Wenn ein starker Amateur sein Debüt gibt, dann läuft dieses meist wie folgt ab: Es wird ein hilfloser Journeyman aus Osteuropa organisiert, der ca. 1 bis 2 Runden durchhält, ehe er sich nach einem Körpertreffer auszählen lässt. Zuweilen können aber auch solche Boxer Wunder vollbringen. Ionut Trandafor Ilie, 15(3)-26(11)-1 sorgte für ein solches, als er dem ehemaligen Jugend-EM und Jugend-Olympiasieger Blagoy Naydenov, 0-1(1)-0 bei dessen Debüt einen überraschenden KO verpasste.
Naydenov, der bei Gary Hyde unter Vertrag steht, wurde vor dem Kampf als kommender Weltmeister gepriesen, der innerhalb von zwei Jahren um einen Titel boxen sollte. Stattdessen endete der erste Profikampf des Bulgaren allerdings im Desaster. Nachdem Naydenov den Kampf bis dato bestimmt hatte, fing er sich im 2. Durchgang einen linken Haken ein, welcher ihn schwer auf die Bretter schickte. Daraufhin brach der Ringrichter den Kampf zum Entsetzen der bulgarischen Fans ab.
In der Folge scheint man darum bemüht zu sein, den Vorfall dezent unter den Tisch zu kehren. Die bulgarische Presse schreibt, der Kampf sei ausgefallen und würde später nachgeholt. Allerdings konnte man nicht verhindern, dass ein Foto von der Urteilsverkündung auftauchte, welches diese Gerüchte Lügen straft. Der bulgarische „Golden Boy“ muss also mit einer bitteren Pleite leben, während sich Ilie über einen seltenen Sieg freuen darf. Allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Da Naydenov ein Debütant war, bekommt der Journeyman nicht einmal Punkte in der Weltrangliste.
Update: Inzwischen ist bei den Kollegen von Standardnews.com ein etwas aussagekräftigeres Beweisfoto aufgetaucht.





