Hernandez vs Arslan – 16. August Erfurt

von | 13. Aug. 2014 | Profiboxen

Fotos: Thomas Goos / Team Arslan & Sauerland Boxpromotion

Beide Boxer und auch die Trainer zeigen sich siegessicher. Titelverteidiger Hernandez war in letzter Zeit vom Pech verfolgt und bestreitet nun wieder die erste richtige Bewährungsprobe, nachdem er sich eine schwierige Handverletzung zugezogen hatte. Herausforderer Arslan will auf jeden Fall diese Chance nutzen – allzu viele davon wird es für den 43-jährigen nicht mehr geben.

Direkter_Vergleich_Hernandez_vs_Arslan

Kann man für diesen Kampf den Versuch einer Prognose wagen? Man kann. Doch wie bei Prognosen üblich, liegt die Trefferquote nie bei 100%. Man kann mehrere Szenarien beleuchten. Auch wenn man die größte Sympathie für Arslan aufbringt, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass er einen Stil boxt, der Hernandez entgegen kommt. Der gebürtige Kubaner ist beweglicher, auch in der Beinarbeit. Firat Arslan ist dagegen eher drauf bedacht, seinen gleichbleibend eher monotonen Vorwärtsgang zu boxen.

Wer unter diesen Voraussetzungen auf den Punktzetteln im Vorteil ist, wird man sehen müssen. Doch locker eingestreute Hände eines beweglichen Boxers zählen genau so, wie die nach einer Entscheidung suchenden Schläge eines vorwärts marschierenden Panzers. Wird der Kampf nach Punkten entschieden, liegen die Vorteile wohl beim Titelverteidiger. Ganz einfach deswegen, weil er lockerer kämpft und mehr variable Schläge anbringen kann.

Geht es um eine KO-Entscheidung, ist völlig offen wer da wen schlagen kann. Beide Boxer sind in der Lage, ein KO zu erzwingen. Zuletzt musste sich Arslan einem stürmischen Angriff von Marco Huck geschlagen geben. Aber auch Hernandez ist schlagbar. Er ging schon einmal in Runde 3 gegen Wayne Brainwaithe KO und war im Kampf gegen Troy Ross schwer angeschlagen. Gelingt es Arslan ihn anzuklingeln und beherzt nachzusetzen, wechselt der Gürtel schneller den Besitzer, als es dem gebürtigen Kubaner lieb sein kann.

Arslan Hernandez Pressekonferenz

Die Prognose sieht wohl eine 60:40 Chancenverteilung zugunsten von Hernandez voraus. Es hängt im Wesentlichen davon ab, wie gut Hernandez Hand hält und wie locker Arslan seine Niederlage gegen Huck verkraftet hat. Vielleicht ist er diesmal besser auf solche „Überfälle“ wie sie von Huck kamen, eingestellt. Auf Rückenwind von außen braucht bei diesem Kampf sicher niemand zu rechnen. Eine erkennbare Stallorder wäre Gift für diesen Kampf. Es wurde eine „Ringschlacht“ mit offenem Ausgang angekündigt. Sollte der Kampf sehr eng werden, wäre ein Draw sicher die beste Entscheidung, bevor es wieder unnötige Diskussionen gibt. Besser ein Rematch als eine fragwürdige Entscheidung.

Auch diesmal wird zumindest in den Medien die Trainerkarte gespielt. Es kommt zum x-ten male zum Trainerduell zwischen Wegner und Sdunek. Doch was vielleicht einige Statistiker interessiert, sollte man nicht unbedingt überbewerten. Die Frage ist übrigens auch, wozu ein gestandener Boxer wie Firat Arslan jetzt auf einmal einen prominenten Trainer mit bekanntem Namen in seiner Ecke braucht. Nichts gegen Fritz Sdunek, aber was will er Arslan noch beibringen? Um mehr als Prestige geht es dabei wohl kaum.

Die ARD wird diesen Hauptkampf der Veranstaltung am 16. August in Erfurt live übertragen.

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