Nachdem Wladimir Klitschko gerade bekannt gegeben hat, dass er die Entscheidung nicht hinausschieben und den Rückkampf mit Fury machen will, ist gewiss noch genug Raum für weitere Spekulationen. Das Jahr 2016 wird vielleicht mehr Bewegung in das Schwergewicht bringen, als die Jahre zuvor. Die Niederlage von Klitschko gegen Fury war für einige Boxfans schockierend, doch für die meisten wohl eher eine Erlösung aus dem immer gleichen langweiligen Trott. Es kommt Bewegung ins Spiel und kann nur besser werden. Die zurückliegenden Jahre der Klitschko-Alleinherrschaft scheinen wenigstens vorläufig gebrochen zu sein.

Wladimir Klitschko meinte 4 Tage nach seiner überraschenden Niederlage, er habe sein Potential nicht abrufen können und nun beschlossen zu zeigen, dass er mehr kann als das, was er am Samstag gegen Fury zu bieten hatte. Sein Manager Berd Bönte bekräftigte das große Interesse an einem Rematch und erklärte, man wolle mit der Fury-Seite abklären, wann und wo der Rückkampf stattfinden soll. Fury äußerte sich bereits dazu und nannte 2 Stadien in Manchester („Old Trafford“)und Dublin („Croke Park“), die als mögliche Austragungsorte in Frage kämen.

Doch erst wer im Schwergewicht alle 4 Titel besitzt, ist der wahre große Champ. Dazu fehlte sowohl Klitschko als auch jetzt Fury noch der Gürtel des mexikanischen Verbandes WBC. Den hat Deontay Wilder in seinem Besitz. Ob Wilder ein Hype oder tatsächlich ein großer Champ ist, liegt noch immer im nebeligen Bereich. Er hat seinen Titel mit einer schwachen Leistung gegen den noch schwächeren Bermane Stiverne geholt und seither nur gegen 2 Boxer aus Reihe 3 verteidigt. Sein nächster Kampf soll die Pflichtverteidigung gegen Alexander Povetkin werden. Zu ändern wäre das nur, wenn es zu einem Vereinigungskampf kommt. Würde also bedeuten, Wilder kämpft gegen Fury oder Klitschko, falls der seine Gürtelsammlung zurück holen kann. Was würde dabei heraus kommen?

Fuwi

Während man sich diese Gedanken macht, meldet sich der 23-jährige Schwergewichts-Kiwi Joseph Parker aus Neuseeland und stellt die Behauptung in den Raum, er könne sowohl Klitschko als auch Fury schlagen. Parker sagte wörtlich: „Wenn ich hart trainiere und ein gutes Trainingslager habe, bin ich bereit, es mit jedem Schwergewichtler der Welt aufzunehmen.“ Sein Trainer Kevin Barry meinte, er habe von Klitschko eine unterirdische Leistung gesehen. Er habe den Kampf nicht nur als Boxfan, sondern auch als Trainer angeschaut und unzählige Möglichkeiten für Joe (Joseph Parker) erkannt.

Als nächster „Kandidat“ der zu höheren Aufgaben berufen zu sein scheint, steht auch der 26-jährige Brite Anthony Joshua bereit. Ob er schon 2016 so weit ist, die Weltspitze anzugreifen wird man sehen. Auch Rosinenpicker David Haye steht angeblich „Gewehr bei Fuß“ und will einen Kampf gegen Fury, was der allerdings rundweg ablehnt.

Wird es im nächsten Jahr einen absoluten Schwergewichtschamp geben, der die Gürtel aller 4 großen Verbände auf sich vereint? Wenn ja, wer wird das sein? Was sagen die Boxfans?