Cagri Ermis vs Bartlomiej Grafka

Cagri Ermis ist von den Nachwirkungen, die sein Sieg über Jürgen Doberstein hat, alles andere als begeistert. Der Deutschtürke hatte nach Ansicht vieler Zuschauer einen knappen Kampf zurecht für sich entschieden und wirft Doberstein nun vor, ein schlechter Verlierer zu sein.

„Du hast auf den Kopf bekommen! Sieh das endlich ein und suche keine Ausreden!“, so Ermis auf seiner Facebook-Seite. „Morgen machen wir Sparring in unserer Halle. Komm vorbei und dann können wir das gerne wiederholen! Manche Leute können einfach nicht verlieren! Das Problem ist, dass sie nicht so einfach Punktrichter und Veranstalter kaufen konnten!“

Vor allem der letzte Satz macht deutlich, dass hier einiges nicht stimmen könnte. Veranstalterin war Eva Rolle. Auch sie meldete sich zu Wort und kündigte an, Ermis zu unterstützen. „Was für ein Bulshit! Ermis hat klar gewonnen! Das einstimmige Urteil der Judges und die Aussage des Supervisors der IBF so wie der Ringrichter. Ein klares Punkturteil. Einstimmig. Wenn Doberstein und sein Management nicht ehrlich verlieren können, dann haben sie im Boxen nichts zu suchen! Wer fällt muss auch aufstehen können! Aber das kann eben nicht jeder! Jeder der da war hat gesehen das Ermis gewonnen hat. Ich werde den kompletten Kampf online stellen!“

Die Ankündigung des Kampfvideos ist sicherlich ein wichtiger Aspekt, um die Rechtmäßigkeit des Urteils zu beweisen. Was den Rest betrifft, so stehen noch weitere Vorwürfe im Raum. So soll es von Seiten Dobersteins rassistische Äußerungen gegeben haben. Zudem deutete Rolle bereits an, dass es Versuche gab, sie zu bestechen, sie dies aber ablehnte.

Die Frage bleibt, weshalb Doberstein diesen Ärger auf sich nimmt. Frühere Fälle zeigen, dass ein Rechtsstreit nach einer Niederlage eher schädlich für den Ruf ist und man mit dem roten L im Rekord tendenziell besser da steht. Ungeachtet dessen, wer nun recht hat, muss man sich durchaus fragen, welche Marketing-Strategie Doberstein verfolgt. Gerüchten zufolge kostete ihn die Niederlage einen TV Vertrag mit Sky. Möglicherweise liegt der Hund an dieser Stelle begraben.