Foto: Pepe Rodriguez

Neben den mehr oder weniger bedeutenden Kämpfen und Boxsportereignissen des letzten Wochenendes gab es auch im Halbfliegengewicht der Frauen einen Kampf der Ranglistenersten, Jessica Chavez (20(4)-3-3) gegen Tenkai Tsunami (20(9)3-0) in Mexiko-City. Die Japanerin bekam die Gelegenheit, nach ihrer Niederlage vom Juli 2013 (97:93 und 2x 99:91) noch einmal gegen Chavez zu kämpfen. Auch diesmal ging es um keinen Titel, sondern nur um ein Kräftemessen. Chavez führt zwar das Halbfliegengewicht in der BoxRec-Liste an, hält allerdings nur den WBC-Silverbelt als einzigen Titel.

chavez plakat

In diesem Gefecht wurde trotzdem gekämpft als ginge es um eine echte WM. Tsunami, die gegen Chavez ihren 30. Kampf absolvierte, konnte zwar ihre Leistung etwas steigern, musste sich aber dennoch erneut nach Punkten geschlagen geben. Das Urteil fiel mit 97:95, 97:93 und 96:94 diesmal besser für sie aus, aber zu einem Sieg reichte es wieder nicht.

Diese Niederlage war dann die 10. für die Japanerin. Sie wechselt oft die Gewichtsklassen und wird in der BoxRec-Liste im Bantamgewicht geführt, wo sie immerhin Platz 6 belegt. Mit dieser Leistung konnte die 29-jährige trotz Niederlage ihre Stellung als würdige Gegnerin behaupten. Schließlich ging sie bei all ihren Kämpfen, bzw. Niederlagen noch nie KO und lieferte spannende Gefechte gegen einige der besten Boxerinnen der Welt.

So erklärt sich auch ihre Ansicht über sich und den Boxsport. Tenkai Tsunami sagt über sich selbst:

„Ich bin keine Frau die kämpft. Ich bin ein Athlet, der zufällig weiblich ist. Ich gehe in den Ring um eine gute Show zu bieten und folge dabei guten Mannieren und den Regeln des Fair Play der Samurai.“

chavez vs tsunami

Nacho Beristaín („Don Nacho“), Trainer von Jessica Chavez, sagt sehr offen über seinen Schützling:

„Viele Experten sagen, dass Jessica Chavez eine der besten Boxerinnen ist und im Ring beste boxerische Qualität abliefert. Sie hält den Silber-Titel der WBC und ist eine solide Meisterin, die gegen jede Boxerin dieser Gewichtsklasse antreten würde. Jessica hat die Weltmeisterin Bopp nach Punkten geschlagen und einen spannenden Kampf gegen Arely Mucino geliefert. Sie trainiert fleißiger und diszplinierter als Männer, wird von den Fans anerkannt und ist eine würdige Vertreterin des mexikanischen Boxens. „Kika“ gibt immer 100%.“

Mit diesem Kampf wurde gezeigt, dass gutes Frauenboxen auch ohne WM-Titelkampf möglich ist und Beachtung findet. Für beide Kämpferinnen ist die weitere Zukunft im Boxsport gesichert. Beide sind wohl eher als gute Technikerinnen einzuschätzen. Für Chavez wird irgendwann ein richtiger WM-Kampf anstehen.

Falls Yesica Bopp tatsächlich dauerhaft ins Fliegengewicht aufsteigt, wird Chavez auf jeden Fall eine der Kandidatinnen sein, die um die dann vakanten Titel kämpfen wird. Für Tenkai Tsunami sind die Aussichten gewiss nicht ganz so glorreich, doch wird sie auch in Zukunft trotz ihrer 10 Niederlagen (0 KO) eine würdige Gegnerin sein und Fights auf hohem Niveau liefern.