Eigentlich schien die Karriere von Michael Katsidis, 29(24)-6(2)-0 bereits am Ende zu sein. Der australische Brawler, der sich dank seines spektakulären Kampfstils auch in den USA durchsetzen konnte, musste nach einem alarmierenden Gehirnscan seinen Rücktritt verkünden. Ungeachtet dessen boxt er mittlerweile wieder und riskiert sein Leben, wenn er am Freitag zum Rematch mit dem Briten Graham Earl, 26(12)-4(3)-0 antritt.

Katsidis und Earl hatten sich 2007 eine denkwürdige Schlacht geliefert. Es war ein wilder Brawl, in dem beide Kämpfer stehend KO waren und sich nichts schenkten. Katdisis war letztendlich siegreich und zementierte seinen Ruf als australischer Gatti. Auf diesem Kampf baute Katsidis seine Karriere auf. Damals legte er den Grundstein für seine Popularität und konnte später mit Schlachten gegen Czar Amonsot, Joel Casamayor, Juan Manuel Marquez und Albert Mensah nachlegen. Doch der offensive Kampfstil fordere seinen Tribut. Mittlerweile ist Katsidis über den Berg und durch die vielen Treffer bereits mit Folgeschäden ausgestattet. Trotzdem bekommt er nach wie vor eine Lizenz, wenn er danach fragt. Dem australischen Nationalheld möchte offenbar keiner Einhalt gebieten.

Auch Graham Earls Karriere nahm nach der brutalen Schlacht keinen gesunden Verlauf. Es folgten zwei erlittene Erstrunden-KOs (u.a. gegen Amir Khan) sowie ein Sieg über Journeyman Karl Taylor, dem Earl seine 126ste Niederlage zufügte. Das war im Jahr 2009. Seitdem stand „The Duke“ nicht mehr im Ring und wird für Katsidis sein Comeback nach 5 Jahren Ringabstinenz geben. Der sportliche Wert des Kampfes tendiert also gegen Null – Dafür setzt sich der Lokalmatador allerdings ziemlicher Gefahr aus.

Der Deutsche Verband WBU hat übrigens auch seine Finger im Spiel. Katsidis und Earl werden nämlich um den vakanten Halbweltergewichts-Titel des Verbandes boxen.