Felix Sturm vs Robert Stieglitz

Mächtig Wirbel um Felix Sturm! Der ehemalige Mittelgewichts-Weltmeister regte sich am Mittwoch offenbar mächtig auf, als er den Kampfbericht von den Kollegen der „Welt“ las. Daraufhin folgte eine Schimpftirade via Twitter, welche nun für Diskussionen sorgt.

Hab gerade einen Bericht in der Welt gelesen. Sturm blutete noch eine Stunde nach dem Kampf! Was für ein Schwachsinn!“, so Sturm. „Euer Reporter sollte lieber den wahren Kampfverlauf als so einen Blödsinn schreiben. Manche Reporter müssen irgendeinen Schwachsinn schreiben, um es interessant zu machen! Und dann auch noch einen Bericht, der nicht dem Kampfverlauf entsprach. Wenn man keine Ahnung hat, dann sollte man es lassen. Möchtegern-Experte!“

Besonders brisant wird dieser Ärger durch ein genaues Betrachten des Artikels. Der Stein des Anstoßes lobt ausdrücklich die Qualität und Härte des Kampfes und sagt aus, dass dieser keine Verlierer verdient hätte. Schaut man sich nun die Meinungen der meisten Experten und Fan-Wertungen im Internet an, so hatten die meisten Sturm knapp vorne. Dennoch ist es nicht so, dass der Kollege von der Welt Sturms Leistung großartig schlecht macht.

Dass sich dieser, anders als im TV-Interview nach dem Kampf, nun doch betrogen fühlt, wird aus weiteren Twitter-Posts deutlich, welche Sturm, der sich offenbar in Rage geschrieben hatte, direkt im Anschluss veröffentlichte. „Axel Schulz, Arthur Abraham, Uli Wegner, Tobias Drews, das Online-Voting von Ran.de und die Sauerland Brüder! Alle die was vom Boxen verstehen hatten mich klar vorne! Was zählt ist, dass alle die national und international etwas vom Boxen verstehen, mich vorne hatten. Und das klar!“ Anschließend gab es noch einen Seitenhieb auf Stieglitz Promoter Ulf Steinforth, welchen man durchaus als Betrugsvorwurf deuten könnte. „Mein Trainer Magomed Schaburow hat es auf den Punkt gebracht! Roberts Promoter Ulf Steinforth hat gute Vorarbeit geleistet!“

Der runtergeschluckte Ärger vom letztes Samstag scheint also langsam nach außen zu dringen. Es bleibt die Frage, ob damit bereits das wahrscheinliche Rematch angeheizt werden soll, oder ob Sturm in der Tat nicht zwischen Lob und Kritik zu unterscheiden weiß. Dass Blut und Schwellungen nicht grundsätzlich etwas schlechtes sind, sondern ein Anzeichen von Siegeswillen und Kämpferherz, müsste man als Boxer eigentlich wissen. Vor allem, wenn man trotzdem der bessere Boxer war. Dann kann man die Spuren des Kampfes nämlich in den meisten Fällen mit Stolz zeigen.