Nach einem Hinweis von Boxmanager Rainer Gottwald und einem Artikel der schwedischen Internetseite „Expressen.se“ steht für die schwedische Boxerin Maria Lindberg (11(5)-1-2) ein großer Titelkampf in Aussicht. Sie wird am 16. Mai in Buenos Aires gegen die dort beheimatete IBF-Weltmeisterin Paola Gabriela Casalinouvo (12(12)-0-0) antreten und versuchen, sozusagen „in der Höhle der Löwin“ den IBF-Gürtel im Halbmittelgewicht zu erobern.
Für Maria Lindberg, die bei „Fächer Sportmanagement“ Karlsruhe unter Vertrag steht, wäre das nicht der erste Titel, um den sie kämpft. Die 37-jährige aus Malmö ist bereits Weltmeisterin der Verbände GBU, WIBF und WIBA. Nun ist der Vertrag für einen weiteren Titelkampf unterzeichnet. Lindberg boxt mit deutscher Lizenz, da ihr in Schweden wegen einer Kopfverletzung aus dem Jahr 1999 keine Lizenz erteilt wird.
Die 40-jährige Titelträgerin hat einen zumindest scheinbar beeindruckenden Kampfrekord. Sie gewann alle ihre bisherigen 12 Kämpfe vorzeitig. Schaut man genauer hin, ist ihre Boxkarriere allerdings etwas gestückelt. Ihre ersten 9 Kämpfe bestritt sie in den Jahren 2000/01 und zwischen 2005 und 2006 gegen Debütantinnen und eine Boxerin, dir eine Niederlage auf ihrem Konto hatte. Nur die letzten 3 Gegnerinnen seit 2013 waren erst zu nehmende Boxerinnen mit Ringerfahrung.
Bei ihrem Comeback 2013 besiegte sie Jeniffer Faccio (3(1)-6(5)-0) aus Uruguay durch TKO 1. Danach folgte im April 2014 der Kampf gegen die Dominikanerin Yahaira Hernandez (16(10)-6(3)-0) um den IBF-Titel. Dabei absolvierte die Argentinierin ihren längsten Kampf, bei dem sie durch TKO 7 siegte. Alle anderen Fights waren in Runde 1 oder 2 vorbei. Dieses Schicksal ereilte auch die letzte Gegnerin, ihre Landsfrau Gabriela Marcela Zapata (11(4)-7(4)-1). Zapata musste zwar schon in Runde 1 zu Boden, schaffte es aber noch in Runde 2, wo sie TKO ging.
Wie leistungsfähig die argentinische Weltmeisterin wirklich ist, wird wohl erst klar, wenn ihr mit Maria Lindberg eine gestandene Boxerin gegenüber steht. Es wird sich zeigen, ob Casalinouvo tatsächlich ein „Ring-Rasenmäher“ ist oder nicht. Lindberg sollte allerdings gewarnt und darauf vorbereitet sein, dass die Weltmeisterin einen schnellen KO-Sieg suchen wird.