Der italienische Ex-Weltmeister Carmelo Bossi, 40(10)-8(2)-3 ist tot. Der 74 Jährige war von den späten 50ern bis in die 70er hinein einer der besten Welter- und Halbmittelgewichtler der Welt und konnte in dieser Zeit sowohl bei den Amateuren als auch bei den Profis zu Erfolgen kommen.
Erste internationale Aufmerksamkeit erregte Bossi, als er 1959 die Silbermedaille bei der Amateur-EM holte. Ein Jahr später konnte er bei den olympischen Spielen in Rom ebenfalls Silber holen. Vor den Augen seiner Landsleute musste er sich nur Wilbert McClure geschlagen geben. Nach diesem Erfolg wechselte der Mailänder schließlich zu den Profis.
Nachdem er sich bereits im 9. Profikampf eine KO Niederlage einfing, stagnierte Bossis Karriere ein wenig. Erst 1965, nach vielen Aufbaukämpfen, konnte er den italienischen Meistertitel holen. Diesen verteidigte er einmal, ehe 1967 der Gewinn des EM Titels gegen den Franzosen Jean Josselin glückte. Zwei Niederlagen gegen Willie Ludick folgten. Seinen EM Titel verlor Bossi schließlich an den unbekannten Fighting Mack. In der Folge sackte der Italiener in den Rankings immer mehr ab, kam 1970 aber dennoch an eine WM Chance. Vor heimischem Publikum konnte er sich gegen Freddie Little die Titel der WBC und WBA sichern. Allerdings sollte Bossis Regentschaft nicht von langer Dauer sein. Nach zwei Nicht-Titelkämpfen, in denen er sich eine Niederlage einfing, konnte er die Gürtel dank eines Unentschiedens gegen Jose Hernandez verteidigen. Anschließend verlor Bossi gegen Koichi Wajima und beendete seine Karriere.
Mit Carmelo Bossi verlieren die Italiener einen ihrer größten Boxer, der trotz mehrerer Rückschläge nie aufgab und sich im Herbst seiner Karriere doch noch den Traum vom WM Gürtel erfüllte.



