Agit Kabayel vs. Tyson Fury um die WBC-Weltmeisterschaft? Plötzlich wird dieses Szenario real

von | 19. Juni 2026 | Schwergewicht, Deutsche Boxer, Gerüchte & Verhandlungen

Agit Kabayel vs. Tyson Fury – noch vor einem Jahr schien dieser Kampf ausgeschlossen.

„Für kein Geld der Welt“, sagte Fury damals über einen möglichen Kampf gegen den Deutschen, den er öffentlich als Freund und „Bruder“ bezeichnete.

Nun hat sich die Situation grundlegend verändert.

In einem aktuellen Interview mit IFL TV erklärte der „Gypsy King“, dass er sich einen Kampf gegen Kabayel sehr wohl vorstellen könne – unter einer entscheidenden Voraussetzung: Sollte Oleksandr Usyk den WBC-Titel nicht gegen seinen Pflichtherausforderer Agit Kabayel verteidigen und gleichzeitig Furys geplantes Mega-Duell gegen Anthony Joshua scheitern, würde Fury selbst sich den vakanten WBC-Gürtel sichern wollen.

Damit entsteht plötzlich eines der spannendsten Szenarien im Schwergewichtsboxen 2026.

Agit Kabayel vs. Tyson Fury in einer dramatischen Schwergewichts-WM-Inszenierung unter Arena-Lichtern.
Tyson Fury schließt einen Kampf gegen Agit Kabayel nicht mehr aus. Sollte Oleksandr Usyk den WBC-Titel niederlegen, könnte der Deutsche plötzlich im Zentrum eines WM-Szenarios stehen. (Symbolbild)

Warum die WBC-Entscheidung alles verändert

Ausgangspunkt ist die jüngste Entscheidung des World Boxing Council (WBC).

Der Verband hat Oleksandr Usyk offiziell angewiesen, seinen WBC-Titel gegen Interimschampion Agit Kabayel zu verteidigen.

Für Kabayel ist dies die größte Chance seiner bisherigen Karriere. Der Bochumer steht erstmals unmittelbar vor einem WM-Kampf gegen den unumstrittenen Weltklasse-Maßstab im Schwergewicht.

Doch gleichzeitig wächst die Spekulation, dass Usyk den Titel möglicherweise niederlegen könnte, statt eine weitere Pflichtverteidigung zu absolvieren.

Sollte dies geschehen, müsste die WBC über die Nachfolge entscheiden – und genau hier kommt Tyson Fury ins Spiel.

Furys bemerkenswerte Kehrtwende

Die Aussagen des Briten zeigen vor allem eines: Ein vakanter WBC-Titel verändert die gesamte Schwergewichtslandschaft.

Fury hatte Kabayel in der Vergangenheit mehrfach gelobt. Beide verbindet eine gemeinsame Geschichte als Sparringspartner und Trainingspartner. Ein geplanter Kampf im Jahr 2020 kam nie zustande.

Damals erklärte Fury öffentlich, dass er weder gegen Kabayel noch gegen Joseph Parker kämpfen wolle.

Jetzt klingt das anders.

Der „Gypsy King“ macht keinen Hehl daraus, dass ein dritter WM-Titel weiterhin eines seiner großen Ziele ist. Sollte der Weg über Anthony Joshua versperrt sein und der WBC-Gürtel frei werden, wäre Kabayel plötzlich ein realistischer Gegner.

Das allein zeigt, wie stark die Position des Deutschen inzwischen geworden ist.

Agit Kabayel ist längst kein Außenseiter mehr

Wer Kabayel noch immer als Überraschungsnamen betrachtet, hat die Entwicklung der vergangenen Jahre verpasst.

Der ungeschlagene Deutsche besitzt mittlerweile eine Bilanz von 27 Siegen bei 19 Knockouts und hat sich seinen Platz an der Weltspitze verdient.

Besonders die Erfolge gegen Arslanbek Makhmudov, Frank Sanchez und Zhilei Zhang haben seinen internationalen Status massiv verändert.

