Am 13. Dezember treten der 23-jährige Eric Skoglund (21(11)-0-0) und der 45-jährige Glen Johnson (54(37-19(2)-2) bei der „Nordischen Fight Night“ in Albertslund/Dänemark gegeneinander an. Erster Gedanke: Man müsste dem Matchmaker den Arsch versohlen für so eine Ansetzung. Zweiter Gedanke: Glen Johnson muss selbst wissen, was er da macht. Er ist ja schließliich alt genug.

Scheinbar geht es bei Skoglund darum, ein paar gescheite Namen in seinen Kampfrekord zu bringen. Bei Johnson kann es nur um eins gehen: Noch einen Pay-Day, solange es für ihn noch was zu holen gibt.

Eric Skoglund: „Glen Johnson ist ein großer Name in der Welt des Boxens. Er ist seit langer Zeit im Spiel und hat gegen Alle gekämpft. Er ist immer noch einer der besten Halbschwergewichtler. Das ist ein weiterer großer Schritt für mich, aber ich bin bereit für die Herausforderung. Es ist ein Kampf, ich gewinnen muss und es ist ein Kampf, bei dem ich mir sicher bin ich werde gewinnen. Ich habe bereits bewiesen, dass ich auf die europäischer Ebene gehöre. Gegen gegen Johnson werde ich beweisen, dass ich auch auf die internationale Ebene gehöre.“

Na, da hat man den werten jungen Mann ja schön darauf vorbereitet, was er zu sagen hat. Wenn er im Halbschwergewicht beweisen will, dass er auf die internationale Ebene gehört, dann sollte er einen internationalen Gegner boxen, der seiner „Kragenweite“ entspricht und nicht einen, der schon lange „übern Berg“ ist. Doch auch Glen Johnson macht seine Sprüche dazu. Man kann kaum annehmen, dass er seinen eigenen Worten glaubt.

Glen Johnson: „Skoglund ist ein guter Boxer mit viel Potenzial, aber ich denke meine Erfahrungen spielen eine große Rolle in diesem Kampf. Ich weiß, was ich zu tun habe und am 13. Dezember werde da rein und den Job erledigen. Es gibt noch viel mehr was ich erreichen möchte. Ich will wieder Weltmeister werden. Ich würde nicht mehr boxen, wenn ich nicht glauben würde, ich könnte das schaffen. Einen jungen Kämpfer wie Skoglund schlagen und ich bin direkt wieder zurück im Geschäft.“

Das muss man wohl eher als das berühmte pfeifen im Walde verstehen, als eine echte Kampfansage. Die beste Zeit von Glen Johnson war vor 10 Jahren, als er Roy Jones jr in Runde 9 schlagen konnte. Doch diese Prime war schon vorbei, als er vor etwa 5 Jahren 2x gegen Chad Dawson verlor und dann noch 5 Kämpfe gegen Cloud, Froch, Bute, Fonfara und Groves dranhängte, die er auch alle verlor. Mittlerweile ist er in der Boxrec-Liste bis auf Platz 60 durchgereicht.

Jetzt und auch in Zukunft macht Johnson nur noch mit seinem ehemals guten Namen etwas Kasse. Das er vorgibt selber daran zu glauben noch einmal Weltmeister zu werden, gehört wohl zum Geschäft. Selbst wenn er zufällig gegen Skoglund gewinnen sollte, gegen wen will er danach noch einmal um einen großen WM-Titel boxen?