Es ist bereits die dritte Begegnung beider Boxerinnen. Bereits im Jahr 2011 standen sie sich 2x gegenüber. Beim ersten mal bekam Keisher McLoad-Wells den Sieg zugesprochen. Dieser Kampf fand im Februar im New Yorker „BB-Kings-Club“ statt und endete mit einer Punktwertung von 58:55 und 2x 57:56 zugunsten der New Yorkerin. Melissa McMorrow war mit dieser Wertung nicht einverstanden und es gab im Juli ein Rematch. Diesmal hatte McMorrow die Punktrichter auf ihrer Seite. Es ging dabei um den Fliegengewichtstitel des Staates New York. McMorrow siegte über 8 Runden mit 2x 78:74. Ein Punktrichter hatte McLoad-Wells mit 77:75 vorne.
In der Zwischenzeit kamen beide Boxerinnen zu Weltmeisterehren. Melissa McMorrow konnte 2012 in einem denkbar knappen Kampf mit einem Urteil von 2x 96:94 und 95:95 Susi Kentikian die Gürtel der Verbände WBO und WIBF abjagen. Beide Gürtel verlor sie allerdings wegen Untätigkeit. Im Februar 2015 konnte sie den WBO-Gürtel zurück erobern. Seitdem stand sie nicht wieder im Ring. Von der Boxwelt wurde sie zuletzt bei der WBC-Frauenconvention wahrgenommen, wo sie mit einigem Übergewicht zu sehen war. Das ist mittlerweile Geschichte. Sie hat ihr Training wieder aufgenommen und die Pfunde purzeln lassen.
Keisher McLoad-Wells stand nach ihrer Niederlage gegen McMorrow jeweils einmal im Jahr im Ring. Sie eroberte 2014 den vakanten WIBA-Titel und ist auch wieder Meisterin des Staates New York. Sie arbeitet und trainiert neben diversen Model-Jobs im „Gleasons Gym“ New York. Die jetzt fast 39-jährige mit dem Kampfnamen „Fire“ hatte es bisher nicht leicht. Es gelingt ihr zwar immer wieder, gute Jobs (u.a. für die Stadt New York und „Reebok“) an Land zu ziehen, aber der große Durchbruch als Boxerin gelang ihr nicht.
Nun wollen McMorrow und McLoad-Wells zum 3. mal gegeneinander kämpfen. Beide sind amtierende Weltmeisterinnen im Fliegengewicht. Was bei dem Männern als ein spannender Vereinigungskampf angepriesen werden würde, findet hier jedoch erst gar nicht statt. Bei dem 8-Runden-Kampf am 11. Juni in McMorrows Heimat Oakland geht es nur um Sieg und Niederlage, nicht um die Titel. Dafür fehlen einfach Sponsoren und Geldgeber. Unterm Strich wird man sehen, ob Melissa McMorrow wirklich noch einmal durchstarten kann oder ob bereits die New Yorkerin Keisher McLoad-Wells ihre Träume zunichte macht. Gelingt McMorrow ein Sieg, wird sie mit ihrem neuen Management gewiss auf Suche nach einem „Big Fight“ gehen. Vielleicht gibt es ja doch noch ein Rematch gegen Susi Kentikian. Sollte Keisher McLoad-Wells siegen, wäre auch sie ien attraktive Gegnerin für Kentikian.