Raja HamaJetzt scheint es perfekt zu sein: Ein Boxkampf kann 2 unterschiedliche Ergebnisse haben. Das geht nicht? Doch, das geht. Bewiesen ist das jetzt scheinbar endgültig. Der Kampf zwischen Raja Amasheh und Amira Hamzaoui endete am 11. Oktober 2014 mit einer Punktwertung von 96:94, 94:98 und 97:94 zugunsten der Französin. Dabei ging es um den WBF-Titel und den WBC-Silver-Titel. Mit dem Ergebnis war das Team um Raja Amasheh nicht einverstanden und legte Protest ein.

Folge 1: Sowohl der Weltverband WBC als auch der nationale Verband BDB kippten das Urteil. Im Gegensatz dazu ignorierte der Verband WBF diese Entscheidung und hielt an dem Urteil fest, so wie es die Punktrichter am Kampftag gefällt hatten. Ob und welche Animositäten dabei insgesamt eine Rolle gespielt haben mögen, sei mal dahingestellt. Der Kampf und die darauffolgenden Entscheidungen „begeisterten“ diskussionsfreudige Boxfans beider Seiten.

Folge 2: Sowohl die Verbände WBC und BDB, als auch das Team Ramasheh drängten auf ein Rematch, um die Angelegenheit sportlich im Ring zu klären. Der Verband WBF und Amira Hamzaoui waren dagegen. Es wurde ein Rückkampf angesetzt, doch die Französin verhandelte nicht darüber, ignorierte alle Gesprächsversuche und trat auch nicht an, obwohl der ursprüngliche Vertrag einen Rückkampf vorsah. Dieser Kampf sollte an einem neutralen Ort stattfinden und wegen des großen Interesses der Öffentlichkeit sogar auf Eurosport übertragen werden. Amasheh musste gegen eine Ersatzgegnerin antreten. Dabei besiegte sie die Thailänderin Teeraporn Pannimit nach Punkten (98:92 und 2x 100:89). Sie verteidigte dabei ihren WBC-Silver-Titel im Fliegengewicht.

Folge 3: Sowohl Amasheh, als auch Hamzaoui sehen sich als Titelträgerin. Amasheh ist mit WBC und BDB einig, dass sie alles getan hat, was zu tun war um eine Klärung herbei zu führen. Amasheh ist wieder rechtmäßige WBC-Silver-Titelträgerin. Hamazaoui sieht sich nach wie vor als Siegerin im Kampf gegen Ramasheh und wird nun mit dem WBF-Titel weiter boxen. Sie wird dabei vom Verband WBF bestärkt und unterstützt. Am 25. April will sie diesen Gürtel gegen die Ungarin Alexandra Vlajk in ihrer Heimatstadt Epernay/Frankreich verteidigen.

Somit ist das eingetreten, was man eigentlich kaum für möglich hält. Ein Kampf hat 2 Ergebnisse. Das Urteil bleibt umstritten und jede der beteiligten Boxerinnen setzt ihre Karriere als Titelträgerin fort. Eigentlich ein Unding.