Nach etwa 5 Jahren als Kickboxer, in denen er als Europa- und Weltmeister recht erfolgreich war, stieg Marco Huck am 7. November 2004 zum ersten mal als Profiboxer in den Ring. Sein Debütkampf fand in der Rockfabrik Nürnberg statt. Veranstalter war Peter Althof, der Gegner war ein Tscheche, Pavel Cirok – ein typischer „Aufbauhelfer“. Das Urteil: Sieg durch TKO 1 – der perfekte Auftakt zu einer erfolgreichen Boxerkarriere. Genau 10 Jahre sind seit dem vergangen.

Nur 8 Monate später absolvierte Huck bereits seinen 10. Profikampf bei der Hattersheimer Boxnacht. Er boxte auf dieser Veranstaltung zusammen mit Rene Dettweiler, Konni Konrad, Willi Fischer. Franceco Pianeta gab an diesem Abend sein Profidebüt. Resultat: TKO 2 – Sieg für Huck gegen den Georgier Leri Okhanashviki. Der 10 vorzeitige Sieg im 10 Kampf. Von da an sollten die Gegner etwas schwerer zu boxen sein. Zwei Monate später ging es gegen den erfahrenen Rüdiger May übr 10 Runden. Der erste Kampf, den Huck „nur“ nach Punkten gewinnen konnte. Es folgten weitere Siege, bis er schließlich im Dezember 2006 gegen den Italiener Pietro „The Killer“ Aurino um den EBU-Europameistertitel kämpfte. Für Kopfstöße des Italieners bedankte sich Huck mit einem Knie-Kick. Aurino verließ den Ring und der Kampf wurde TKO 2 für Huck gewertet. Huck hatte damit seinen ersten Gürtel als Profiboxer – wenn er auch etwas seltsam dazu gekommen war.

Der nächst größere Kampf sollte ihn zum IBF-Weltmeister machen. Doch dabei kassierte Huck seine erste Niederlage. Er ging gegen Weltmeister Steve Cunningham in Runde 12 TKO. Bis dahin hatte ein Punktrichter Huck knapp vorne, die beiden anderen hätten Cunningham auch nach Punkten zum Sieger erklärt. In den Jahren 2007/08 ging es dann mit dem IBF-Inter-Continental und erneut mit dem EBU-Titel weiter, bis er 2009 die Chance bekam, gegen den Argentinier Ramirez um den WBO-Titel zu kämpfen. Diesmal hielt Huck durch und wurde mit 115:112 und 2x 116:11 zum Punktsieger gemacht. Diesen Titel trägt er bis heute. Die WBO machte ihn sogar kürzlich zum Superchamp. Sein „Ausflug“ ins Schwergewicht wurde in einem WM-Kampfgegen Alexander Povetkin mit einer Punktniederlage bestraft. Trotzdem lässt er sich nicht beirren und will später im Schwergewicht boxen. Huck bestitt in 10 Jahren 41 Kämpfe. Er siegte 38 mal (26 KO), verlor 2 Kämpfe (1x KO) und boxte einmal ein Unentschieden.

Nachdem sein Vertrag mit seinen langjährigen Partner Sauerland-Promotion ausläuft, will er zusammen mit seinem Bruder auf eigenen Beinen stehen und mit eigener Promotionfirma selbstständig boxen. Was auch immer dabei herauskommt: Er hat es selbst zu verantworten. Auch außerhalb des Rings ist Huck in der Öffentlichkeit anzutreffen. Egal ob als Show-Gast bei Florian Silbereisen oder mal zusammen mit Stallgefährten beim Oktoberfest. Huck gibt sich genau so gern als Deutscher, wie als Heimatverbunden, wenn er seine Fans nach Kämpfen in seiner Muttersprache anspricht.

Marco Huck selbst sagt zu seinem heutigen Jubiläum:
„Als kleines Kind hatte ich schon immer extrem viel Energie und habe daher mit Kampfsport begonnen. Dort konnte ich schnell überzeugen und ich bin als Kickboxer Europa- und Weltmeister geworden. Nach nur zwei Jahren hatte ich meinen ersten Titel, die EBU-EU-Meisterschaft und inzwischen bin ich schon seit mehr als fünf Jahren Weltmeister der WBO, die mich vor kurzem nach 13 Titelverteidigungen zum Super-Champion ernannt hat. Mein Bruder Kenan und ich haben mit unserer eigenen Huck Sports Promotion noch einiges vor. Im nächsten Jahr werden wir unseren ersten Kampf unter Eigenregie bestreiten und gleichzeitig mit der 14. Verteidigung des WBO-Gürtels den Rekord von Johnny Nelson brechen. In nicht allzu ferner Zukunft will ich dann auch noch das Schwergewicht genauso aufmischen wie das Cruisergewicht. Meine Fans können sich daher noch auf viele spektakuläre Kampfabende gefasst machen.“

An Selbstvertrauen mangelt es Marco Huck also nicht. Allerdings muss man kritisch anmerken, dass er in den letzten beiden Jahren nach dem Schwergewichtskampf gegen Alexander Povetkin nur damit beschäftigt war, nach einem umstrittenen Siegen gegen Arlan und Afolabi Revanchen zu boxen. Auf das von vielen Fans eingeforderte Rematch gegen Denis Lebedev wartet mal allerdings bisher vergebens. Sein letzter Gegner war ein italienischer Weinbauer, den er nach Punkten besiegte. Mit der tatsächlichen Weltspitze seiner Gewichtsklasse hat er sich nicht wirklich gemessen und ob er das tun wird, wenn er „selbstständig“ boxt, bleibt abzuwarten. Marco Huck ist ein Boxer, der polarisiert. Seine Fans lieben ihren Champion. Andere nennen ihn einen Holzkopf. Seine Leistungen im Ring sind auf jeden Fall immer sehenswert, egal wie man sie auch beurteilen mag.