Vor allem der Sieg gegen Zhang gilt als Karriere-Meilenstein. Nachdem Kabayel selbst zu Boden gegangen war, stoppte er den favorisierten Chinesen wenig später und sicherte sich damit den WBC-Interimstitel.

Spätestens seitdem wird er weltweit als legitimer WM-Anwärter wahrgenommen.

Wie würde Kabayel gegen Fury aussehen?

Sportlich wäre das Duell deutlich interessanter, als viele Fans zunächst vermuten.

Fury bringt enorme körperliche Vorteile mit:

  • größere Reichweite
  • deutlich mehr Erfahrung auf Weltklasseniveau
  • außergewöhnliche Ringintelligenz

Kabayel besitzt dagegen Qualitäten, die Fury traditionell Probleme bereiten können:

  • permanenter Druck
  • starke Körperarbeit
  • hohe Schlagfrequenz
  • enorme Zähigkeit

Besonders seine Angriffe zum Körper gehören inzwischen zu den gefährlichsten Waffen der gesamten Schwergewichtsszene.

Für Fury wäre Kabayel deshalb keineswegs ein einfacher Gegner, sondern ein unangenehmer Stilkontrast auf dem Weg zurück an die Spitze.

Was bedeutet das für die Schwergewichtsdivision?

Derzeit hängen mehrere Großereignisse voneinander ab.

Einerseits laufen die Planungen für Fury gegen Anthony Joshua weiter.

Andererseits wartet die Boxwelt auf eine Entscheidung von Oleksandr Usyk bezüglich seiner WBC-Pflichtverteidigung gegen Kabayel.

Je nachdem, wie diese beiden Entwicklungen ausgehen, könnten sich die Karten innerhalb weniger Wochen völlig neu mischen.

Fest steht: Agit Kabayel befindet sich erstmals im Zentrum der internationalen Schwergewichtspolitik. Noch vor wenigen Jahren galt er vielen Beobachtern als solider Europameister.

Heute wird in der Boxwelt diskutiert, ob sein nächster Kampf gegen Oleksandr Usyk oder Tyson Fury stattfinden könnte. Allein das zeigt, welchen Weg der Bochumer inzwischen zurückgelegt hat.

Agit Kabayel vs. Tyson Fury – BOXWELT-Einordnung

Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt ein Kampf zwischen Agit Kabayel und Tyson Fury reine Spekulation.

Die Priorität liegt weiterhin auf einer möglichen WBC-Weltmeisterschaft zwischen Oleksandr Usyk und Agit Kabayel.

Dennoch ist Furys jüngste Aussage mehr als nur ein Gedankenspiel.

Sie zeigt, dass Kabayel inzwischen zu den Namen gehört, die selbst ehemalige Weltmeister nicht mehr ignorieren können.

Vor einem Jahr war ein Kampf gegen Fury angeblich ausgeschlossen. Heute wird er öffentlich als mögliche Weltmeisterschaft diskutiert.

Im Schwergewichtsboxen kann sich die Realität manchmal schneller verändern als jede Rangliste.

Klaus Frevert mit Kamera am Boxring für BOXWELT
Klaus Frevert dokumentiert seit über 20 Jahren die internationale Boxszene direkt vom Ring aus. Als erfahrener Boxfotograf und Videograf führten ihn seine Einsätze zu hunderten Profi-Veranstaltungen weltweit – von St. Petersburg, Tscheljabinsk und Minsk über viele europäische Länder bis nach Tansania und Kenia. Bei BOXWELT kombiniert er diese ‚Ringside‘-Expertise mit strategischer Analyse und einer klaren journalistischen Haltung. Sein Fokus liegt auf dem Schwergewicht, der sportpolitischen Einordnung globaler Box-Entwicklungen und dem Leitsatz ‚Grit meets Craft‘: Die rohe Härte des Sports trifft auf präzises Handwerk in der Berichterstattung.

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