Es ist ein illegaler Bestandteil des Boxsports, welcher dennoch für viele Fans notwendig ist. Die Rede ist von Online-Streams. Nicht alle Anbieter bewegen sich im legalen Bereich. Für die Fans sind sie aber teilweise die einzige Möglichkeit, um sich die großen internationalen Kämpfe live anzusehen und mitzufiebern. Schließlich ist die TV-Situation hierzulande eher Boxer-unfreundlich. Jetzt ist eine der beliebtesten Streaming-Seiten ein Opfer der Justiz geworden.
Boxingguru strahlte in den letzten 2 Jahren zahlreiche Kämpfe aus England und den USA aus. Der Betreiber streamte alles, was im britischen Fernsehen lief. In den meisten Fällen beschränkte sich dies auf die Sender Boxnation und Sky Sports. Vor allem Boxnation sendete auch viele Kämpfe aus den USA, was u.a. die ESPN2 Friday Fight Night und große HBO/Showtime Kampfabende einschloss.
Entsprechend groß wurde mit der Zeit auch der Zulauf. Boxingguru ließ sich über Twitter und Facebook feiern und bekannt machen. Der Betreiber verdiente mit entsprechender Werbung reichlich Geld und wurde in der Boxszene immer bekannter. Selbst namhafte Nachrichten-Seiten banden die Streams ein und halfen bei der Verbreitung der illegalen Plattform.
„Er ist zu groß geworden!“ kommentiert ein Benutzer eines Boxforums. „Er hätte zwischendurch die Domain wechseln müssen. Es fing klein an, wurde aber immer größer und geriet außer Kontrolle. Viel zu offensichtlich!“
Gestern wurde die Seite schließlich gelöscht. Boxingguru existiert nicht mehr. Zeitgleich wurde ein 26 Jähriger Mann in York verhaftet. Grund hierfür war der Betrieb von illegalen Streaming-Websites. Wenn man die Verstöße gegen das Urheberrecht und die ins Internet abgewanderten Zuschauerzahlen bedenkt, dürfte ihn bei einer Verurteilung eine harte Strafe erwarten.
Die Boxfans wiederum müssen sich, sofern sie sich nicht abschrecken lassen, nach einer Alternative umsehen. Da illegale Streams stets Kasse machen, werden sicherlich neue Anbieter kommen.



