Das ist ja sicher nichts falsches, wenn ein Boxer nach einer Pause zurück kommt. Aber ein Weltmeister, der seinen Titel niederlegt, weil ihm scheinbar der nächste Gegner nicht passt und dann gleich wieder um „seinen“ Gürtel kämpfen darf, dass ist sicher nicht ganz so üblich. Peter Quillin (31(22)-0-0) zeigt, offenbar mit Unterstützung von Al Haymon, dass es doch gehen kann. Er wollte absolut nicht gegen bis dahin ungeschlagenen Pflichtherausforderer Matt Korbov (24(14)-1(1)-0) antreten. Ein bereits ausgemachter Kampf am 8. November 2014 in Washington DC wurde abgesagt. Der Grund dafür liegt im nebeligen Bereich. Angeblich habe ihn die Geburt seines Kindes daran gehindert, sich auf den Kampf vorzubereiten. Weiterer Grund: Korobov sei zu unbekannt und für ihn deshalb als Gegner nicht attraktiv genug. Damit verzichtete Quillin immerhin auf eine bereits ausgemachte Kampfbörse von 1,4 Mio Dollar.
Jetzt darf Quillin gleich wieder ran. Man könnte fast den Glauben an die Gerechtigkeit verlieren, dass so etwas möglich sein kann. Normalerweise hätte man erwartet, dass Quillin sich erst einmal weit hinten anstellen muss, wenn er seinen Titel schon freiwillig abgibt. Aus welchen Gründen auch immer: Quillin kneift gegen den bis dahin stark eingeschätzten Rechtsausleger Korbov und will nun im Galopp erneut WBO-Champ werden. Kaum ist der schwierige eingeschätzte Gegner aus dem Weg geräumt, springt Quillin wie „Kai aus der Kiste“ und kann auf einer Al Haymon – Veranstaltung wieder um „seinen“ Gürtel kämpfen.
Vor dem Kampf gegen Lee hatte man Korobov vielleicht sogar als Favoriten auf der Rechnung. Doch Andy Lee, der diesen Kampf seinem verstorbenen Trainer Emanuel Steward gewidmet hat, sollte sich eindrucksvoll mit einem TKO 6 durchsetzen. Steward wäre gewiss stolz auf ihn gewesen. Das Quillin jetzt lieber gegen ihn antritt, als gegen Korobov, muss nicht unbedingt von Vorteil für Quillin sein. Aber das wird sich am 11. April im Madison Square Garden herausstellen.
Hier noch einmal die kampfentscheidenden Szenen aus Lee vs Korobov:



