Am Samstagabend fand in Salzwedel eine Kleinringveranstaltung von PSP Boxing statt. Promoter Enrico Schütze hatte 8 Profikämpfe auf die Beine gestellt, welche unter Aufsicht des BDF standen. Im Mittelpunkt standen dabei Deutsche Talente sowie Gastboxer aus Osteuropa. Besonders überzeugen konnten Schwergewichtler Senad Gashi, Halbschwergewichtler Ismail Özen sowie die talentierte Mirjana Vujic.
Halbschwergewicht, 6 Runden
Im ersten Kampf trafen Ivana Mirkov und Mirjana Vujic aufeinander. Mirkov war zunächst darum bemüht, Druck auszuüben und legte die deutlich höhere Schlagfrequenz an den Tag. Vujic arbeitete hingegen mit dem Jab und konnte einige Konter ins Ziel bringen. In der 2. Runde konnte Vujic zunehmend die Attacken ihrer Gegnerin meiden, versäumte es aber, die sich bietenden Lücken zu nutzen. Um den engen Durchgang zu erringen, mangelte es vermutlich etwas an Aktivität. Diese kam dafür in Runde 3, als Vujic mit einem mal aggressiv in den Infight stürmte und ihre Gegnerin mit einer Vielzahl von Körpertreffern in der Ecke stellte. Mirkov machte die Deckung zu und ließ sich bearbeiten. Dadurch konnte Vujic die Runde deutlich für sich entscheiden. Im 4. Durchgang konnte Vujic erneut ihre überlegene Technik zur Schau stellen und Mirkov mit variablen Kombinationen ausboxen. Mirkov schien bereits ein wenig die Kraft zu fehlen, um selber offensiv zu werden. Dies setzte sich auch in der 5. Runde fort, in der Vojic erneut den Infight forcierte und ihrer Gegnerin mit Körpertreffern zusetzte. Mirkov hatte sichtlich Probleme mit ihrer hinten raus stark aufkommenden Gegnerin und schien in dieser Phase deutlich weniger im Tank zu haben. In der letzten Runde konnte Vujic schließlich einen Jab zum Körper landen, welcher einen Niederschlag zur Folge hatte. Mirkov wurde angezählt, konnte sich aber über die volle Distanz retten.
Urteil: 58-55 Punktsieg für Mirjana Vujic
Halbschwergewicht, 6 Runden
Nun waren Ismail Özen und Adil Rusidi an der Reihe. Rusidi bewegte sich zu Beginn viel und versuchte, Özen mit hängender Deckung zu locken. Der Hamburger arbeitete wenig und wartete erst einmal ab. Generell schien Rusidi zu Beginn leichte Vorteile zu haben. Im 2. Durchgang kam Özen besser rein. Der Favorit agierte nun aktiver und konnte Rusidi mehrfach stellen. Dieser hielt den Kampf aber mit gelegentlichen Kontern enger, als man es im Vorfeld erwartet hatte. In der 3. Runde ließen Rusidis Beine nach. Özen kam mit einer krachenden Rechten durch und konnte seinen Gegner kurz darauf mit einer Kombination erwischen, als dieser in der Ecke stand. Kurz vor dem Gong spuckte Rusidi schließlich den Mundschutz aus, um sich Zeit zu verschaffen. Dies brachte ihm einen Punktabzug ein, da die Aktion sehr offensichtlich gewesen war. Dies wiederholte sich in der 4. Runde zweimal, ehe der Ringrichter die Disqualifikation aussprach.
Urteil: DQ Sieg in der 4. Runde für Ismail Özen
http://youtu.be/G2-TsIj1HI8
Schwergewicht, 6 Runden
Danach boxten Alem Begic und Nedeljko Cvorovic gegeneinander. Cvorovic kam zwar wesentlich massiger daher, konnte seinen physischen Vorteil aber nicht ausnutzen. Begic war technisch deutlich besser ausgebildet und konnte seinen Gegner rasch zu Boden schicken. Cvorovic kam wieder hoch, wurde aber kurz darauf von einem linken Haken zurück in den Ringstaub geschickt. Daraufhin ließ er sich auszählen. Wirklich motiviert wirkte Cvorovic dabei nicht.
Urteil: KO Sieg in der 1. Runde für Alem Begic.
Schwergewicht, 6 Runden
Schwergewichts-Talent Senad Gashi bekam es in Salzwedel mit Dubravko Knezevic zu tun. Der unbesiegte Puncher hatte gerade eine Reihe lehrreicher Sparringsrunden mit Mike Perez hinter sich und war dementsprechend in starker Verfassung. Gashi konnte relativ schnell seine schnellen Kombinationen ins Ziel bringen und einen Niederschlag erzwingen. Knezevic stand wieder auf, hatte nun aber sichtlich Respekt. Er nutzte nun jede Gelegenheit, um zu klammern. Gashi verstand es, ihn dabei einige Male hart abzukontern und drängte auf den KO. Dieser kam schließlich, als er Knezevics Deckungslücken im Infight bestrafte und einen knallharten Treffer anbrachte. Knezevic musste hart zu Boden und kam derart schwankend wieder hoch, dass der Ringrichter zurecht abbrach,
Urteil: KO Sieg in der 1. Runde für Senad Gashi.
Cruisergewicht, 6 Runden
Nach der Pause kollidierten Waldemar Schönbeck und Goran Dilic. Rechtsausleger Dilic erwischte den besseren Start, indem er sich in den Infight wühlte und dort den Körper von Schönbeck bearbeitete. Dieser war zunächst noch etwas verhalten und störte nur ab und an die Attacken seines Gegners.In der 2. Runde rutschte Dilic aus und ging zu Boden. Dies wurde zwar nicht als Niederschlag gewertet, schien Schönbeck aber zu motivieren. Dilics Kraft schien nachzulassen und erlitt zudem einen tiefen Cut an der Lippe. Schönbeck setzte nun effektiv nach, konnte aber keine großartige Wirkung erzielen. Dennoch trieben Kondition und Verletzung den Bosnier zur Aufgabe zu Beginn der 3. Runde,
Urteil: RTD Sieg in der 3. Runde für Waldemar Schönbeck.
Supermittelgewicht, 6 Runden
Artur Gaserjan bekam es anschließend mit Misa Nikolic zu tun.Gaserjan stellte einen starken rechten Jab sowie eine schöne linke Gerade unter Beweis. Diese landete auch schnell im Ziel und brachte Wirkung hervor. Gaserjan setzte nach und erzielte schließlich einen Niederschlag. Zudem erlitt Nikolic einen stark blutenden Cut. In der 2. Runde kam noch ein weiterer durch einen Kopfstoß hinzu. Auch ein Anzählen Nikolics basierte eher auf einem solchen, als auf einem Schlag. Der Ringarzt ließ den Kampf schließlich wegen der Cutverletzung abbrechen, sodass Gaserjan durch TKO siegte. Eventuell wäre ein No Contest aufgrund der vielen Kopfstöße die bessere Entscheidung gewesen, wenngleich der Sieg hochverdient war.
Urteil: TKO Sieg in der 2. Runde für Artur Gaserjan.
Supermittelgewicht, 6 Runden
Jetzt kam ein serbisches Duell zwischen Aleksandar Jankovic und Semir Bejrovic. Der favorisierte Bejrovic arbeitete zu Beginn viel mit dem Jab, ehe er den Kampf in den Infight verlagerte und eine Reihe von schönen Uppercuts an den Mann brachte. Jankovic verhielt sich zunächst recht abwartend. Auch die 2. Runde verlief nach diesem Muster. Bejrovic war zwar nicht der schnellste, konnte Jankovic aber trotzdem relativ leicht im Griff behalten, indem er ihn mit dem Jab auf Distanz hielt und zuweilen aggressiv nach vorne preschte. Im 3. Durchgang blieb Bejrovic bestimmend. Wirklich schwere Wirkung konnte er aber nicht erzielen. Jankovic nahm die Treffer, feuerte gelegentlich eine Serie zurück und hielt tapfer durch. In der 4. Runde setzte Bejrovic entschlossen nach und konnte Jankovic mit einer Reihe von Körpertreffern beeindrucken. Dieser konnte seinen Gegner ab und an mit einem rechten Schwinger zurück auf Distanz treiben, machte nun aber erstmals den Eindruck, dass er langsam zermürbt war. Bejrovic konnte den Sack allerdings nicht zumachen. Auch in Runde 5 bearbeitete er den beherzten Jankovic, der aber alles nahm und sich mit letzter Kraft im Kampf hielt. Siegchancen hatte der Journeyman inzwischen aber keine mehr. Die Frage war nur, ob er die 6. und letzte Runde überstehen würde. Dies tat er im übrigen, da Bejrovic zwar hart durchkam, Jankovic allerdings kaum Wirkung zeigte. Stattdessen keilte er gegen Ende sogar noch einmal mit, um den Lucky Punch zu landen. Dieser kam allerdings nicht.
Urteil: Punktsieg mit 60-54 für Semir Bejrovic
Halbschwergewicht, 6 Runden
Das letzte Gefecht wurde von Nils Schmidt und Todor Ilic bestritten. Schmidt hatte eine sehr lautstarken Fan und ansehnliche Technik mitgebracht. Ilic musste einige Körpertreffer sowie die eine oder andere Gerade zum Kopf einstecken, zeigte zunächst aber keine Wirkung.In der 2. Runde blieb Schmidt dominant. Ilic ließ sich häufig an den Seilen stellen, wo Schmidt allerdings sehr lange brauchte, um Maß zu nehmen. So konnte Ilic häufig zur Seite entkommen, ehe die Attacke kam. Dennoch landete der Deutsche eine Vielzahl an klaren Treffern, mit denen er seine Führung ausbauen konnte. Dieses Muster blieb auch im 3. Durchgang erhalten. Schmidt landete gute Treffer beim reingehen, schlief aber ein, sobald er seinen Gegner gestellt hatte. So konnte Ilic, dem die Körpertreffer sichtlich weh taten, auch diese Runde überstehen. Zu Beginn des 4. Durchgangs änderte sich dies. Schmidt stürmte sofort auf seinen Gegner los und attackierte mit einem ausgiebigen Schlaghagel. Ilic ließ daraufhin seinen Mundschutz fallen. Seine Ecke erkannte, dass das Ende nah war und warf daraufhin das Handtuch.
Urteil: TKO Sieg in der 4. Runde für Nils Schmidt.




