Mittelgewichtler Hassan N´Dam N´Jikam, 31(18)-1(0)-0 konnte sich am Mittwoch einen IBF Titelkampf verdienen, indem er Curtis Stevens, 27(20)-5(2)-0 in einem Eliminator nach Punkten bezwang. Die Beweglichkeit des Franzosen erwies sich als Schlüssel zum Erfolg.
Stevens erwischte einen soliden Start und schien N´Jikam aus dem Konzept zu bringen, sobald er offensiv nach vorne marschierte. Ab dem 2. Durchgang stellte Stevens diese Bemühungen allerdings weitgehend ein und trottete nur ideenlos hinter dem Franzosen her. Das Tempo blieb so niedrig, dass N´Jikam nach Belieben zur Seite rausgehen und mit dem Jab arbeiten konnte. Stevens wiederum arbeitete zu wenig und wusste nicht so recht, wie er seinem schnellen Gegner den Weg abschneiden sollte. In der 8. Runde konterte N´Jikam seinen Widersacher mit einer harten Rechten ab und erzielte einen Niederschlag. Beim Nachsetzen wurde er allerdings ein wenig übermütig und fing sich einige Konter. In der Folge fand N´Jikam seinen Rhythmus schnell wieder und fuhr damit fort, einen taktisch sehr enttäuschenden Stevens auszuboxen. Erst im 12. Durchgang kam der US-Amerikaner auf die Idee, den Druck zu erhöhen. Prompt wackelte N´Jikam, was wenige Sekunden vor Schluss aber keinen Unterschied mehr machte.
Letztendlich werteten die Offiziellen 119-108, 116-111 und 116-111 für Hassan N´Dam N´Jikam, der somit als Pflichtherausforderer von Sam Soliman feststeht. Curtis Stevens dagegen enttäuschte auf ganzer Linie und wird nun einige Fehler abstellen müssen, wenn er künftig in der Weltspitze mitreden will.
Auf der Undercard konnte sich der Kolumbianische Federgewichtler Miguel Marriaga, 19(17)-0-0 den bisher besten Sieg seiner Karriere sichern. Den für gewöhnlich recht zähen Techniker Cristopher Martin, 28(9)-4(1)-3 konnte Marriaga in 6 Runden zermürben und letztendlich durch TKO stoppen. Vor allem der linke Uppercut erwies sich als wirksame Waffe.
Zudem siegte Weltergewichtler Fredrick Lawson, 23(20)-0-0 in einem recht langweiligen Kampf über seinen ghanaischen Landsmann Ray Narh, 26(21)-6(3)-0. Beide Kämpfer schlugen viele Luftlöcher, wobei Lawson die meiste Zeit aktiver war und auch zwei Niederschläge erzielte. Letztendlich feierte Lawson einen klaren Punktsieg, welcher im Hinblick auf die Spitze der Gewichtsklasse allerdings nicht überschätzt werden sollte.