Der wohl bekannteste und zwielichtigste Boxpromoter des letzten Jahrhunderts, Don King, wird heute 83 Jahre alt. Geboren in Cleveland / Ohio lernte er bereits frühzeitig, sich durchbeißen zu müssen. Als er 10 Jahre alt war, starb sein Vater. Er musste zusammen mit seiner Mutter und 5 Geschwistern zusehen, wie er durchkommt. Nach eigenen Angaben studierte er ein Jahr an einer Universität, befasste sich aber zunehmend mit illegalem Glücksspiel.

Zu den Schattenseiten von Don King gehört, dass er zwei Menschen das Leben genommen hat. Einen Räuber, der 1954 sein Wettbüro ausrauben wollte, tötete er und kam dabei mit Notwehr durch. Im Jahr 1967 geriet er mit einem seiner Mitarbeiter in Streit und erschlug ihn mit einem Pistolenknauf und durch Fußtritte. Das Opfer verstarb nach 5 Tagen im Krankenhaus. Zu lebenslanger Haft verurteilt, begann King seine Beziehungen spielen zu lassen. Zuerst wurde das Urteil auf 15 Jahre herabgesetzt. Dann wurde er nach knapp 4 Jahren Haft begnadigt.

Als ein Krankenhaus in Cleveland in finanzieller Not war, überredete er Muhammad Ali, einen Showkampf zu boxen, um Spenden zu erzielen. Als die stattliche Summe von 80.000 Dollar zusammenkam, war King vom Boxfieber gepackt. Sein erster unter Vertrag stehender Boxer war Earnie Shavers, den er als „Puncher“ vermarktete. Später, vor Shavers’ Titelkampf mit Ali, verkaufte er den Vertrag an die Mafiafamilie Gambino weiter.

Die weiteren Stationen aus Don Kings Leben sind bekannt. Er organisierte die berühmten Kämpfe „Rumble in the Jungle“ und „Thriller in Manila“. Es ist kein Geheimnis, dass er dabei erhebliche Summen von den Staatspräsidenten Kongos und der Philippinen kassierte. Zu den Boxern, die King unter Vertrag hatte zählen solche bekannten Namen wie Evander Holyfield, Félix Trinidad, Mike Tyson, Larry Holmes, Julio César Chávez, Oliver McCall, Hasim Rahman, Chris Byrd, John Ruiz, James Toney und Lamon Brewster. Mit den meisten seiner Kämpfer und anderen Vertragspartnern geriet er in Rechtsstreitigkeiten, bei denen es um Millionen Dollar ging. Immer wieder wurde deutlich, dass King beste Beziehungen zu den Gerichten hat. Als ihn Mohammed Ali auf eine Summe von 1,1 Mio Dollar verklagte, musste King am Ende lediglich 50 000 Dollar zahlen.

Er sorgte 1981 für einen Meilenstein der Boxgeschichte, als er für den ersten Kampf zwischen Sugar Ray Leonard und Roberto Durán erstmals 10 Millionen Dollar als Garantie auslobte. Den Klitschko – Brüdern bot er 2008 die stolze Summe von 20 Mio Dollar, wenn sie gegeneinander kämpfen würden, was die jedoch ablehnten.

In den letzten Jahren wurde es etwas ruhiger um Don King. Seine Frau starb 2010. Don King hat 3 Kinder und 5 Enkel. Er fiel immer wieder einmal auf, wenn er Kämpfe ersteigerte, die dann aber nicht stattfinden lies. Don King ist immernoch selbst im Boxgeschäft aktiv und hält Anteile an „Duva Boxing“, auch wenn ihm sein gleichaltriger Dauerrivale Bob Arum längst den Rang abgelaufen hat.

Man mag den alten Mann mit der Starkstromfrisur mögen oder nicht: Er ist seit 1997 Mitglied der „International Boxing Hall of Fame“ und bleibt auf ewig ein fester Bestandteil des Boxsports.