste Frau ihres Landes, die Boxweltmeisterin wurde. Damals hatte die Anerkennung des Frauenboxens auch in Downunder noch einen langen Weg vor sich. Nach 2 Niederlagen gegen die Japanerin Fujin Raika intensivierte sie ihr Training, holte sich 2004 den Titel der „World Boxing Foundation“ und 2005 den vakanten WBC-Titel im Federgewicht. Diesen Titel verteidigte sie 2006 gegen Esther Shouten. Ihren letzten Kampf absolvierte sie 2007, bevor sie wegen ihrer Familienplanung das Boxen vorläufig aufgab. Sie bekam vom Verband WBC den Status eines „Champion Emeritus“, hätte also immer die Gelegenheit, in den Ring zurück zu kehren und die aktuelle Weltmeisterin heraus zu fordern.

Für die nächste Zeit hat sich Anyos viel vorgenommen. Sie will ihr Studium in Management und Modedesign abschließen und in die USA umsiedeln. Ihr Hauptinteresse liegt darin, sich selbst und der ganzen Welt zu beweisen, wie man als Frau und Mutter von Übergewicht und ungesunder Lebensweise zurück in ein aktives Leben finden kann. Sie will noch einmal Weltmeisterin werden. Das allerdings nicht nur deshalb, weil sie noch einmal diesen Ruhm genießen will. Es geht ihr in der Hauptsache um die Motivation, die sie mit einem möglichen Comeback anderen Menschen vermitteln kann.

Den WBC-Titel im Federgewicht trug lange Zeit Ina Menzer. Zuletzt hatte ihn sich die Kanadierin Jelena Mrdjenovich im Kampf gehen Fatuma Zarika gesichert. Seit Mai 2013 hat sie allerdings nicht verteidigt. Es kann gut sein, dass der WBC den Titel für vakant erklärt und Sharon Anyos aufgrund ihres Status „Champion Emeritus“ darum kämpfen kann.

Der Kampf gegen sogenannte „Zivilisationskrankheiten“ steht bei dem gesamten Vorhaben ganz oben. Man kann gespannt sein, welchen Erfolg sie in der nächsten Zeit haben wird. Ob sie tatsächlich noch einmal im Boxríng Weltmeisterin wird, steht in den Sternen. Doch ihrem eigentlichen Ziel, ist sie schon um mehr als 30 kg Gewichtsabnahme näher gekommen, wie man in diesem Clip deutlich sehen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=CTkFBr9OR4g