Im 25. Jahr seiner Profikarriere hat Roy Jons jr immernoch Lust auf den Boxring. Auch wenn die ganz großen Kämpfe längst Geschichte sind, macht Jones auf einem Level weiter, wo Erfolge für ihn machbar sind. Als Weltmeister des Verbandes WBU (deutsche Version) verteidigte er seinen Gürtel gegen Courtney Fry (18(6)-5(2)-0). Ein für den 45-jährigen und in 65 Kämpfen erfahrenen Jones jr maßgeschneiderter Gegner. Die ganz schnellen und heißen Schlagwechsel blieben aus. Jones verlegt sein Boxen immer mehr auf taktieren und ausgucken. Es geht ihm nicht mehr nur um Kraft und Ausdauer. Dieser Kampf sah eher nach Schlange und Kaninchen aus.

roy jones vs Fry

Jones zeigte dann gegen Ende der 5. Runde was er immernoch kann. Durch einem blitzschnellen Kopftreffer mit seiner Linken schickte er den Briten zu Boden. Der wurde angezählt und durch die Pausenglocke gerettet. Zur 6.Runde trat Fry dann nicht mehr an. In der Pause kam wohl die Einsicht, besser aufzuhören als schwer KO zu gehen. Damit konnte Roy Jones jr in seinem 66. Kampf den 41. vorzeitigen Sieg für sich verbuchen.

Man kann gespannt darauf sein, wer der nächste sein wird, der Jones den WBU-Titel wegnehmen will. Zu überdimensionierte Erwartungen sollte man dabei nicht hegen. Einen Jones-Kampf wie vor Jahren gegen Boxer wie Virgill Hill, dem „fight of the year 1998“ oder Glen Kelly, gleich mal um 8 Titel, wird man nicht mehr erleben. Roy Jones jr boxt weiter, weil es ihm Spaß macht und er den Boxring liebt. Jones kämpft um Ruhm und Ehre, den Erfolg und den Beifall der Fans, ohne sich dabei nach unten durchreichen und zum Boxclown degradieren zu lassen, den jeder weghauen kann. Soll er machen, so lange er will und kann.

Hier die entscheidende Schlussphase gegen Fry und einige Höhepunkte aus der langen Karriere von Roy Jones jr.:

https://www.youtube.com/watch?v=yw7IjsAGY6M#t=84