Fotos: Pepe Rodriguez

Der Präsident des Weltverbandes WBC, Mauricio Sulaiman, will bei der anstehenden ersten Frauenboxsport-Convention vom 24. bis 28. September in Playa del Carmen, Quintana Roo, Mexiko, einige grundsätzliche Regeln für den Frauenboxsport festschreiben lassen. Teilweise geht es dabei um längst übliche Dinge, wie die Rundenzahlen bei WM-Kämpfen und die Länge der Runden. Es ist nichts Neues, wenn dann festgeschrieben sein soll: Frauen kämpfen 4, 6, 8 oder bei WM-Kämpfen 10 Runden à 2 Minuten – eine schon bisher gängige Praxis.

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Eine wirkliche Sensation ist allerdings, was Sulaiman zu den Börsen zu sagen hat. Er betont in einem vorab veröffentlichen Papier, Frauen würden im Boxsport genau so hart trainieren und kämpfen wie Männer. Es sei deshalb wünschenswert, auch die Bedingen bei Frauen und Männern anzugleichen.

Mauricio Sulaiman sieht sich in seiner Eigenschaft als WBC-Präsident in einer Vorkämpferrolle für das Frauenboxen. Er will eine Gleichstellung der Frauen gegenüber den Männern voran treiben und fordert deshalb für Weltmeisterinnen eine Mindestbörse bei WM-Kämpfen von 25 000,- USD. Vergleicht man dieses Mindestsumme mit den Börsen, die Männer in ihren Kämpfen erzielen, ist das eine eher lächerliche Zahl. Selbst bei Kämpfen, in denen es um keinen Titel geht, die beteiligten Boxer aber populär genug sind, werden Millionenbörsen gezahlt.

Ein aktuelles Beispiel: Wenn am Samstag Alvarez und Lara gegeneinander antreten, bekommt Alvarez eine Börse von 1 250 000,-$ und Lara immerhin auch 1 000 000,-$. Wenn eine Boxerin, die selbst beim Verband WBC Weltmeisterin ist, überhaupt auf eine 5 stellige Börse kommt, kann sie schon glücklich sein.

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Ob Sulaiman seine Vorstellungen durchsetzen kann, ist mit vielen Fragezeichen versehen. Selbst beim eigenen Verband WBC wird das schwierig werden, weil nur die wenigsten Veranstalter große Geldgeber wie Fernsehanstalten hinter sich haben.

Grundsätzlich ist dieser Vorschlag für eine Mindestbörse ein Schritt in die richtige Richtung. Das Geld was bei Männerkämpfen teilweise wie selbstverständlich gezahlt wird, sollte Frauen nicht länger vorenthalten werden.

Auf dem Weg dahin muss gewiss noch mehr für die allgemeine Akzeptanz des Frauenboxens getan werden. Was in Ländern wie Mexiko und Argentinien normal ist, hat sich leider noch nicht überall durchgesetzt. Der Weg zur Gleichstellung des Frauenboxens ist eingeschlagen, aber noch verdammt lang.