Fotos: Team Charr
Eines muss man Schwergewichtsboxer Manuel Charr lassen: Die PR-Maschine aller paar Wochen neu anzukurbeln, gelingt ihm immer wieder. Neuester Clou ist neben der Nennung des nächsten Gegners Kevin Johnson die auf der Pressekonferenz in Bonn bekannt gegebene Zusammenarbeit mit dem Rapper Prince Kay One. Beide sind schon seit längerem miteinander befreundet. Über die fachliche Kompetenz von Kay One im Profiboxgeschäft muss man sicher lieber erst gar nicht lange nachdenken. Was hier wohl allein zählt, ist PR und die Verbindungen, die sich aus dieser Allianz ergeben.
So will „Promoter“ Kay One bereits schon mal dafür gesorgt haben, dass Charr einen Kampf auf der nächsten Mayweather-Undercard machen kann. Das wäre, wenn es klappt, sicher eine gute Möglichkeit für Manuel Charr, sich in den USA zu präsentieren.
Charr gab weiterhin an, bis zum Jahresende einen WM-Kampf machen zu wollen. Ob das so zu machen ist wie er sagt, muss man sehen. Erstmal boxen Stiverne und Arreloa um den vakanten WBC-Titel. Die 4 Boxer, die um das Pflichtherausforderungsrecht kämpfen werden, sind auch schon fest bestimmt. Es sind die Kämpfe Wilder vs Scott und Perez vs Jennings, die Sieger kämpfen gegeneinander und ermitteln so den Pflichtherausforderer. Vor Manuel Charr ist dabei trotz guter WBC-Ranglistenposition noch nicht die Rede. Aber man weiß ja nie, wie alles noch kommt.
Vielleicht sollte Manuel Charr bis dahin erst einmal versuchen „Germanys next Top-Boxer“ zu werden. Selbst in der deutschen Rangliste liegen sowohl Christian Hammer als auch Erkan Teper noch vor ihm. Wie das nach einem möglichen Sieg gegen „Kingpin“ Johnson aussieht, muss man sicher erst einmal abwarten. Mit Kämpfen gegen Hammer oder Teper würde er aber auf jeden Fall viel Respekt und Glaubwürdigkeit verdienen.
Auch wenn Charr mit seiner Art nicht alle Boxfans begeistern kann und nicht wenige ihn für einen „Showman“ halten, eines kann man ihm durchaus abnehmen: In Bezug auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien sagt er: „Politik durch Krieg zu führen ist keine Lösung.“ Damit hat er durchaus Recht und es wird vor seinem nächsten Kampf in Bonn auch ein Gedenken an die vielen unschuldigen Opfer geben, die diese Gewalt dort schon gekostet hat.





