Zu diesem Kampf haben wir eine Abstimmung hier gleich rechts neben dem Artikel. Wer seinen Tipp abgeben will, ist recht herzlich eingeladen daran teilzunehmen.
Wenn am 19. April in der „DC Armory Arena”, Washington gekämpft wird, gibt es eigentlich gleich 3 Hauptkämpfe, einer davon mit Beteiligung des SES-Boxstalls Magdeburg. Der WBO-Europameister Lukas Konecny aus Tschechien tritt gegen den WBO-Weltmeister aus den USA an. In den anderen beiden Begegnungen geht es zwischen Shawn Peter und Paul Malignaggi um den IBF-Titel im Weltergewicht und zischen „Altmeister“ Bernard Hopkins und Beibut Shumenov um IBA-, IBF- und WBA-Superchamp-Titel.
Bereits vor einigen Tagen sind Lukas Konecny und Trainer Dirk Dzemski in die USA gereist um sich an Ort und Stelle entspannt auf den Kampf vorzubereiten. Das Einstellen der inneren Uhr gehört da genau so dazu wie das Absolvieren von leichten Trainingseinheiten. Dem großen Kampf wird sich Konecny locker und entspannt stellen. Zum Kampf ein paar Meinungen von Lukas Konecny selbst, Trainer Dirk Dzemski und Promoter Ulf Steinforth:
Lukas Konecny:„Mit dem Kampf gegen den WBO-Weltmeister Peter Quillin kann ich auf meine lange und erfolgreiche Box-Karriere ein großes Finale setzen. Ich fühle keinen Druck, habe ja bisher schon so viel erreicht. Alles läuft bestens. Ich bin jetzt schon gut in Form und sehr, sehr motiviert diesen Gürtel nach Tschechien zu holen. Mit der Unterstützung meines SES-Teams, der vielen Fans und meiner tschechischen Landsleute wird mir dieses gelingen. Let’s go West!“
Dirk Dzemski: „Diesen Kampf hat sich Lukas verdient. Peter Quillin ist ein guter Weltmeister, aber kein sehr guter. Er ist ein präziser Boxer, schlagstark, beweglich und größer als Lukas. Aber, genau diese Leute hat Lukas mit seiner starken Psyche, Physis und seinem Vorwärtsdrang immer gut geboxt. Quillin wird ihm liegen und in guter Form, mit seiner großen Erfahrung, ist Lukas immer für eine Überraschung gut. Wir gehen als Außenseiter in die USA und haben so keinen Druck. Also, da geht was!“
Ulf Steinforth: „Lukas hat immer die großartigsten und emotionalsten Kämpfe gezeigt, gerade auch auf „fremden Terrain“. Es wird eine sehr schwere Aufgabe, sich in den USA gegen den US-amerikanischen Champion Quillin durchzusetzen. Aber, Lukas ist ein „Kämpfer vor dem Herrn“ und hat die Chance, sich endgültig in das „Geschichtsbuch des Boxsports“ einzutragen. Für den Boxsport in Deutschland ist dieser WBO-Titelkampf besonders spannend, da ja hier zwei Weltmeister im Mittelgewicht, Felix Sturm (IBF) und Gennady Golovkin (WBA), beheimatet sind!“
Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, muss man zugestehen, dass Konecny nicht als haushoher Favorit in diesen Kampf gehen wird. Quillin ist schon nicht gerade zufällig Weltmeister geworden. Als er sich den Titel von Hassan N´Dam geholt hat, schickte er den 6 mal zu Boden und verteidigte gegen Fernando Guerro und Gabriel Rosado mit vorzeitigen Siegen.
Will Konecny gegen Quillin gewinnen, muss er 12 Runden lang auf der Hut sein und dabei kämpfen wie eine böhmische Dampflok wenn es steil bergauf geht. Doch gerade Konecny ist dafür bekannt, dass er mit einem großen Kämpferherz ausgestattet ist und alles daran setzen wird, um diese Chance auf einen WM-Titel zu nutzen.
Auch wenn es ihm vielleicht nicht alle Fans des gepflegten Faustkampfs zutrauen werden, den Sieg wünschen würde dem sympatischen Tschechen sicher jeder der weiß wie ein Boxerherz schlägt, wenn es um die vielleicht letzte große Chance geht.
Vielleicht spricht Konecny nicht umsonst vom „großen Finale“. Bei über 50 teilweise knochenharten Kämpfen auf der Uhr kann man schon mal darüber nachdenken, die aktive Laufbahn irgendwann an den Nagel zu hängen. Konecny hat vorgebaut und wird dem Boxsport auch in Zukunft als Veranstalter erhalten bleiben.
Was wird uns als Zuschauer erwarten? Abgesehen vom ungewissen Kampfausgang ist erstmal positiv, dass der Kampf live im Internet zu sehen sein wird. Der SAT1 Abkömmling ran.de überträgt ab 3:30 Uhr aus den USA. Wenn man hoffen darf und SAT1 ein Herz für Boxfans hat, wird man vielleicht auch den Kampf von Hopkins gegen Shumenov sehen können.